Heiße Verkehrssituation

Wunstor­fer Feu­er­weh­ren beim Bun­des­wehr­tag im Groß­ein­satz

Wenn Groß­ver­an­stal­tun­gen und hei­ßes Wet­ter zusam­men­kom­men, dann sind die Ein­satz­kräf­te von Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr beson­ders gefor­dert. Am ver­gan­ge­nen Sonn­abend kam es beim „Tag der Bun­des­wehr“ zu genau die­ser Kon­stel­la­ti­on.

Ein­satz in der Hit­ze | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Wunstorf (red). „Ret­ten, Löschen, Ber­gen, Schüt­zen“ lau­tet ein Slo­gan der Feu­er­weh­ren – und am Tag der Bun­des­wehr muss­te vor allem das Schüt­zen im Blick behal­ten wer­den, ohne dabei das Ret­ten, Ber­gen und Löschen zu ver­nach­läs­si­gen. Und die Gren­ze zwi­schen Schüt­zen und Ret­ten ist manch­mal schmal, wie sich auch am Wochen­en­de zeig­te. Fast alle Wunstor­fer Feu­er­weh­ren waren letzt­lich unter­wegs, um die Situa­ti­on am Flie­ger­horst zu bewäl­ti­gen. Dazu war viel Koor­di­na­ti­on und Ein­satz gefragt – ehren­amt­lich.

Der Tag der Bun­des­wehr zog um die 40.000 Besu­cher auf den Flie­ger­horst – weni­ger, als die Bun­des­wehr ursprüng­lich erwar­tet hat­te. Doch unab­hän­gig von der genau­en Besu­cher­zahl war von Anfang an klar: Der Tag der offe­nen Tür auf dem Flie­ger­horst wür­de das ohne­hin vom Stra­ßen­ver­kehr meist aus­ge­las­te­te Wunstorf ver­kehrs­tech­nisch vor ganz neue Her­aus­for­de­run­gen stel­len.

Stau und Nadel­öhr Park­platz | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

So kam es auch. Auch „nur“ 40.000 Men­schen lie­ßen den Ver­kehr fast zusam­men­bre­chen. Der Rück­stau der Anrei­se­wel­le reich­te zwi­schen­zeit­lich bis zum Auto­bahn­an­schluss, und auch die Rück­rei­se­wel­le, die schon zur Mit­tags­zeit begon­nen hat­te, quäl­te sich nur lang­sam über die Stra­ßen. Die Shut­tle­bus­se, die die per Bahn ange­reis­ten Besu­cher vom Wunstor­fer Bahn­hof im Pen­del­ver­kehr zum Flie­ger­horst brach­ten, stan­den man­gels Alter­na­tivstre­cken eben­so wie die Auto­fah­rer selbst im Stau.

Wachen in Alarm­be­reit­schaft

Ent­spre­chend hat­te sich auch die Wunstor­fer Feu­er­wehr auf den ver­gan­ge­nen Sonn­abend vor­be­rei­tet. Die Häu­ser der Weh­ren in der Kern­stadt, in Luthe und Stein­hu­de wur­den von 8 bis 17 Uhr zur dau­er­be­setz­ten Wache, um die schnel­le Gefah­ren­ab­wehr im Stadt­ge­biet sicher­stel­len zu kön­nen.

Doch auch der Ver­an­stal­tungs­ort selbst wur­de nicht vom Mili­tär, son­dern von den Wunstor­fer Weh­ren mit­ge­si­chert. Der Stadt­brand­meis­ter, sein Stell­ver­tre­ter und die Ein­satz­lei­tungs­grup­pe, die bei Groß­ereig­nis­sen den Ein­satz­lei­ter unter­stützt, befan­den sich auf dem Flie­ger­horst, um direkt von dort steu­ernd ein­grei­fen zu kön­nen.

Mit dem Gerä­te­wa­gen wur­de der Nach­schub sicher­ge­stellt | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Zu den geplan­ten Auf­ga­ben der Feu­er­wehr zähl­te etwa die Sicher­stel­lung des Brand­schut­zes auf dem ein­ge­rich­te­ten gro­ßen West­park­platz. Dies über­nah­men die Weh­ren aus Klein Hei­dorn und Bokel­oh. Ein Lösch­fahr­zeug der Klein Hei­dor­ner ergänz­te zudem den Lösch­zug der Flie­ger­horst­feu­er­wehr. Allein hier­für waren 130 Feu­er­wehr­leu­te in 2 Schich­ten ein­ge­teilt.

Durst-Löschen“ zur Gefah­ren­ab­wehr

Doch es kam im Lau­fe des Tages auch zu unge­plan­ten Ein­sät­zen. Die Bun­des­wehr for­der­te am Nach­mit­tag Hil­fe an, weil der Stau sich schon auf dem gro­ßen Park­platz ent­wi­ckel­te. Die Aus­fahrt wur­de zum Nadel­öhr, die Abrei­sen­den saßen bei glü­hen­der Hit­ze in ihren Fahr­zeu­gen fest. Die auf dem Park­platz ein­ge­setz­ten Kräf­te über­nah­men daher das Ver­tei­len von Was­ser an die Auto­in­sas­sen.

An die War­ten­den wird Was­ser ver­teilt | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Die Lage ver­schärf­te sich jedoch wei­ter, so dass wei­te­re Kräf­te ange­for­dert wer­den muss­ten, um die Situa­ti­on in der pral­len Son­ne ohne Schat­ten­mög­lich­kei­ten unter Kon­trol­le zu hal­ten. Aus den besetz­ten Wachen der Kern­stadt, Stein­hu­des und Luthes rück­te dar­auf­hin jeweils ein mit neun Feu­er­wehr­män­nern besetz­tes Fahr­zeug aus. Zusätz­lich wur­den die Orts­feu­er­weh­ren Blu­men­au und Gro­ßen­hei­dorn alar­miert, die nun eben­falls anrück­ten. Die Wachen blie­ben selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin auf­grund des star­ken Ver­kehrs­auf­kom­mens und der Hit­ze in Alarm­be­reit­schaft.

Wei­te­re Hit­ze­op­fer ver­hin­dert

Knapp 70 Feu­er­wehr­leu­te waren es schließ­lich, die auf dem Park­platz Was­ser ver­teil­ten – vor­sorg­lich, aber auch an bereits dehy­drier­te Besu­cher. Das Was­ser wur­de von allen sehr dank­bar ange­nom­men. Außer­dem ver­such­te die Feu­er­wehr zu erken­nen, ob es in den Fahr­zeu­gen zu wei­te­ren Pro­ble­men kam. Mit dem Gerä­te­wa­gen wur­de der Was­ser­nach­schub sicher­ge­stellt.

Alle Hän­de voll zu tun | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Das ver­hin­der­te ver­mut­lich, dass wei­te­re Per­so­nen durch die Hit­ze zusam­men­bra­chen und mini­mier­te die Ret­tungs­sa­ni­tä­ter­ein­sät­ze z. B. der Johan­ni­ter, die ohne­hin bereits selbst unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen arbei­te­ten. Ohne die Ver­sor­gung mit Was­ser in die­sem Umfang hät­te es wohl zahl­rei­che wei­te­re Hit­ze­op­fer gege­ben.

Ret­tungs­wa­gen ein­ge­wie­sen

Dadurch, dass die Ein­satz­kräf­te der Feu­er­wehr breit­flä­chig ver­teilt stan­den und ein wei­te­rer Ein­satz- sowie zwei Mann­schafts­wa­gen pos­tiert wor­den waren, die eine Füh­rungs­stel­le bil­de­ten, konn­ten alar­mier­te ein­tref­fen­de Ret­tungs­wa­gen auf dem weit­läu­fi­gen Gelän­de ein­ge­wie­sen wer­den, wenn die­se nicht sofort ihre Ein­satz­stel­le fan­den. Über Funk wur­de Hil­fe­stel­lung für die Kol­le­gen gege­ben.

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4 Kommentare
  1. Marc Schaper meint

    Inter­es­san­ter wäre es gewe­sen, über die Übung am Mitt­woch­abend zu berich­ten

    1. Dennis meint

      War­um ist eine Übung inter­es­san­ter als ein Ernst­fall?

  2. Wunstorfer Auepost meint

    War­um inter­es­san­ter?

  3. Grit Decker meint

    Wie­der ein­mal haben die „Jungs und Mäd­chen“ ein­drucks­voll bewie­sen, dass im Fall des Fal­les auf sie Ver­lass sein wird.

    Ehren­amt­lich ver­steht sich!
    Und wenn ich mir klar dar­über bin, dass für die­se (Groß-) Ein­sät­ze in elend vie­len Frei­zeit-Stun­den geübt geübt wer­den muss, dann mini­miert das mit Sicher­heit nicht mein Unver­ständ­nis dar­über, dass immer noch vie­le -zu vie­le- Arbeit­ge­ber Vor­be­hal­te gegen­über die­sen Men­schen haben, ohne die wir „auf­ge­schmis­sen“ sind.

    Zu dem „Wir“ gehö­ren selbst­ver­ständ­lich auch die Job­ge­ben­den, die, wenn sie sie sich des­sen bewusst wer­den, den Ball fla­cher hal­ten – hof­fent­lich!

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