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„Einzigartig, großartig hat er dich gemacht“ – Adonia-Schöpfungsmusical in Wunstorf aufgeführt

08.07.2024 • Daniel Schneider • Aufrufe: 846

Die Schöpfungsgeschichte als Musical – am Freitag fand sie in Wunstorf statt, als ein Adonia-Chor auftrat. Einblicke in eine besondere Aufführung.

08.07.2024
Daniel Schneider
Aufrufe: 846
Auftritt eines Adonia-Chores in Wunstorf | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Wunstorf hat viele Chöre, die für Auftritte mitunter in alle Himmelsrichtungen reisen, auf vielen Bühnen stehen und gefeiert werden. Am vergangenen Freitag war es umgekehrt: Ein Chor aus allen Himmelsrichtungen kam nach Wunstorf und wurde hier gefeiert.

Es war ein Teil der Adonia-Projektchöre, insgesamt bestehend aus über 1.300 jungen Sängerinnen und Sängern. 70 von ihnen waren aus halb Niedersachsen gemeinsam angereist, um das Musical „Die Schöpfung – wunderbar gemacht?!“ in Wunstorf aufzuführen – die erste von zwei Stationen innerhalb einer kleinen Tournee am Ende einer einwöchigen Chorfreizeit.

Camp-Gefühl

Dass es sich nicht um irgendein Musical handelte, wird bereits am Namen deutlich, aber auch beim Blick auf die Kleidung mancher Besucher: „I love Jesus“-Shirts gehören normalerweise nicht zur üblichen Konzertabendgarderobe. Dieses Mal schon. Während Deutschland bei der Europameisterschaft gegen Spanien spielt und weitere Konzerte in der Stadt stattfinden, steht im Wunstorfer Industriegebiet das Musical auf dem Programm – als Veranstaltungsort fungieren die Kirchenräume der freikirchlichen K21-Gemeinde. Es wäre ausverkauft gewesen – wenn es Eintritt gekostet hätte.

Der tatsächlich auch sonst fast ganz in Schwarz gehaltene Innenraum der K21-Kirche scheint wie gemacht für die Aufführung. Trotz der geschlossenen Halle legt sich so etwas wie Festivalatmosphäre über den Raum, getragen durch die Interaktion von Chor, Team und Publikum. Barfuß steht der Chor in fünf Reihen auf der Bühne.

Großer Chor vor noch größerem Publikum – der weite Saal der Kirche ist voll | Foto: Daniel Schneider
Szene im Musical | Foto: Daniel Schneider

Manche der Kinder zwischen 9 und 13 Jahren sind zum ersten Mal dabei, andere haben schon Erfahrungen aus den Vorjahren im Chor – in den zu gelangen gar nicht so einfach ist. Die Plätze in den Musical-Camps, bei denen innerhalb von einer Woche die dann deutschlandweit auftretenden Chöre geformt werden, sind bisweilen schnell ausgebucht. Stets in den Ferien finden sich jedes Jahr die Junior-Chöre zusammen. Fünf Tage lang wird gemeinsam zusammengelebt, einstudiert und geprobt – um im Anschluss sofort zwei Aufführungen an verschiedenen Orten zu geben.

Musical in einer Woche

Das Bemerkenswerte ist, dass der auftretende Chor tatsächlich erst wenige Tage zuvor zusammengefunden hat. Den Chorleitern und Betreuern ist es gelungen, mit den Teilnehmern in weniger als einer Woche ein vollumfängliches Musical auf die Beine zu stellen. Mit Choreographien und Finessen, die sonst bei festen Chören zu erwarten wären, die regelmäßig mehrmals wöchentlich proben.

Schauspielerisches Talent und gesangliche Stärke fließen ineinander. Es ist sichtlich das Ergebnis einer Mischung aus Chorfreizeit und breit angelegter, organisierter christlicher Jugendarbeit, die es möglich macht, dass die jungen Sängerinnen und Sänger auf diese Weise vor großem Publikum auf den Bühnen begeistern können.

Video: Schlussszene der Musicalaufführung in Wunstorf

Die weinroten Adonia-T-Shirts sind das Markenzeichen der Chöre, doch auch schillernde Kostüme und allerlei Requisiten gehören zur Darbietung. Große Schmetterlinge schweben über die Bühne, Fragezeichen tauchen unvermittelt im Chor auf, die gesamte Tierwelt zieht symbolisch ein. Adam und Eva spielen eine Rolle, Nächstenliebe, der Glaube wird hinterfragt – und Gesellschaft und Umweltschutz sind Thema der gesungenen Schöpfungsgeschichte. Extra-Applaus brandet auf, als ein junger Sänger „Luftsaxophon“ zur Musik spielt – überzeugend echt auf einem Plastik-Aufblassaxophon.

Aber noch etwas ist anders als bei gewöhnlichen Aufführungen: Am Ende wird nicht zuerst dem Chor gedankt für seine Leistung oder dem Publikum fürs Kommen – gedankt wird Gott, der auch „das möglich gemacht hat“.

Das Drumherum beim Auftritt wird besonders zelebriert: Die jungen Sängerinnen und Sänger laufen als Chor ein wie bei einer Sportveranstaltung, und nach dem Konzert wieder hinaus, durch ein Spalier der sie anerkennend abklatschenden Teammitglieder. Das Publikum in Wunstorf ist nicht weniger begeistert über das Erlebte. Auf einem Festival hätte man gesagt: Der Spirit kam rüber.

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