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Bannmeilen um die Grundschulen!

19.08.2022 • Horst Koschinsky • Aufrufe: 1360

Horst fordert: Baut die Helikoptereltern-Landeplätze wieder ab und lasst die Kinder zur Schule laufen!

19.08.2022
Horst Koschinsky
Aufrufe: 1360

Kann mir einer der betroffenen Eltern mal einen echten Grund nennen, warum man die Sprösslinge mit dem Auto zur Schule fahren muss? Habt ihr alle euren Wohnsitz nur aus steuerlichen Gründen in Wunstorf angegeben und liefert eure Kinder jeden Morgen in Wirklichkeit mit dem Auto aus Hamburg und Köln an, damit das nicht so auffällt? Der Zeitvorteil kann’s ja nicht sein: Bevor man es im morgendlichen Berufsverkehr mit dem SUV über die Barnestraße geschafft hat, sind die Racker doch schon zehnmal in der Schule angekommen.

Aber vor Konsequenzen müsst ihr trotzdem keine Angst haben, liebe Eltern. Statt Anreize zu setzen, dass eure Kleinen wirklich zu Fuß zur Schule kommen, baut man euch sogar noch Komforthaltezonen, an denen ihr schulnah und ganz legal den Nachwuchs abladen könnt.

Und jetzt die Krönung: Selbst wenn ihr den Stadtvertretern und Schulleitungen den Mittelfinger zeigt, indem ihr einfach weiter kreuz und quer parkt und die Haltezonen ignoriert, wird das Angebot nicht etwa wieder rückgängig gemacht und mal kurzerhand überall ein fettes Halteverbotsschild aufgestellt – und das dann auch kontrolliert. Nein, dann wird so lange weiterexperimentiert, bis es am Ende vielleicht doch mal passt. Als Nächstes bauen wir dann Haltezonen vorm Rathaus für Wochenmarktbesucher, die den Weg vom Nordwall-Parkplatz nicht zu Fuß schaffen.

Ich weiß jetzt schon, wie’s ausgehen wird: Das wird nix. Geparkt wird dann erst recht wieder irgendwo direkt vor der Schule. Denn irgendwann liegen die Eltern-Haltestellen so weit entfernt, dass man – Achtung – ja gleich von zu Hause aus laufen kann. Oder man braucht einen zusätzlichen Shuttle-Service für die Kinder, damit die von den Haltezonen zur Schule kommen. Vielleicht kann man dafür ja Bobbycar-Verleihstationen aufstellen.

Mit laufenden Grüßen
Horst Koschinsky

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Kommentare


  • Andreas R. Niepel sagt:

    Wie siich die Zeiten ändern …
    meine Mutter musste Anfang der 40iger Jahre des letzten Jahrhunderts ca. 8 km (einfacher Weg!) zu Fuß und später mit Fahrrad von daheim zur Schule;
    die ersten drei meiner Schuljahre bestanden aus Fahrten mit dem Schulbus und / oder Fahrrad sowie Fußmarsch (ca. 1,6 km einfach).
    Warum ist das den heutigen Kindern nicht möglich?
    Oder anders gefragt: warum glauben die heutigen Eltern nicht, dass das ihren Kinder zuzumuten ist?

    Alles Schneeflöckchen?!

  • Birgit sagt:

    Ich habe oft auf meinem Berufsweg zur Schule in Hannover Grundschulkinder, munter plaudernd, in der U-Bahn gesehen, um deren Eigenständigkeit ich sie beneidete.

    Vor kurzem fand eine Dokumentation im Deutschen Fernsehen statt, die lautete „Gefährliche Schulwege“ oder „Die gefährlichsten Schulwege der Welt“, wo Kinder über Berge in Flip-Flops freudig gingen, nur um in den Genuss einer Lehranstalt zu kommen.

    Es ist verwunderlich, dass gerade in der heutigen, sicherlich nicht einfachen Zeit Kinder nicht zur Selbständigkeit hinsichtlich Verantwortlichkeit sich selbst gegenüber erzogen werden und quasi beschützt überall hin geleitet werden.

    Bedenkt man, dass die Schule gewöhnlicherweise um acht Uhr morgens beginnt, frage ich mich, ob die Schultaxifahrer nichts anderes zu tun haben, als Chauffeur zuu spielen und Straßen zu blockieren.

    Auch in früherer Zeit wurde schon vor dem „bösen Mann mit Bonbons“ an der Straßenecke gewarnt. Kinder hielten sich an ihre eigene Vorsicht und ihr Selbstvertrauen.

    Ob die Kuschelerziehung und ständiges Beschützen und damit das „Steine aus dem Weg räumen“ wirklich etwas bringt, zeigt sich im Erwachsenendasein des Kindes, ob es dann mit Schwierigkeiten gut umzugehen weiß und weiß, wie man Probleme geschickt zu lösen vermag und sich auch einmal der Gefahr stellt, wenn es nötig ist.

  • Birgit sagt:

    Es wird darauf plädiert, Kinder zur frühen Selbständigkeit zu erziehen, möglichst ab dem Kindergartenalter mit dem Smartphone inklusive seiner Apps umzugehen und sich für eine gesunde Umwelt starkzumachen. Warum dann Elterntaxis, die schon allein rein umwelttechnisch die Ausnahme bleiben sollen? Und die quasi Verkehrsbehinderung bedeuten?

    Ein Kind ist ab dem sechsten Lebensjahr in der Lage, einen Schulweg zu meistern, per Pedes oder mit dem Bus. Außerdem gibt es Fahrräder, zumal jedes Kleinkind anscheinend schon Übung mit modernster Radtechnik heute erhält. eine gute Sache wie auch der chice Roller.

    Übergroße Fürsorglichkeit hat noch nie genutzt. Die Selbständigkeit schwächelt, die Furcht wächst. Beileibe kein guter Start in das oft harte Schulleben der heutigen Zeit.

    Es allein zu schaffen, ist doch sicherlich auch ein Erfolgsfaktor, oder? Und macht stark, auch ohne Händchenhalten. Für Weiteres, wo eben kein Elterntaxi präsent ist.

  • Wunni sagt:

    Der Hintergrund für die Elternfahrten liegt zum guten Teil auch darin, dass die Busverbindungen in manche Ortsteile so ausgedünnt sind, dass sie die immer variableren (oft auch durch Unterrichtsausfälle) Schulanfangs- und -endzeiten nicht abdecken. Grundschulkinder dürfen nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren (kein Versicherungsschutz) – und durch den heutigen dichten, teils rücksichtslosen Straßenverkehr kann man Kinder oft auch nicht leichten Herzens schicken.

  • netzwerkertom@gmail.com sagt:

    Wo kann ich, außer beim Einkaufen mit dem Zweitwagen repräsentieren?

  • Schreibe einen Kommentar zu netzwerkertom@gmail.com Antworten abbrechen

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