Das Briefporto steigt um 50 % – am 1. August 1916


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Nein, auch früher war nicht immer alles besser. Mit ständigen Erhöhungen beim Briefporto musste man sich auch schon früher herumschlagen. Doch die Ursachen waren leicht andere als heute. Es war die Kriegssteuer, die in das Porto eingepreist wurde.

Die deutsche Reichspost hob zum 1. August 1916 die Preise für Briefe und Postkarten gleich um 50 % an und ließ zu diesem Zweck neue Briefmarken drucken. Die Briefmarken, die die Figur der Germania zeigten, wurden geringfügig umgestaltet, die bisherigen Farben blieben erhalten.

Das Porto für eine Postkarte stieg von 5 auf 7,5 Pfennig, für einen Brief waren nun 15 statt 10 Pfennig zu zahlen. Preußisch korrekt wurde nicht etwa auf- oder abgerundet, sondern auf den halben Pfennig genau erhöht. Weil die neuen Werte für Postkarten dadurch „krumm“ waren, musste man mindestens immer 2 Marken kaufen. Auch Ergänzungsmarken gab es damals schon: mit einer neuen 2,5-Pfennig-Briefmarke konnte man die alten 5-Pfennig-Marken kombinieren und weiterbenutzen.

"Wunstorfer Zeitung" vor 100 Jahren | Quelle: Stadtarchiv Wunstorf
„Wunstorfer Zeitung“ vor 100 Jahren | Quelle: Stadtarchiv Wunstorf

In der „Wunstorfer Zeitung“ von Mitte Juli 1916 las sich das in einer knappen Kurzmeldung so:

Die neuen Postwertzeichen. Die neuen Postwertzeichen zu zweieinhalb Pfennig und siebeneinhalb Pfennig, die vom 1. August ab auf unseren Postsachen erscheinen werden, werden nicht in einzelnen Stücken, sondern nur in mindestens zwei Stücken oder in einer geraden Anzahl verausgabt werden.

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