Vortrag von Hubert Brieden

Wie Hindenburg- und Oswald-Boelcke-Straße zu ihren Namen kamen


Heute Abend lädt der Arbeitskreis Regionalgeschichte zu einem Vortrag in die Wunstorfer Stadtkirche ein. Dabei werden die Diskussionen um die NS-Straßenbenennungen rekonstruiert, die in Wunstorf bis heute andauern.

Bekanntmachung in der „Wunstorfer Zeitung“ im Mai 1933

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 beeilten sich die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten überall, die neue Führung öffentlich zu ehren. In Wunstorf gab der Bürgermeister im Mai 1933 in der Zeitung bekannt, dass mit Zustimmung des Magistrats in „Ehrerbietung und Dankbarkeit gegenüber dem Herrn Reichspräsidenten und den Führern unserer nationalen Regierung“ einige Straßen umbenannt würden: Die Bahnhofstraße sollte fortan Hindenburgstraße heißen, die Südstraße wurde zur Adolf-Hitler-Straße und die Nordstraße zur Göringstraße.

Mit dem Bau des Fliegerhorstes und dem Einmarsch des Traditionsgeschwaders Boelcke 1936 wurde Wunstorf zur Garnisonsstadt. Zuvor war zu Ehren der Geschwaders der Bürgermeisterweg in Oswald-Boelcke-Straße umbenannt worden. Während des Spanischen (Bürger-)Krieges und des Zweiten Weltkrieges bombardierten die Boelckeflieger auch zivile Stadtviertel und waren an der Vernichtung von Gernika und Coventry beteiligt. Nach dem Krieg erhielten die Oswald-Boelcke-Straße, die Adolf-Hitler-Straße und die Göringstraße wieder ihre früheren Namen. Nur die Hindenburgstraße behielt ihren NS-Namen, obwohl damit der Mann geehrt werden sollte, der Hitler an die Regierung gebracht hatte.

Nach Aufmärschen und Protesten der Fliegerveteranen Anfang der 1950er Jahre erhielt auch die Oswald-Boelcke-Straße wieder ihren alten NS-Namen zur Ehren des Wunstorfer Traditionsgeschwaders.

Termininfo
5.10.207
19.30 Uhr
Stadtkirche Wunstorf
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