Funkhaus Hannover

Wunstorfer Kunstverein im Radio

Der Kunstverein Wunstorf war am Freitagmittag bei NDR 1 zu hören: Niedersachsen erfuhr, dass Künstler bereits Schlange stehen, um mit dem Verein zu arbeiten, und was es mit der Umbenennung von Wunstorf auf sich hat.

Der Kunstverein Wunstorf im Studio
Mode­ra­to­rin Brit­ta von Lucke mit Karin Ellert, Ingolf Hei­ne­mann und Ire­ne Her­bort | Foto: NDR

Han­no­ver (red). Am 12. Juli unter­hiel­ten sich Karin Ellert, Ingolf Hei­ne­mann und Ire­ne Her­bort mit Mode­ra­to­rin Brit­ta von Lucke eine Stun­de lang in der „Plat­ten­kis­te“ von NDR 1 Nie­der­sach­sen über 35 Jah­re Kunst­ver­ein Wunstorf. Der Ver­ein hat im Lau­fe der Jah­re schon mehr als 100 Aus­stel­lun­gen orga­ni­siert. Alles begann 1984 mit 16 Künst­lern aus der Regi­on. Sie schlos­sen sich zusam­men, um das Kul­tur­le­ben in der Regi­on zu berei­chern – mit Aus­stel­lun­gen, Muse­ums­be­su­chen und so wei­ter, berich­tet Karin Ellert. Das wur­de schwie­rig. Doch in Wunstorf bestand gro­ßes Inter­es­se an der Kunst, und so wur­de ein eige­ner Ver­ein gegrün­det. Am 20. Sep­tem­ber war es dann soweit – unter Regie des Bür­ger­meis­ters wur­de der Ver­ein gegrün­det.

Keine Klassik erwünscht bei NDR 1

Wer erwar­tet hat­te, dass sich die Gäs­te aus Wunstorf im Stu­dio Han­no­ver klas­si­sche­re Stü­cke oder gar einen Tan­go wün­schen wür­den, wur­de natür­lich ent­täuscht, denn das sieht die Oldie/­Pop-Rota­ti­on des Pro­gramms nicht vor. Der NDR hat­te dem Kunst­ver­ein im Vor­feld eine umfang­rei­che Lis­te mit inter­na­tio­na­len und deut­schen Titeln vor­ge­legt, wie Ingolf Hei­ne­mann der Aue­post berich­te­te. Dar­aus konn­ten dann 25 Stü­cke aus­ge­wählt wer­den, aus denen letzt­lich die Musik­re­dak­ti­on das Musik­pro­gramm für die Sen­dung zusam­men­stell­te – Klas­sik war da nicht vor­ge­se­hen. Das erklärt auch, war­um sich Karin Ellert beim Nen­nen „ihres“ Musik­wun­sches gleich zu Beginn der Sen­dung ver­has­pel­te.

Kunstorf“

Eine leben­di­ge Kul­tur­sze­ne in Wunstorf soll eben­so wie vie­le Vor­trä­ge, Exkur­sio­nen und Gespräch die Wunstor­fer zur Kunst locken, umriss Geschäfts­füh­rer Ingolf Hei­ne­mann die Auf­ga­ben des Kunst­ver­eins. Er selbst stu­dier­te einst Kom­mu­ni­ka­ti­on – das war die neue Aus­rich­tung der Kunst­päd­ago­gik der spä­ten 60er Jah­re. So stieg er dann in die Pra­xis ein. Doch sein pri­va­tes Hob­by – Foto­gra­fie – ließ ihn nicht los, und so kam es zu einer Aus­stel­lung. Sol­che Aus­stel­lun­gen und Muse­en über­haupt besucht Ire­ne Her­bort mit gro­ßem Ver­gnü­gen. Sie erin­nert sich gern an den Kunst­un­ter­richt in der Schu­le, bei dem vie­le ver­schie­de­ne Pro­jek­te bear­bei­tet wur­den – und die hat sie noch alle zuhau­se und weiß auch noch die Noten, lächelt sie. Inso­fern pfleg­te sie von frü­hes­ter Jugend an ihr gro­ßes Kunst­in­ter­es­se.

INFO: Plat­ten­kis­te
Von Mon­tag bis Frei­tag heißt es zwi­schen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Nie­der­sach­sen „Die Plat­ten­kis­te – Hörer machen ein Musik­pro­gramm“. Die Sen­dung wird kom­plett von den Gäs­ten gestal­tet. In der Sen­dung kön­nen sich Ver­ei­ne, Clubs, Orga­ni­sa­tio­nen vor­stel­len – egal ob Chor, Surf­club, Thea­ter- oder Selbst­hil­fe-Grup­pe. Das For­mat lief bereits in den 90er Jah­ren bei NDR 2 und wur­de nach der dor­ti­gen Ein­stel­lung von NDR 1 Nie­der­sach­sen fort­ge­führt.

Wunstorf ist Kunst­orf“, for­mu­liert Ingolf Hei­ne­mann, das hat er auch mit einem umge­kleb­ten Orts­schild demons­triert. Ful­mi­nant begann das Jahr mit dem Tanz der Sin­ne im Jubi­lä­ums­pro­gramm. Das Kon­zert dazu wur­de sogar im Stadt­thea­ter gege­ben. Die Aus­stel­lung kam gut an. Auch die Musik­bei­trä­ge bei der Ver­nis­sa­ge erreg­ten Auf­se­hen – der Lied­vor­trag der Bra­si­lia­ne­rin begeis­ter­te Karin Ellert beson­ders. Kas­sen­war­tin Her­bort schätzt natür­lich auch die Hil­fe der Spon­so­ren, die in die­sem Jahr erst­mals ein­ge­la­den wur­den zu Live­mu­sik und Gesprä­chen mit den drei Künst­lern der dies­jäh­ri­gen Aus­stel­lun­gen.

Die beleuchtete Abtei Wunstorf
In der Abtei fin­den die Aus­stel­lun­gen des Kunst­ver­eins statt | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Die Abtei als die gute Stube der Stadt

So eine Aus­stel­lung vor­zu­be­rei­ten, dau­ert von der Idee bis zur Umset­zung etwa ein Jahr. Ingolf Hei­ne­mann ver­fügt nach meh­re­ren Jahr­zehn­ten Kunst­ar­beit über ein ent­spre­chen­des Netz­werk, freut sich aber auch über die vie­len Anfra­gen von Künst­le­rin­nen und Künst­lern, die gern mal in die Abtei nach Wunstorf kom­men möch­ten. In die­sem Jahr sind zu den drei gro­ßen Aus­stel­lun­gen 15 wei­te­re Events geplant: Kon­zer­te, Exkur­sio­nen nach Wei­mar, der Besuch eines Kunst­films im Kino von Münche­ha­gen und vie­les mehr.

Das Video zum Stu­dio­be­such kann hier ange­se­hen wer­den, die Musik­ti­tel sind aus recht­li­chen Grün­den ent­fernt wor­den: Kunst­ver­ein Wunstorf bei der NDR 1 Plat­ten­kis­te

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