3. Oktober

Bäume pflanzen zum Tag der Deutschen Einheit

29 Jahre deutsche Wiedervereinigung: In Kiel wird mit einem Festakt gefeiert, und dazu soll ein neuer Wald entstehen. Auch in Wunstorf sollen Einheitsbäume gepflanzt werden.

Baum
Baum­pflanz­ak­ti­on zum Tag der Deut­schen Ein­heit | Foto: pri­vat

Wunstorf/Kiel/Berlin (red). Heu­te vor 29 Jah­ren wur­de die deut­sche Wie­der­ver­ei­ni­gung besie­gelt: Die DDR trat der Bun­des­re­pu­blik bei. Seit­dem ist der 3. Okto­ber in Deutsch­land Natio­nal­fei­er­tag. Doch was wird eigent­lich gefei­ert? Der Fall der Mau­er? Die Wie­der­ver­ei­ni­gung eines Vol­kes? Die Ver­ei­ni­gung zwei­er Völ­ker? Die Über­win­dung der DDR-Dik­ta­tur? Der Bei­tritt der DDR zur BRD? Von allem ein biss­chen?

Damals unvorstellbar

Vor der fried­li­chen Revo­lu­ti­on im Herbst 1989 dach­te nie­mand im Traum dar­an, dass die DDR bald nicht mehr exis­tie­ren könn­te. Dass auch die DDR-Bür­ger wei­ter­hin zum gemein­sa­men deut­schen Volk gehör­ten, war zwar in der Bun­des­re­pu­blik Staats­dok­trin, doch man hat­te sich mit dem „zwei­ten deut­schen Staat“ arran­giert. Selbst nach dem Fall der Mau­er sahen nicht weni­ge DDR und BRD für die Zukunft zemen­tiert: über eine Föde­ra­ti­on wur­de nach­ge­dacht, aber eine sofor­ti­ge Wie­der­ver­ei­ni­gung? Das erschien selbst im Früh­jahr 1990 noch als Uto­pie. Eine Uto­pie, die Wirk­lich­keit wur­de, als die Regie­rung Kohl bei den Alli­ier­ten die Gunst der Stun­de nutz­te und sich für die Wie­der­ver­ei­ni­gung ein­setz­te – und bei den ers­ten frei­en DDR-Wah­len im März 1990 die Ost-CDU gewann und unter Lothar de Mai­ziè­re eine bür­ger­li­che Regie­rung bil­de­te.

Weiter getrennt

Doch wie sehr die Ein­heit Wirk­lich­keit wur­de, ist heu­te umstrit­te­ner denn je. In der Wirt­schafts­ent­wick­lung, bei den Ein­woh­ner­zah­len, bei den Löh­nen und Gehäl­tern, bei der Arbeits­lo­sig­keit und der poli­ti­schen Ori­en­tie­rung ver­läuft auch drei Jahr­zehn­te nach dem Fall der Mau­er noch immer eine unsicht­ba­re Linie mit­ten durch Deutsch­land – genau dort, wo damals die inner­deut­sche Gren­ze lag. Ver­glei­che gezo­gen wer­den nicht zwi­schen Nie­der­sach­sen und Thü­rin­gen, zwi­schen Bay­ern und Bran­den­burg, son­dern zwi­schen „den“ West­deut­schen und „den“ Ost­deut­schen – nicht geo­gra­phisch, son­dern eth­nisch moti­viert. Und auch beim Spit­zen­per­so­nal wird immer wie­der genau hin­ge­se­hen: Sind Poli­ti­ker und Unter­neh­mer im Osten eigent­lich „Wes­sis“?

Tag der deutschen Einheit 1990
Tag der deut­schen Ein­heit am 3. Okto­ber 1990 in Ber­lin | Foto: Bundesarchiv/Peer Grimm, lizen­ziert unter CC-BY-SA 3.0

Dass die­se Über­le­gun­gen noch immer ange­stellt wer­den, scheint zu bewei­sen, dass die viel­zi­tier­te Mau­er in den Köp­fen noch immer sehr prä­sent ist. Fast drei Jahr­zehn­te der Ein­heit schei­nen nicht aus­ge­reicht zu haben, Deutsch­land ohne die Ost-West-Bril­le zu betrach­ten. Einem Zeit­raum, der nun grö­ßer ist, als die Ber­li­ner Mau­er stand. Die befes­tig­te Gren­ze zwi­schen den bei­den Deutsch­lands stand nur 28 Jah­re lang.

Einheitsbuddeln

Unter­des­sen wird der Tag der Deut­schen Ein­heit die­ses Jahr in Schles­wig-Hol­stein began­gen. Anläss­lich des Fest­ak­tes in Kiel hat das Land Schles­wig-Hol­stein auch die Akti­on „Ein­heits­bud­deln“ ins Leben geru­fen. Was klingt, als wür­de man wei­ter an den vor­han­de­nen gesell­schaft­li­chen Grä­ben zwi­schen Ost und West bud­deln wol­len, meint die Baum­pflanz­ak­ti­on zum Tag der Deut­schen Ein­heit. Alle Men­schen in Deutsch­land sind dazu auf­ge­ru­fen, zum 3. Okto­ber einen Baum zu pflan­zen – und dann jedes Jahr wie­der, gegen das Wald­ster­ben und die Kli­ma­kri­se.

Die Wunstor­fer Grü­nen fin­den die Idee so toll, dass sie sie aktiv unter­stüt­zen: Die Vor­stel­lung, dass jeder Wunstor­fer einen Baum pflan­zen, und dadurch an einem Tag allein 41.000 neue Bäu­me ste­hen wür­den, wäre toll.

Mitmachen kann jeder

Dus­tin Meschen­mo­ser von den Wunstor­fer Grü­nen sag­te dazu: „Es gibt die ver­schie­dens­ten Wege mit­zu­ma­chen: Zuhau­se pflan­zen: Wer einen eige­nen Gar­ten hat, pflanzt dort am 3. Okto­ber einen Baum. Spen­den: Wer selbst kei­nen Baum pflan­zen kann, kann einen Baum spen­den. Unter­stüt­zer wer­den: Den Akti­ons­auf­ruf in den sozia­len Medi­en tei­len. Damit kön­nen alle hel­fen, die Idee zum Erfolg zu machen. Auch Unter­neh­men, Ver­ei­ne, Kir­chen, Par­tei­en usw. sind dazu ein­ge­la­den, mit­zu­ma­chen und z. B. eigen­ver­ant­wort­lich eine Baum­pflanz­par­ty zu orga­ni­sie­ren.“

Alle, die nicht auf eige­nem Grund einen Baum pflan­zen wol­len, müss­ten natür­lich vor­her abklä­ren, ob sie dies dort auch dürf­ten, fügt Spre­cher der Grü­nen Wunstorf und Mit­glied des Stadt­ra­tes Andre­as Litz­ke hin­zu: „Wir hof­fen, dass unser Wunstorf am Ran­de des Natur­parks Stein­hu­der Meer mit die­ser Akti­on ein vor­bild­li­ches Zei­chen für die Umwelt und das Kli­ma setzt.“

Bil­der von den in Wunstorf gepflanz­ten Bäu­men sam­meln die Grü­nen auf ihrer Web­sei­te. Wer mit­ma­chen will, schickt ein Bild über Face­book oder die Web­sei­te.

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