Aktu­el­les vom Stein­hu­der Meer

Ein­mal im Jahr fin­det die Boots­tour des CDU-Orts­ver­bands Stein­hu­de statt, bei dem sich die Teil­neh­mer einen per­sön­li­chen Ein­druck über die Situa­ti­on auf dem Stein­hu­der Meer machen und bei die­ser Gele­gen­heit auch über die neus­ten Ent­wick­lun­gen infor­miert wer­den. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, den 26. 8. stach die Grup­pe mit zwei Boo­ten in See. Es ging vor allem um die Schad­stoff­be­las­tung und -ver­mei­dung im Gewäs­ser, den Fisch­be­stand sowie wei­te­re Ent­schlam­mungs­ar­bei­ten.

Christiane Schweer informiert die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen | Foto: Privat
Chris­tia­ne Schweer infor­miert die Teil­neh­mer über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen | Foto: Pri­vat

Chris­tia­ne Schweer, Spit­zen­kan­di­da­tin der CDU für den Orts­rat Stein­hu­de, berich­te­te über Gesprä­che mit dem Nie­der­säch­si­schen Lan­des­amt für Was­ser­wirt­schaft und Küs­ten­schutz (NLW­KN). Dem­nach wur­den vom Lan­des­amt in die­sem Jahr für den Düm­mer und das Stein­hu­der Meer Gel­der in Mess­bo­jen inves­tiert. Die­se über­mit­teln täg­lich per Daten­fern­über­tra­gung die Tem­pe­ra­tur, den Sauer­stoff­ge­halt sowie die Nähr­stoff­be­las­tung. Nach Aus­kunft des NLW­KN wären Blau­al­gen in die­sen Jahr sehr prä­sent. Im Ver­gleich zu ande­ren Seen sei­en es eher wenig, es han­de­le sich aber um Arten, die sich lei­der an der Ober­flä­che sam­meln.

Mes­sun­gen zur Phos­pat­be­las­tung

Brand­ak­tu­ell sei die Infor­ma­ti­on, dass im Herbst erst­ma­lig Mes­sun­gen im Ein­zugs­ge­biet des Gewäs­ser­zu­flus­ses Winz­la­rer Grenz­gra­ben durch­ge­führt wür­den. Aus die­sen Mes­sun­gen kön­ne man die Phos­phat­be­las­tung in die­sem land­wirt­schaft­lich inten­siv genutz­ten Bereich ermit­teln. Mit der Bekannt­ga­be der ers­ten Ergeb­nis­se ist zum nächs­ten Stein­hu­der Meer-Forum der Domä­nen­ver­wal­tung zu rech­nen.

Zur wei­te­ren Ver­min­de­rung der Ein­lei­tung von Schad­stof­fen, ins­be­son­de­re von Phos­phor, sei­en wei­te­re Umlei­tungs­maß­nah­men des Ober­flä­chen­was­sers zwin­gend not­wen­dig. Dazu müs­se jedoch das Regen­rück­hal­te­be­cken erwei­tert und Boden­fil­ter im Bereich der Förs­t­erwie­se ein­ge­baut wer­den. Zur Finan­zie­rung gebe es EU-För­der­mit­tel aus dem PFEIL/E­LER-Topf, wel­che das Pro­jekt zu 90 % finan­zie­ren könn­ten, so dass die Stadt Wunstorf sich mit nur 10 % betei­li­gen müss­te. Die CDU wird hier­zu mit dem Bür­ger­meis­ter und den zustän­di­gen Fach­leu­ten der Ver­wal­tung in Kon­takt tre­ten, um die­ses Vor­ha­ben zu bespre­chen und zu unter­stüt­zen.

Bezüg­lich der Ent­schlam­mung teil­te Schweer wei­ter mit, dass vor eini­gen Wochen Vor­pei­lun­gen des NLW­KN an der Nord­sei­te des Stein­hu­der Mee­res statt­ge­fun­den haben, um die pro­ble­ma­ti­schen Berei­che zu iden­ti­fi­zie­ren. Nach der Sai­son soll hier ent­schlammt wer­den.

Wie­der freie Bahn für die Fische

Auch die lang­ersehn­te und viel bespro­che­ne „Fisch­trep­pe“, eine Maß­nah­me, die den Fisch­be­stand im Stein­hu­der Meer sichern soll, soll nun end­lich kom­men. Seit­dem am Meer­bach, dem ein­zi­gen Abfluss des Stein­hu­der Mee­res, ein Wehr gebaut wur­de, ist der Weg für Fische ins Stein­hu­der Meer ver­sperrt. Strom­auf­wärts ist bis­lang Schluss an die­sem künst­li­chen Hin­der­nis zur Was­ser­re­gu­lie­rung. Die CDU setzt sich daher seit lan­gem für den Bau der „Fisch-Umge­hungs­stra­ße“ ein, die es den Tie­ren wie­der ermög­li­chen soll, ins Meer zu gelan­gen, was die Arten­viel­falt schützt.

Info: Fisch­trep­pen
infoFisch­trep­pen die­nen dem Natur- bzw. Tier­schutz. Wo die natür­li­chen Wan­der­we­ge der Tie­re durch den Men­schen ver­sperrt wer­den, z. B. durch den Bau von Weh­ren, sind Fisch­trep­pen eine Lösung, um den Fischen das Errei­chen ihrer ange­stamm­ten Gewäs­ser zu ermög­li­chen. Nicht nur Fische, auch alle ande­ren Was­ser­le­be­we­sen in Fließ­ge­wäs­sern sind dar­auf ange­wie­sen, ihren Weg durch die Was­ser­läu­fe unge­hin­dert fort­set­zen zu kön­nen. Fisch­trep­pen las­sen durch ihre Bau­wei­se kaum Was­ser durch, bil­den aber eine durch­gän­gi­ge, nicht zu star­ke Strö­mung, in der die Fische pas­sie­ren kön­nen.

Eigent­lich soll­te die Fisch­trep­pe schon 2015 gebaut wer­den, doch dar­aus wur­de nichts. Das Lan­des­amt teil­te auf Nach­fra­ge von Chris­tia­ne Schweer mit, dass jedoch noch in die­sem Herbst mit der Errich­tung zu rech­nen sei. Damit wäre der Zustand, dass das Stein­hu­der Meer momen­tan das ein­zi­ge Gewäs­ser in Nie­der­sach­sen ohne Fisch­trep­pe ist, beho­ben.

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