100 Jahre Weimarer Republik

Zeitreise in das Wunstorf der 20er Jahre

2019 ist es so weit: Die erste deutsche Demokratie wäre 100 Jahre alt geworden. In Wunstorf wird an die Epoche mit Ausstellungen und vielen Aktionen erinnert werden. Doch schon dieses Jahr beginnen die ersten Veranstaltungen dazu. Alle Wunstorfer können mithelfen: Die Initiatoren suchen noch nach Material aus dieser Zeit.

Die Mit­glie­der des Arbeits­krei­ses pla­nen die Ver­an­stal­tungs­rei­he | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (ds). Nächs­tes Jahr wird es his­to­risch in Wunstorf: es ist dann 100 Jah­re her, dass die Wei­ma­rer Repu­blik gegrün­det wur­de und das Kai­ser­reich ablös­te. Die Ent­wick­lun­gen der dama­li­gen Zeit präg­ten auch die Auestadt – und vor allem das Ende der ers­ten deut­schen Repu­blik war auch in Wunstorf und den Dör­fern spür­ba­rer, als vie­le heu­te den­ken. Kom­mu­nis­ten und Natio­nal­so­zia­lis­ten oder Demo­kra­ten und Umstürz­ler gerie­ten in den 30er Jah­ren auch in Stein­hu­de, Klein Hei­dorn und Wunstorf in bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Zustän­den anein­an­der.

Die Wei­marar Repu­blik war jedoch mehr als Poli­tik: vie­les ent­wi­ckel­te sich in die­sen Jah­ren. Kino oder Sport wur­den Mas­sen­phä­no­me­ne, Nach­kriegs­zeit und Infla­ti­on präg­ten die jun­ge Demo­kra­tie eben­so wie Zukunfts­hoff­nun­gen und Auf­bruch­stim­mung.

Weimar in Wunstorf

Wie wur­de die Wei­ma­rer Repu­blik in Wunstorf ange­nom­men, wor­an ist sie geschei­tert? Die Ereig­nis­se sol­len vor allem auf loka­ler Ebe­ne beleuch­tet wer­den. Doch nicht nur Rück­schau wird es sein, son­dern auch Anre­gung zur Aus­ein­an­der­set­zung mit der Demo­kra­tie in der heu­ti­gen Welt, die immer wie­der neu errun­gen wer­den muss – denn das sind die Leh­ren aus der deut­schen Ver­gan­gen­heit: Wenn die Zahl der Ver­fech­ter der Demo­kra­tie abnimmt, dann ist auch die Demo­kra­tie als sol­che gefähr­det.

Viel im Programm

Die Pla­nun­gen lau­fen bereits. Eine brei­te Alli­anz aus u. a. Stadt­ar­chiv, Fischer- und Weber­mu­se­um, Wunstor­fer Hei­mat­ver­ein, Forum Stadt­kir­che, See­pro­vinz-Orts­ge­mein­schaft des Schaum­burg-Lip­pi­schen Hei­mat­ver­eins und Höl­ty-Gym­na­si­um hat sich in einem Arbeits­kreis zusam­men­ge­fun­den, um die Ver­an­stal­tungs­rei­he auf die Bei­ne zu stel­len.

Man hat sich bereits vie­le Gedan­ken gemacht, wie man den Wunstor­fern einen span­nen­den Ein­blick in längst ver­gan­ge­ne Tage ermög­li­chen kann. Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch wur­den die ers­ten Pla­nun­gen im Rat­haus vor­ge­stellt. Auch das Logo zur Ver­an­stal­tungs­rei­he wur­de bereits prä­sen­tiert: eine Sil­hou­et­te von Wunstorf samt Stein­hu­der Meer vor einer auf­ge­hen­den Son­ne. Auch der end­gül­ti­ge Titel wur­de nun fest­ge­legt: „Wunstorf in der Wei­ma­rer Repu­blik – Demo­kra­tie zwi­schen den Kata­stro­phen“ lau­tet das The­ma samt Unter­ti­tel.

Die­ses Logo wird auf die Ver­an­stal­tun­gen hin­wei­sen | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Zwei gro­ße Aus­stel­lun­gen soll es geben, in der Stadt­kir­che und in den Stein­hu­der Muse­en. Dazu kommt ein „bun­ter Rei­gen“ als Begleit­pro­gramm. Zum Bei­spiel ein Ton­film-Abend, an dem Fil­me aus der dama­li­gen Zeit auf­ge­führt wer­den, eine Podi­ums­diss­kus­si­on oder eine Thea­ter­auf­füh­rung. In Stein­hu­de wird man ins­be­son­de­re auch die Stein­hu­der Meer-Bahn und den damals begin­nen­den Tou­ris­mus, aber auch den Wirt­schafts­stand­ort Stein­hu­de in den Fokus neh­men. Ab dem 9. Mai 2019 wer­den die Aus­stel­lun­gen für meh­re­re Wochen zu sehen sein.

Wer hat Erinnerungsstücke aus der damaligen Zeit?

Die Mit­hil­fe der Wunstor­fer ist wei­ter gefragt: Wer zeit­ge­nös­si­sches Mate­ri­al zu Hau­se hat, wird gebe­ten, es für die Aus­stel­lun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Das müs­sen nicht poli­tisch gefärb­te Din­ge (z. B. Fotos und Doku­men­te der damals so genann­ten „Bür­ger­vor­ste­her“) sein, gesucht wer­den auch Expo­na­te aus All­tag, Kul­tur und Sport, z. B. Ver­eins­do­ku­men­te, Tro­phä­en, Foto­gra­phi­en, Poe­sie­al­ben, Schrift­stü­cke usw., die einen Ein­blick in die dama­li­ge Zeit in und um Wunstorf ver­mit­teln. Wer hel­fen kann, möge sich bit­te an die Stein­hu­der Muse­en oder ans Stadt­ar­chiv Wunstorf wen­den.

Das Begleit­pro­gramm star­tet schon die­ses Jahr: Bereits am 18. Janu­ar hält Stadt­ar­chi­var Klaus Fesche einen Vor­trag zur Wei­ma­rer Repu­blik in Mes­mero­de, und am 15. Novem­ber refe­riert Peter Schul­ze über die Revo­lu­ti­on 1918/1919 in Han­no­ver.

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