Früh­ge­schicht­li­che Sied­lung bei Wunstorf

Seit eini­ger Zeit schon wur­de am Ran­de des Gewer­be­ge­biets Süd in der Erde gegra­ben. Doch dabei han­del­te es sich nicht um die ers­ten Spa­ten­sti­che für die Erwei­te­rung des Gewer­be­ge­biets; bevor das Gelän­de nun bebaut wird, wur­de es archäo­lo­gisch unter­sucht. Dabei kamen Spu­ren einer früh­ge­schicht­li­chen Sied­lung zu Tage. Über die Ergeb­nis­se der Aus­gra­bun­gen wird an die­sem Don­ners­tag Bericht erstat­tet.

Archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bun­gen in Wunstorf | Foto: pri­vat

Wunstorf (dh). Die Fund­stel­le des Sied­lungs­ge­län­des liegt am süd­öst­li­chen Rand des Wunstor­fer Gewer­be­ge­biets, gegen­über der Nagel GmbH, an der Adolf-Oes­ter­held-Stra­ße. Die Bezirks­ar­chäo­lo­gie Han­no­ver des Nie­der­säch­si­schen Lan­des­am­tes für Denk­mal­pfle­ge ord­ne­te eine genaue­re Unter­su­chung an, nach­dem auf dem Are­al zuvor bereits eini­ge Objek­te gefun­den wor­den waren. Eine Fach­fir­ma aus Isern­ha­gen nahm dar­auf­hin Son­die­rungs­ar­bei­ten vor, die den Ver­dacht auf das Vor­han­den­sein archäo­lo­gi­scher Fun­de bestä­tig­te.

Archäo­lo­gi­sche Unter­su­chung

Die Aus­ma­ße der Fun­de konn­ten dabei bereits durch die Son­die­rungs­ar­bei­ten grob auf das Zen­trum des künf­ti­gen Gewer­be­parks ein­ge­grenzt wer­den. Um die­ses Are­al für die Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft Gewer­be­park Wunstorf Süd frei­ge­ben zu kön­nen, wur­de es dar­auf­hin voll­stän­dig archäo­lo­gisch unter­sucht. Die Unter­su­chung erfolg­te in 6 bis 8 Meter brei­ten in Ost-West-Rich­tung ver­lau­fen­den Such­fel­dern, soge­nann­te Schnit­te, die im Mit­tel 200 Meter lang waren. Ein­zel­ne Such­kor­ri­do­re waren auch 250 Meter lang.

Sied­lung aus der Bron­ze­zeit

Auf dem gesam­ten Are­al konn­ten auf die­se Wei­se ins­ge­samt 891 Aus­gra­bungs­ob­jek­te loka­li­siert wer­den, die größ­ten­teils zu einem urge­schicht­li­chen Sied­lungs­platz gehör­ten. Im öst­li­chen Mit­tel­teil des Are­als tra­ten dabei die meis­ten Fun­de auf, in die­sem Bereich war offen­bar das Zen­trum der eins­ti­gen Sied­lung.

In die­sen „Kor­ri­do­ren“ wur­de gear­bei­tet | Foto: pri­vat

Dar­auf wei­sen auch min­des­tens neun Gebäu­de­grund­ris­se hin, die Über­res­te von Gebäu­den in Pfos­ten­bau­wei­se sind. Der Groß­teil die­ser Gebäu­de wur­de durch einen klei­nen Gra­ben ein­ge­fasst, wel­cher nur noch stel­len­wei­se erhal­ten ist. Im Nor­den der Flä­che fan­den sich außer­dem die Res­te eines rund 20 Meter lan­gen Gebäu­des.

Pfeil­spit­zen und Kera­mi­ken

Neben den Spu­ren wei­te­rer Pfos­ten­bau­ten wur­de auf der Unter­su­chungs­flä­che eine Viel­zahl von Gru­ben doku­men­tiert, die z. T. urge­schicht­li­che Kera­mik, ver­brann­ten Lehm und ther­misch behan­del­te Stei­ne ent­hiel­ten. Nach einer ers­ten Sich­tung des Fund­ma­te­ri­als, wor­un­ter sich auch zwei Silex­pfeil­spit­zen befan­den, geht die Besied­lung die­ses Plat­zes sehr wahr­schein­lich bis in die Bron­ze­zeit und damit bis in das 2. Jahr­tau­send v. Chr. zurück.

Der Gra­bungs­lei­ter Sebas­ti­an Düvel M. A. wird über die Gra­bungs­er­geb­nis­se am Don­ners­tag, den 13.04. um 19.00 Uhr im Hei­mat­ver­ein einen öffent­li­chen Vor­trag hal­ten.

Ter­mi­n­in­fo
13. April 2017
19 Uhr
Stadt­in­fo, Süd­stra­ße 1, 31515 Wunstorf
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