Mit dem Fahrrad nach Australien

Ralf Völ­kers ver­liert die Ner­ven

Ein Wunstor­fer ist auf Welt­rei­se mit dem Fahr­rad – und nun in Malay­sia, Sin­ga­pur und Indo­ne­si­en unter­wegs. Ralf Völ­kers ist fas­zi­niert von süd­ost­asia­ti­scher Kul­tur und Archi­tek­tur, kommt ver­kehrs­tech­nisch aber in meh­re­rer Hin­sicht an Gren­zen …

Ralf Völkers mit Motorradhelm
Könn­te auch bei der Cali­for­nia High­way Patrol sein: Ralf Völ­kers fährt Rol­ler in Malay­sia | Foto: Ralf Völ­kers

Wunstorf/Singapur (ds). In den letz­ten Wochen ist viel pas­siert. Vom thai­län­di­schen Fest­land aus ging es mit der Fäh­re zur Insel Lang­ka­wi, womit Malay­sia erreicht war. Auf der Fäh­re dann wie­der das bekann­te Spiel: Obwohl vor­ab bezahlt, wird auf der Fäh­re noch ein­mal kas­siert. Auch sonst ist der Start in Lang­ka­wi nicht der bes­te: Einen Rol­ler kann sich Völ­kers legal nicht lei­hen, da er kei­nen Füh­rer­schein dabei hat, und auch nicht ein­mal ein Bier kau­fen in der Frei­han­dels­zo­ne.

Umwe­ge auf Pen­gnan

Die nächs­te Sta­ti­on ist George­town, aber­mals mit der Fäh­re geht es zur nächs­ten Insel, nach Pen­gnan. Als es dann jedoch wei­ter aufs malay­si­sche Fest­land gehen soll, klappt das nicht so ein­fach: Die Brü­cke, die die Insel mit der Küs­te ver­bin­det, ist für Fahr­rad­fah­rer nicht pas­sier­bar, nur Autos sind erlaubt. Also radelt Völ­kers den lan­gen Weg wie­der zurück, um die Insel mit der Fäh­re zu ver­las­sen. Wie zur Ent­schä­di­gung ist die Fäh­re die­ses Mal sogar kos­ten­los: Man bezahlt nur, wenn man auf die Insel will, nicht aber, wenn man sie ver­las­sen möch­te.

6-spu­rig nach Kua­la Lum­pur

Die Fahrt Rich­tung Kula­la Lum­pur gestal­te­te sich teils aus­ge­spro­chen aben­teu­er­lich. Nicht nur, dass Ralf Völ­kers in der Ein­flug­schnei­se des inter­na­tio­na­len Flug­ha­fens von Kua­la Lum­pur im Zelt über­nach­te­te, weil es mit der Unter­kunft nicht klapp­te … die Stra­ßen waren die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung. Zwar gibt es spe­zi­el­le Extra-Stra­ßen für Mopeds, die die vie­len Auto­bahn­kreu­ze über- und unter­que­ren, doch die waren mit­un­ter gesperrt, so dass Völ­kers mit dem Fahr­rad tat­säch­lich auf 6-spu­ri­ge Auto­bah­nen aus­wei­chen muss­te. Als Rad­fah­rer bei Dun­kel­heit und Regen auf der Auto­bahn in Malay­si­as Haupt­stadt anzu­kom­men, das ist etwas für die Muti­ge­ren.

Alter Bahnhof Kuala Kumpur
Alter Bahn­hof in Kua­la Lum­pur | Foto: Ralf Völ­kers

Bei Tages­licht ent­deck­te Völ­kers dann die vie­len Rad­we­ge, die es durch­aus gibt in Kua­la Lum­pur. Lei­der wer­den sie oft, genau wie die Geh­we­ge, von Autos zuge­parkt. Und man ver­läuft sich dau­ernd in der weit­läu­fi­gen Metro­po­le. Es sei schwie­rig, sich in die­ser Stadt zu ori­en­tie­ren, sagt Ralf Völ­kers, wäh­rend er die impo­san­te Archi­tek­tur bestaunt.

Wei­ter ging es über Port Dick­son und Malak­ka nach Sin­ga­pur. Doch Goog­le Maps sabo­tiert die Rei­se, indem es Völk­lers immer wie­der auf letzt­end­lich gesperr­te Stra­ßen lotst und ihn auch mal 10 Kilo­me­ter im Kreis durch men­schen­lee­re Tra­ban­ten­stadt­bau­stel­len fah­ren lässt. Oder direkt ins Was­ser führt, wo er man­gels Alter­na­ti­ven einen Fischer über­re­den muss, ihn samt Fahr­rad in einem Motor­böt­chen über­zu­set­zen. In einer Nuss­scha­le, die nicht viel grö­ßer ist als die Tret­boo­te auf dem Stein­hu­der Meer. Vom Plan, sich in Port Dick­son mal an den Strand zu legen, muss Völ­kers sich auch ver­ab­schie­den: Die Häu­ser rei­chen als Pfahl­bau­ten bis ins Was­ser hin­ein, einen Strand gibt es gar nicht.

Fahr­rad­wä­sche in Sin­ga­pur

Sin­ga­pur dann mach­te einen unheim­lich sau­be­ren und siche­ren Ein­druck auf Völ­kers. Kein Wun­der: Wer Deutsch­land bereits für über­re­gu­liert hält, war noch nicht in Sin­ga­pur. Kau­gum­mi gibt es nur auf Rezept in der Apo­the­ke, und Graf­fi­tischmie­re­rei­en wer­den mit Haft- und Kör­per­stra­fen geahn­det.

Mein Gott, ist das fürch­ter­lich.“Ralf Völ­kers über den Stra­ßen­ver­kehr in Sin­ga­pur

Doch der posi­ti­ve Ein­druck gilt nicht für den Stra­ßen­ver­kehr. Es sei laut, dre­ckig und unheim­lich viel Ver­kehr auf den Stra­ßen, berich­tet Völl­kers.

Trucktrucktruck
Hier holen sich auch die Simp­sons-Autoren ihre Ide­en | Foto: Ralf Völ­kers

Zumal kom­men Fahr­rä­der im Ver­kehrs­kon­zept von Sin­ga­pur über­haupt nicht vor, jeden­falls kei­ne Fern­rei­ser­ad­ler. Mit dem Fahr­rad über­haupt in den Stadt­staat ein­zu­rei­sen, ist so gar nicht vor­ge­se­hen. Statt­des­sen ent­deckt Völ­kers vie­le Leih­fahr­rä­der am Stra­ßen­rand. Doch dem Rad­tou­ris­ten Völ­kers begeg­nen alle sehr freund­lich. Viel­leicht liegt das auch am rund­erneu­er­ten und fun­keln­den Fahr­rad, denn in Sin­ga­pur wur­de ein Werk­statt­be­such nötig.

Fahr­rad­re­pa­ra­tur vom Leis­tungs­sport­ler

Eine pro­fes­sio­nel­le Fahr­rad­werk­statt zu fin­den ist jedoch alles ande­re als leicht: Diver­se Läden schi­cken Völ­kers ein­fach weg, bis er jeman­den fin­det, der sich an sein Ran­don­neur her­an­traut. Die Fahr­rad­werk­statt gehört einem Schwei­zer, und sie bringt Völ­kers Rei­se­rad, das nach so vie­len Kilo­me­tern und dem unsanf­ten Her­um­trans­por­tie­ren auf diver­sen Fäh­ren inzwi­schen doch gelit­ten hat, wie­der auf Vor­der­mann. Ein Rad wird neu ein­ge­speicht und die Ket­te gewech­selt.

Das ist schon beein­dru­ckend.“Ralf Völ­kers über Sin­ga­purs Stadt­bild

Doch damit nicht genug, man ist schließ­lich in Sin­ga­pur: das Fahr­rad wird auch noch gründ­lich geputzt – vom phil­ip­pi­ni­schen Down­hill-Meis­ter, der in der Fahr­rad­werk­statt arbei­tet, höchst­per­sön­lich. So blitz­blank war Völ­kers Rad auf der gan­zen Rei­se noch nicht.

Hotel Singapur
Das Mari­na Bay Hotel in Sin­ga­pur | Foto: Ralf Völ­kers

Sin­ga­pur beein­druckt wie schon Kua­la Lum­pur zuvor mit atem­be­rau­ben­der Archi­tek­tur. Hoch­häu­ser, bei denen einem schon schwin­de­lig wird, wenn man von unten nach oben schaut. Oder das über einer Was­ser­stra­ße erbau­te Ein­kaufs­zen­trum, in das man mit dem Boot fah­ren kann.

Ner­ven­pro­be auf Batam

Nach Sin­ga­pur war das Ziel Batam: Indo­ne­si­en war erreicht. Und hier reich­te es Völ­kers nun end­gül­tig. Der vie­le Ver­kehr, die vie­len Mopeds. Es wur­de immer schlim­mer. Es kam zum zwei­ten „Tür­kei-Moment“: Statt wei­ter mit Fäh­ren von Insel zu Insel zu hop­pen und sich inmit­ten eines Wahn­sinns­stra­ßen­ver­kehrs zwi­schen den Zen­tren zu bewe­gen, beschloss Ralf Völ­kers, die Rei­se erneut abzu­kür­zen. In Batam stieg er in den nächs­ten Flie­ger und steu­er­te Bali direkt aus der Luft an.

Ner­ven­scho­nen­der war das jedoch nicht gera­de: Die Zwi­schen­lan­dung auf dem Flug­ha­fen Ban­dung ver­lang­te dem an Ord­nung im Pas­sa­gier­ver­kehr gewöhn­ten Völ­kers so eini­ges ab. Auf dem Flug­feld ging es zu wie auf dem Basar: Flug­gäs­te lie­fen ein­fach zwi­schen Flug­zeu­gen beim Push­back hin und her, als sei es das Nor­mals­te der Welt. Doch sein Flie­ger lan­de­te sicher auf Bali – wo ihn dann noch mehr Stra­ßen­ver­kehr begrüß­te als in Batam.

Palmen auf Bali
Pal­men auf Bali | Foto: Ralf Völ­kers

Aus­span­nen auf Bali

Trotz­dem hat Völ­kers hier nun erst ein­mal sein Haupt­quar­tier ein­ge­rich­tet. Das Fahr­rad bleibt vor­erst aller­dings ste­hen, sicher ein­ge­schlos­sen im Hotel­zim­mer. Jetzt wird erst ein­mal wie­der rich­tig Urlaub gemacht, um sich von dem gan­zen Ver­kehrs­stress zu erho­len. Heu­te will Ralf Völ­kers als ganz nor­ma­ler Tou­rist Nusa Lem­bon­gan ansteu­ern.

Ralf Völ­kers ver­liert die Ner­ven 1 von 12
Petronas Towers Kuala Lumpur
Foto: Ralf Völ­kers

1. Petro­nas Towers Kua­la Lum­pur

Wasserfall auf Langkawi
Foto: Ralf Völ­kers

2. Was­ser­fall auf Lang­ka­wi

Kuhl
Foto: Ralf Völ­kers

3. Kuhl

Katzenbesuch im Hotelzimmer
Foto: Ralf Völ­kers

4. Kat­zen­be­such im Hotel­zim­mer

Beim Hostel hat man Humor
Foto: Ralf Völ­kers

5. Beim Hos­tel hat man Humor

Alter Bahnhof Kuala Lumpur
Foto: Ralf Völ­kers

6. Alter Bahn­hof Kua­la Lum­pur

Vor dem Marina Bay
Foto: Ralf Völ­kers

7. Vor dem Mari­na Bay

Man ist viel auf Fähren unterwegs
Foto: Ralf Völ­kers

8. Man ist viel auf Fäh­ren unter­wegs

Nächtlicher Besuch
Foto: Ralf Völ­kers

9. Nächt­li­cher Besuch

Verkäufer auf Langkawi
Foto: Ralf Völ­kers

10. Ver­käu­fer auf Lang­ka­wi

Affenwarnung
Foto: Ralf Völ­kers

11. Affen­war­nung

12. Video: Sin­ga­pur

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1 Kommentar
  1. M. u. M. Berger meint

    Hal­lo Ralf, wei­ter­hin alles Gute für die nächs­te Zeit wün­schen dir Moni­ka und Micha­el, W. Düend. 36a

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