LokalpolitikSteinhude

Ein Fährverkehr zur Badeinsel?

Die Interessen der Badeinselbesucher und der Anwohner in Steinhude gehen teils deutlich auseinander. Das wurde auf der jüngsten SPD-Abteilungsversammlung deutlich.

Badeinselbrücke
Brücke zur Badeinsel | Foto: Daniel Schneider

Steinhude (red). Das Thema Badeinsel war auf ein so großes Interesse gestoßen, dass die vorgesehenen Plätze in der Gaststätte Haus am Meer nicht ausreichten. Der Vorsitzende der SPD-Abteilung Steinhude, Walter Sternberg, freute sich über den großen Zuspruch. Als Mitglied des Orts- und Stadtrates berichteten Ulrike Pickert-Maaß und Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer über die für Steinhude bedeutsamen Entscheidungen der letzten Monate wie Straßenausbaubeiträge, Anbau für das Hölty-Gymnasium als Folge der Schließung des Schulzentrums Steinhude, die Entwicklung bei Kali und Salz, der Ausbau des Weges zwischen Hafenstraße und Nordlandgelände, die Planungen einer neuen Kita am Kellerbusch und das neue Tourismuskonzept der SMT.

Einen Kiosk für die Badeinsel

Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer sagte einleitend zum Thema Badeinsel, dass diese ein Kleinod für Steinhude sei, da die Badeinsel in vielerlei Hinsicht sehr attraktiv sei und bleiben solle. Ihr einziger Nachteil sei, dass der Zugang durch ein Wohngebiet führe. Winterfeste Toiletten seien eine Notwendigkeit, ebenso eine sinnvolle Saisongastronomie. Das Gebäude Meereslauschen habe durchaus einen prägenden Charakter.

Der Ortsrat ist sich einig, dass eine Saisongastronomie die Bedürfnisse abdeckt. Die Politik habe die Aufgabe, die Balance für die unterschiedlichen Interessen und Nutzungen von Badebetrieb bis Naturschutz sinnvoll herzustellen. In Verbindung mit der beschlossenen neuen Toilette auf der Badeinsel würde die Politik dort gerne auch einen Kiosk und Duschen errichten, damit die Zahl der Imbisswagen und Buden auf der Insel deutlich reduziert werden. Der auch anwesende Pächter Jürgen Stach würde den Betrieb gerne zeitlich weiter ausdehnen

Anwohner beklagen Lärm

In der Diskussion klagten die Anwohner über die Belastungen durch Veranstaltungslärm und den Parkplatzsuchverkehr. Viele Besucher der Badeinsel hielten bestehende Regeln nicht ein. Außerdem hätte die Zahl der Zeltlager deutlich zugenommen mit teilweise unakzeptablen Auswüchsen und Lärmbelastungen. Hier scheint eine Diskrepanz zwischen den mitgeteilten Veranstaltungen und der Praxis zu bestehen. Jürgen Stach führte aus, dass die Aggression unter den Inselbesuchern zugenommen habe und viele das Hundeverbot missachteten. Deshalb beschäftige die Stadt dort an den Hauptsaisontagen mittlerweile regelmäßig einen Sicherheitsdienst.

In verschiedenen Beiträgen wurde die Arbeit des Bauhofes der Stadt Wunstorf gelobt, der die Ordnung auf der Insel immer sehr schnell wiederherstelle. Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer zitierte aus dem Ortsratsbeschluss zur Badeinsel:

Die Badeinsel ist attraktiv für Übernachtungs- und Tagesgäste. Sie ist weiterzuentwickeln zu einem Ort für Erholung und Entspannung mit angemessenem Rahmen für Freizeit, Spielen, Baden und Sport. (…) Darüber hinaus muss die Badeinsel ihrer Funktion als Rückzugsraum und attraktiver Spielplatz für Anwohner und Gäste des Ortes gerecht werden. Die Möglichkeit für Zeltlager und andere kleinere Veranstaltungen sind gegeben und in geringem Umfang wünschenswert. (…) Der Ortsrat Steinhude wünscht, dass die Badeinsel ein Kleinod zur Erholung bleibt, die touristische Ausrichtung für Übernachtungs- und Tagesgäste attraktiv sein soll, Naturbelassenheit im Vordergrund stehen muss (back to the roots).

Parkplatzsuchverkehr bleibt auf der Tagesordnung

Das zweite große Thema war die Belastung durch den Verkehr für die Anlieger. Viele Touristen parken ihre Autos in den nahen Anliegerstraßen. Für die Lösung wurden zahlreiche Vorschläge genannt: Es sollte mehr Kontrollen geben, man könne auf dem Parkplatz am Hermann-Löns-Weg ein Parkdeck bauen. Es gab Vorschläge, die Besucher der Badeinsel von den Großparkplätzen im Westen Steinhudes mit dem Schiff oder der kleinen Touristenbahn weiterzubefördern.

Auch hier warb Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer für den bestehenden Konsens im Ortsrat Steinhude:

Der PKW-Verkehr im Umfeld der Badeinsel ist an vielen Saisontagen für die Anlieger zu einer echten Belastung geworden. (…) Der Ortsrat wünscht für den Bereich der Badeinsel eine Beschränkung des PKW-Verkehrs auf der Badeinsel auf absolute Ausnahmen, eine verstärkte Verkehrssteuerung durch “Park and Ride”, eine regelmäßige Anbindung durch die Touristenbahn, zusätzlich eine regelmäßige Anbindung durch die Berufsschifffahrt, Einführung eines Kombitickets “Park & Sail”.

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Auepost Redaktion

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1 Kommentar

  1. Das hört sich nach “Zoff allerersten Güte” an.

    Ich werde nicht parteilich, aus dem schnöden Grund, dass mir sämtliche der hier genannten Argumente durchaus schlüssig erscheinen.

    Dass die Anwohnenden der Badeinsel sich durch Lärmbelästigungen wie durch zurückgelassen Müll bei den zahlreichen auf der Insel stattfindenden Partys mächtig gestört fühlen, ist mir gut verständlich.

    Genauso hingegen auch der oftmals vorgetragene Wunsch nach einer WC-Anlage und einem ausgeweiteten gastronomischen Angebot.

    “Leute: hockt euch zusammen und versucht eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden”.

    Wäre jetzt mal so mein spontaner Gedanke zum Thema…

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