100 Jahre Weimarer Republik

Zwi­schen Zep­pe­lin und Har­ley-David­son

Der Zep­pe­lin über dem Stein­hu­der Meer und ein Motor­rad­ren­nen quer durch Wunstorf – nur eini­ge der Moment­auf­nah­men, die unse­re Vor­fah­ren in der Auestadt zu Zei­ten der Wei­ma­rer Repu­blik erle­ben konn­ten. Das Stadt­ar­chiv fragt: Wer hat wei­te­re Erin­ne­rungs­stü­cke?

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Das Stadt­ar­chiv Wunstorf sucht „Erin­ne­rungs­stü­cke“ der Wei­ma­rer Repu­blik. | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (red). Geschich­te wie­der­holt sich nicht, doch die Par­al­le­len schei­nen manch­mal erschre­ckend. Die aktu­el­len Gescheh­nis­se und Sze­nen in Chem­nitz erin­nern an eine der dun­kels­ten Zei­ten der deut­schen Geschich­te – knapp 100 Jah­re ist es inzwi­schen her, dass sich auch in Wunstorf Rechts und Links gewalt­be­reit gegen­über­stan­den und die Demo­kra­ten auf die Stra­ßen zwan­gen.

Wei­mar“ war auch eine gol­de­ne Zeit

1918 ende­te der ers­te Welt­krieg, die Wei­ma­rer Repu­blik füll­te das Vaku­um des unter­ge­gan­ge­nen Kai­ser­reichs – eine Zeit poli­ti­scher Umbrü­che, die letzt­lich im Drit­ten Reich und dem 2. Welt­krieg mün­de­ten. „Wei­mar“, die­ser Begriff bleibt untrenn­bar mit der geschei­ter­ten ers­ten deut­schen Demo­kra­tie ver­bun­den.

Doch es war nicht nur eine dunk­le Zeit: Man spür­te damals auch den Auf­bruch, die Moder­ne, ein neu­es Zeit­al­ter. Tech­nik und Gesell­schaft mach­ten einen gro­ßen Sprung nach vorn, neue Erfin­dun­gen erober­ten die Welt, neue Sport­ar­ten ver­brei­te­ten sich – und das alles spiel­te sich auch in Wunstorf ab. Die „Gol­de­nen 20er Jah­re“ – auch das ist ein Teil der Wei­ma­rer Repu­blik.

Wei­ma­rer Zeit wird wie­der leben­dig

All die­se Sei­ten will man in Wunstorf wie­der zei­gen. Zum 100-jäh­ri­gen „Geburts­tag“ der Wei­ma­rer Zeit hat der Arbeits­kreis Geschich­te schon aller­hand vor­be­rei­tet – eine gro­ße Aus­stel­lung an meh­re­ren Schau­plät­zen wird es im kom­men­den Jahr in der Auestadt geben und die dama­li­ge Zeit wie­der anschau­lich wer­den las­sen. Man wird ein­tau­chen kön­nen in die Geschich­te einer Zeit, die sich auch hier in Wunstorf in all ihren wech­sel­vol­len Facet­ten abge­spielt hat.

Die Aus­stel­lung nimmt all­mäh­lich kon­kre­te For­men an. Vie­le Schau­ta­feln sind schon in letz­ter Vor­be­rei­tung, und bereits sie ver­mit­teln einen fas­zi­nie­ren­den Ein­druck in die Umbrü­che der dama­li­gen Epo­che. Doch es soll mög­lichst noch viel kon­kre­ter wer­den … Beim Wunstor­fer Stadt­ar­chiv lau­fen die Fäden zusam­men – und Stadt­ar­chi­var Klaus Fesche fragt: Wer hat noch Erin­ne­rungs­stü­cke aus der dama­li­gen Zeit, den 1920er und 1930er Jah­ren, die die Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik in Wunstorf spie­geln? Das kön­nen Fotos sein, alte Urkun­den, Poka­le, aber auch poli­ti­sche Doku­men­te oder sogar Gebrauchs­ge­gen­stän­de, die aus der dama­li­gen Zeit stam­men. Wer hel­fen kann, soll­te sich mit dem Stadt­ar­chiv in Ver­bin­dung set­zen, mög­lichst jetzt, denn die Dead­line steht Ende des Jah­res.

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