Ralfs Radweg: Von Wunstorf nach Australien mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad nach Australien

Ralf Völkers fährt durch den Monsun

Seit nun bald vier Wochen ist Ralf Völkers schon in Thailand unterwegs – als Radfahrer, aber zwischendurch auch als „normaler“ Tourist.

Wunstorfer Fahrrad im thailändischen Regen | Foto: Ralf Völkers

Wunstorf/Phuket (ds). Die ganze Welt fieberte Anfang Juli mit der in der Höhle eingeschlossenen und auf Rettung wartenden thailändischen Jugendfußballmannschaft. Wunstorfs Weltreiseradler Ralf Völkers war zufällig just zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Thailand unterwegs (und ist es immer noch) – doch von dem Drama im Tham-Luang-Höhlensystem bekam er zunächst gar nichts mit. Erst über Kontakte von daheim aus Deutschland wurde er darauf aufmerksam.

Die Regenfälle, die den Höhlenrettern zu schaffen machten, bekam Völkers allerdings auch oberirdisch am eigenen Leibe zu spüren. Monsunartige Niederschläge durchweichten Rad und Fahrer – und ausgerechnet jetzt hatte Völkers seine erste größere Panne, nachdem das Rad 2 Monate lang alle Widrigkeiten seit Wolfsburg bravourös weggesteckt hatte. Gleich zweimal gab es einen Platten, der auch nicht kurzfristig provisorisch geflickt werden konnte. Neue Schläuche mussten her – und neue zu finden ist in Thailand auch gar nicht so schwer, aber die richtige (Ventil-)Größe zu erwischen, dann doch.

„Wie kann man bei so einem Wetter nur Fahrrad fahren? Das geht doch überhaupt gar nicht!“Ralf Völkers über das Radfahren zur Regenzeit

Überhaupt ist in Thailand alles ein wenig anders und doch vertraut: Interessante Fahrzeuge, exotische Gepflogenheiten, seltsame Unterkünfte und unbekannte Verkehrszeichen. Eine Kuh oder ein Pferd auf der Straße kommen zwar auch in Wunstorf schon mal vor – doch dann kommt die Polizei. In Thailand kommt nur Ralf Völkers mit dem Fahrrad.

Tuk-Tuks und Motorroller

Mehr noch in Acht nehmen muss er sich unterwegs jedoch vor Affen und Schlangen – denn die sitzen und liegen gerne mal auf den Radwegen. Dabei ist Thailand überaus fahrradfreundlich – wunderschöne Fahrradwege, wenn sie denn vorhanden sind, lassen jeden Mitteleuropäer neidisch werden, und das, obwohl Thailand doch eigentlich „Tuk-Tuk-Land“ ist: Die motorisierten Rikschas sieht man überall, sie gehören so sehr zum Straßenverkehr dazu, dass sie auf Verkehrszeichen gleichberechtigt auftauchen wie hierzulande Motorräder, LKWs und PKWs. Motorroller gehören ebenso zum typischen Straßenbild. Und auch das Problem der „Elterntaxis“ an Schulen kennt man in Thailand … nur dass die Mamis und Papis hier nicht mit dem SUV kommen, sondern mit dem Motorrad samt Beiwagen. Sogar einen Rennradfahrer traf Völkers auf der Straße – und überholte ihn gemeinerweise mit seinem schweren Reiserad.

Neue Schläuche nach 4.000 Kilometern

Vergangene Woche knackte Ralf Völkers dann auch die 4.000-Kilometer-Marke auf dem Weg nach Surat Thani. Die Fahrt durch Süd-Thailand, an der Ostküste zum Golf von Thailand entlang, führte allerdings zu ersten ernsteren Vereinsamungstendenzen. Der Grund dafür war nicht, dass der Wunstorfer auch nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM immer noch das deutsche Trikot trug – weil der weiße Stoff bei praller Sonne so praktisch ist –, sondern weil er schlicht niemandem begegnete. Abseits der Touristensaison auf kilometerlangen Strecken ohne eine Menschenseele fiel es Völkers zunehmend schwerer, überhaupt mal mit jemandem ins Gespräch zu kommen.

„Die denken ja sowieso alle, ich bin geistesgestört.“Ralf Völkers über das Radfahren in Thailand zur Regenzeit

Die Straßen in Thailand erinnern ihn dabei an die Straßen in den USA: Endlos lange, gerade Strecken bis zum Horizont. Da geht es dann auch gerne mal mit flotten 50 km/h die leicht abschüssige Fahrbahn hinab, bis sich das nächste Tuk-Tuk in den Weg stellt. Die Straßen seien mal breiter, mal schmaler, aber dass es keine Ortschaften gebe, sei immer das Gleiche, berichtet Völkers. Daher erwuchsen auch Probleme, neuen Proviant zu besorgen und Unterkünfte zu finden.

Abgezockt beim Busfahren

So wurde beschlossen, „die Seiten zu wechseln“: mit dem Bus ging es kurzerhand zur Westküste, nach Phuket, um mal wieder richtig unter Menschen zu kommen. Das Rad wurde verladen, und ab ging’s Richtung Indischer Ozean. Bei der Busfahrt machte Völkers dann mal wieder Bekanntschaft mit dem schon in Bulgarien erlebten Phänomen, dass für ein und dieselbe Dienstleistung gern mehrmals kassiert wird. Der Bus, der bis ins Zentrum von Phuket fahren sollte, fuhr nur bis in einen Vorort – und dort sollte umgestiegen und natürlich noch einmal bezahlt werden. Bei der Buchung ist stets „alles inklusive“, aber vor Ort wird dann gerne noch einmal kassiert. Dasselbe passierte ihm auch später wieder, als es mitsamt Fahrrad auf die Fähre nach Ko Lanta ging.

Auch wenn sogar dort derzeit meist nur Einheimische unterwegs sind: Völkers kommt sich nun nicht mehr ganz so isoliert vor. Dafür gibt es stellenweise ein mulmiges Gefühl, wenn an Tsunami-Warnschildern mit Evakuierungshinweisen vorbeigeradelt wird.

Roller statt Rad

In Phuket wechselte Ralf Völkers dann auch mal das Fortbewegungsmittel: War er zuvor in Bangkok während einer Taxifahrt schon als Beifahrer damit unterwegs gewesen, so fuhr er in Phuket nun auch selbst mit dem Motorroller, die Reise wird dann zum Urlaub. Völkers lässt sich treiben, erkundet Land und Leute und geht es gemütlich an, bevor dann schließlich doch wieder die Fahrradtaschen gepackt werden und es weitergeht auf der Route. Das kann er auch – denn Australien ist nicht mehr ganz so weit entfernt, und bis Silvester ist noch ein wenig Zeit …

Ralf Völkers fährt durch den Monsun 1 von 23
Blumenkind
Screenshot: Auepost

1. Blumenkind

Auf deutsche Besucher eingestellt
Foto: Ralf Völkers

2. Auf deutsche Besucher eingestellt

4000 Kilometer geschafft
Foto: Ralf Völkers

3. 4000 Kilometer geschafft

Blaue Radwege …
Screenshot: Auepost

4. Blaue Radwege …

… blumengesäumte Radwege …
Screenshot: Auepost

5. … blumengesäumte Radwege …

… und von Affen belagerte Radwege
Screenshot: Auepost

6. … und von Affen belagerte Radwege

An der Ostküste
Foto: Ralf Völkers

7. An der Ostküste

An der Westküste
Foto: Ralf Völkers

8. An der Westküste

Mit dem Rad auf der Fähre
Foto: Ralf Völkers

9. Mit dem Rad auf der Fähre

Thailändischer Bus
Foto: Ralf Völkers

10. Thailändischer Bus

Blütenpracht
Foto: Ralf Völkers

11. Blütenpracht

Banenenpracht
Foto: Ralf Völkers

12. Banenenpracht

Einen Ananassaft am Strand
Foto: Ralf Völkers

13. Einen Ananassaft am Strand

Ein Bier im Hotel
Foto: Ralf Völkers

14. Ein Bier im Hotel

Unter Palmen
Foto: Ralf Völkers

15. Unter Palmen

Ungewohnte Verkehrsschilder …
Screenshot: Auepost

16. Ungewohnte Verkehrsschilder …

… und radfahrerfreundliche Verkehrsschilder
Screenshot: Auepost

17. … und radfahrerfreundliche Verkehrsschilder

Gute Verkabelung
Foto: Ralf Völkers

18. Gute Verkabelung

Recycling auf Thailändisch
Screenshot: Auepost

19. Recycling auf Thailändisch

Motorisierte Affen
Screenshot: Auepost

20. Motorisierte Affen

Regenzeit
Foto: Ralf Völkers

21. Regenzeit

Buddha
Foto: Ralf Völkers

22. Buddha

23. Neuestes Video

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1 Kommentar
  1. […] es mit der Fäh­re zur Insel Lang­ka­wi, womit Malay­sia erreicht war. Auf der Fäh­re dann wie­der das bekann­te Spiel: Obwohl vor­ab bezahlt, wird auf der Fäh­re noch ein­mal kas­siert. Auch sonst ist der Start […]

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