Kultur

Umbruch Ost - Lebenswelten im Wandel

Zwischen Mauerfall und Schrippen

Mit einer Poster-Schau erinnert das Forum Stadtkirche in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv bis zum 16. Oktober an die Tage der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und beleuchtet die Entwicklung in den vergangenen 30 Jahren. Stadtarchivar Klaus Fesche hat die Ausstellung Berliner Wissenschaftler aus Wunstorfer Sicht ergänzt.

Ausstellungseröffnung Umbruch Ost
Bürgermeister Eberhardt bei der Ausstellungseröffnung | Foto: Achim Süß

Wunstorf (as). Die junge Angela Merkel zur Wendezeit, freudentrunkene Menschen beim Mauerfall, eine stolze Bäckerin mit echten Schrippen: Die Zusammenstellung von Stefan Wolke und seinen Kollegen ruft in der Stadtkirche Ereignisse und Erlebnisse aus den Jahren seit 1990 in Erinnerung. Der wissenschaftliche Direktor des Berliner DDR-Museums hat mit „Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel“ Denkanstöße für jedermann geliefert.

Die Ausstellung thematisiert mit Bildern und Texten die Erwartungen und das Vertrauen, das die Ostdeutschen mit der Wiedervereinigung verbunden hatten. Sie ruft die innerdeutsche Solidarität und Hilfsbereitschaft in Erinnerung, die die Anfangszeit prägten. Die Schau erzählt von den Neuanfängen und Aufbrüchen, wie auch vom Willen, die SED-Diktatur aufzuarbeiten. Freude und Begeisterung jener Wendezeit werden deutlich, aber auch Verzweiflung, Ängste und Wut. Aktuelle Entwicklungen wie der Rechtsextremismus bleiben nicht unerwähnt.

Ausstellungseröffnung Umbruch Ost
Stadtarchivar Klaus Fesche zeigt den Begleitkatalog | Foto: Achim Süß

Kurzfristige Chance

Bis zum 16. Oktober ist die Stadtkirche dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags von 15 Uhr bis 17 Uhr, freitags auch von 10 Uhr bis 12 Uhr sowie am Sonnabend, den 3. Oktober, von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Es gilt Maskenpflicht und die Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern. Höchstens 16 Besucher dürfen gleichzeitig in der Kirche sein.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt lobte am Donnerstag Vormittag das Zusammenwirken von Stiftsgemeinde, Forum Stadtkirche und Stadtarchiv bei der Organisation. Sehr kurzfristig habe die Stadt die Chance erhalten, die Poster zu zeigen, und Stadtarchiv und Forum hätten spontan „vorbildliche Arbeit“ geleistet. Eberhardt nutzte die Gelegenheit, seine persönlichen Erfahrungen während und nach der Wende zu schildern. Es sei der Entschlussfreudigkeit des Forums Stadtkirche zu verdanken, dass die Verwirklichung nach der Absage des Heimatvereins geklappt habe, berichtete Archivar Klaus Fesche. Wunstorf sei – wie so oft in der Geschichte – nach dem Mauerfall gleich Teil der Geschichte geworden: Schon am ersten Wochenende danach seien 400 Bürger der ehemaligen DDR nach Wunstorf und Steinhude gekommen, Stadtverwaltung und Post außer der Reihe geöffnet worden, um Begrüßungsgeld auszuzahlen.

Der Eintritt in die Schau ist kostenlos, der umfangreiche Katalog kostet 10 Euro.

Ausstellungseröffnung Umbruch Ost
Schautafel in der Ausstellung | Foto: Achim Süß

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