Ein Jahr Wunstor­fer Ampel-Koali­ti­on – Bilanz und Aus­blick

Ver­gan­ge­nen Frei­tag, den 05.01.2018, tra­fen sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von SPD, Bünd­nis 90 – Die Grü­nen und FDP, um nach einem guten Jahr Ampel-Koali­ti­on im Rat der Stadt Wunstorf gemein­sam Bilanz zu zie­hen und einen Aus­blick auf das kom­men­de Jahr zu geben. Wirt­schafts­stand­ort Wunstorf, sozia­ler Wohn­raum, Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen, Wie­der­ein­füh­rung des Wider­spruchs­ver­fah­rens, Ver­kehr, Umwelt- und Kli­ma­schutz und Kin­der­be­treu­ung sind die The­men für 2018.

Wunstorf (nr). Nach gut einem Jahr im Amt haben die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der im Rat der Stadt Wunstorf regie­ren­den Par­tei­en der Ampel-Koali­ti­on Bilanz gezo­gen. Dabei beton­ten alle über­ein­stim­mend, dass sich in den letz­ten 12 Mona­ten eine gute Part­ner­schaft ent­wi­ckelt habe. Die SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de Kirs­ten Rie­del erklär­te, man habe bis­lang in Wunstorf kei­ne Erfah­run­gen mit einer Ampel-Koali­ti­on gehabt, habe jedoch gute Erfah­run­gen mit die­ser Koali­ti­ons­form gemacht. Man arbei­te kon­struk­tiv und respekt­voll mit­ein­an­der, so Frau Rie­del. SPD-Vor­sit­zen­der Tor­ben Klant beton­te, man habe nach der Wahl schnell zusam­men­ge­fun­den. Dies sei in der heu­ti­gen Zeit wohl nicht mehr selbst­ver­ständ­lich, erklär­te Herr Klant mit Blick auf die Bun­des­re­gie­rung.

Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von SPD, Bünd­nis 90 – Die Grü­nen und FDP zie­hen Bilanz (v. l. n. r.: FDP-Par­tei­vor­sit­zen­der Dani­el Far­nung, FDP-Rats­herr Thor­ben Rump, SPD-Vor­sit­zen­der Tor­ben Klant, SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de Kirs­ten Rie­del). | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

In den nächs­ten 12 Mona­ten soll die Arbeit des Rats fol­gen­de Schwer­punk­te haben:

Wirt­schaft

Das Ende des Kali-Berg­werks Sig­munds­hall habe ver­deut­licht, wie wich­tig es sei, als Wirt­schafts­stand­ort attrak­tiv zu blei­ben, erklär­te die SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de Kirs­ten Rie­del. Der Wirt­schafts­stand­ort Wunstorf, ins­be­son­de­re das Gewer­be­ge­biet, sol­len daher wie geplant wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Der­zeit deu­ten sich schon inter­es­san­te Ansied­lun­gen an, berich­te­te Frau Rie­del. Um als Wirt­schafts­stand­ort attrak­tiv zu blei­ben, legen die Ampel-Koali­ti­ons­part­ner Wert dar­auf, dass die Gewer­be­steu­er sta­bil bleibt. Im Gegen­satz zu ande­ren Gemein­den, hat Wunstorf die Gewer­be­steu­er zum Jah­res­be­ginn nicht erhöht.

Sozia­ler Wohn­raum

Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma wird der sozia­le Wohn­raum sein. Die Koali­ti­ons­part­ner sind sich einig, dass ent­ge­gen des durch die Ver­wal­tung vor­ge­stell­ten Wohn­raum­gut­ach­tens mehr bezahl­ba­rer Wohn­raum benö­tigt wird. Dabei lie­ge der Fokus nicht auf den sog. B-Schein-Woh­nun­gen, son­dern auf bezahl­ba­ren Wohn­raum für Fami­li­en mit gerin­gem Ein­kom­men, beton­te Grü­nen-Rats­frau Anne Dalig. Bedarf bestehe ins­be­son­de­re bei klei­nen Woh­nun­gen, da es ver­mehrt Sin­gle­haus­hal­te gäbe. Da die Stadt Wunstorf über wenig kom­mu­na­le Bau­flä­che ver­fü­ge, ver­su­che man die Markt­ent­wick­lung über ande­re Mög­lich­kei­ten zu steu­ern, erklär­te Kirs­ten Rie­del. Als Mög­lich­kei­ten wur­den Auf­la­gen in Bebau­ungs­plä­nen (Bebau­ung mit Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern) genannt. Zudem wer­den pri­va­te Inves­to­ren gesucht und es sol­len För­der­mög­lich­kei­ten durch die NBank geprüft wer­den. Auch eine mög­li­che Mehr­fa­mi­li­en­haus­be­bau­ung im Rand­be­reich des Frei­bad­ge­län­des wur­de ins Spiel gebracht.

Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen

Die SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de Kirs­ten Rie­del lob­te die sozia­le Infra­struk­tur der Stadt. Auch zukünf­tig – so Frau Rie­del – sol­le die sozia­le Infra­struk­tur durch die Poli­tik unter­stützt wer­den. Wunstorf zeich­ne sich aus durch sei­ne vie­len ehren­amt­li­chen Hel­fer und sozia­len Ein­rich­tun­gen, erklär­te die SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de. Den ehren­amt­li­chen Hel­fern und der Stadt­ver­wal­tung sei es auch zu ver­dan­ken, dass die „Flücht­lings­kri­se” in Wunstorf gut bewäl­tigt wur­de. Beim The­ma Flücht­lin­ge soll der Fokus die­ses Jahr auf der Inte­gra­ti­on bspw. durch Sprach­kur­se lie­gen.

Ver­kehr

Die Nord­um­ge­hung kommt und soll das Ver­kehrs­auf­kom­men in der Innen­stadt ent­las­ten. Die bereits seit mehr als 10 Jah­ren vor­han­de­nen Kon­zep­te zum Ver­kehr in Wunstorf sol­len in den nächs­ten Mona­ten auf Aktua­li­tät über­prüft wer­den. Geeig­ne­te Maß­nah­men zur Ver­kehrs­ent­las­tung sei­en z. B. die Umwid­mung von Stra­ßen in Gemein­de­stra­ßen, erklär­te Anne Dalig. Dies habe den Vor­teil – so Frau Dalig wei­ter – dass Tem­po-30-Zonen und Ver­kehrs­in­seln ein­ge­rich­tet wer­den könn­ten und so der Ver­kehr ent­schleu­nigt wird. Die Ver­kehrs­ent­las­tung der Innen­stadt soll auch den Fahr­rad­ver­kehr mit ein­be­zie­hen. So sol­len Fahr­rad­we­ge in der Innen­stadt und zwi­schen den Ort­schaf­ten aus­ge­baut wer­den, um das Fahr­rad­fah­ren attrak­ti­ver zu machen. Grü­nen-Rats­frau Anne Dalig beton­te auch die Wich­tig­keit eines Mobi­li­täts­ma­nage­ments. Alte Men­schen und Men­schen mit Behin­de­rung müs­sen die Mög­lich­keit haben, sich in Wunstorf zu bewe­gen, so Frau Dalig. Hier­zu zäh­le auch eine Anbin­dung der Orts­tei­le durch den öffent­li­chen Nah­ver­kehr, erklär­te die Grü­nen-Rats­frau und kri­ti­sier­te die Plä­ne von Regio­bus, Lini­en ein­zu­stel­len oder Tak­te zu ver­rin­gern.
Auch die Park­platz­si­tua­ti­on in Stein­hu­de soll ent­schärft wer­den. FDP-Rats­herr Thor­ben Rump erklär­te, der­zeit wer­de nach geeig­ne­ten Maß­nah­men gesucht, um die Park­platz­such­si­tua­ti­on in den Som­mer­mo­na­ten zu ver­bes­sern. Ange­dacht sei­en – so Herr Rump wei­ter – die Mög­lich­keit von Anwoh­ner­park­plät­zen oder Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lun­gen. Jeden­falls soll es in den Som­mer­mo­na­ten ver­mehrt Park­platz­kon­trol­len geben.

Die Koali­ti­ons­part­ner arbei­ten kon­struk­tiv und respekt­voll mit­ein­an­der (v. l. n. r.: SPD-Grup­pen­vor­sit­zen­de Kirs­ten Rie­del, Grü­nen-Rats­frau Anne Dalig, Grü­nen-Par­tei­vor­sit­zen­der Wolf-Rüdi­ger Leit­ner). | Foto: Nadi­ne Roch­lit­zer

Umwelt- und Kli­ma­schutz

Beson­ders froh sind die Grü­nen, dass die Stel­le der Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Kari­na Leh­mann um zwei Jah­re ver­län­gert wur­de. Frau Leh­mann sol­le sich nun auch um das kom­mu­na­le Ener­gie­ma­nage­ment der städ­ti­schen Gebäu­de küm­mern. Im Rah­men des Ener­gie­ma­nage­ments der städ­ti­schen Gebäu­de wur­de kom­plett auf die Nut­zung von Koh­le- und Atom­ener­gie ver­zich­tet, beton­te Frau Dalig. Ein wei­te­res The­ma in der Umwelt­po­li­tik wer­de, nach Aus­sa­gen von Kirs­ten Rie­del, auch die Rekom­mu­na­li­sie­rung des Strom­net­zes sein. Für die FDP habe der Kli­ma­schutz auch den Vor­teil der Ent­las­tung des Haus­hal­tes, erklär­te FDP-Par­tei­vor­sit­zen­der Dani­el Far­nung. Zum The­ma Finan­zen beton­te Herr Far­nung, dass der Haus­halt 2017/2018 aus­ge­gli­chen sei. Ziel für 2018 ist es, den Sta­tus Quo bei­zu­be­hal­ten. Es soll ein plan­vol­ler Schul­den­ab­bau erfol­gen. Durch den Zuzug von jun­gen Fami­li­en und die Stär­kung Wunstorfs als Wirt­schafts­stand­ort – so der FDP-Par­tei­vor­sit­zen­de – könn­ten zusätz­li­che Ein­nah­men zum Schul­den­ab­bau erzielt wer­den.

Kin­der­be­treu­ung

Die FDP beton­te, dass es im Bereich Kin­der­be­treu­ung vie­le Inves­ti­tio­nen gab. Es soll auch zukünf­tig mehr Geld und Zeit in die­sem Bereich inves­tiert wer­den. Beson­ders erfreut war FDP-Rats­herr Thor­ben Rump dar­über, dass alle Anfra­gen bezüg­lich der frei­wil­li­gen Leis­tung der Nach­mit­tags- und Feri­en­be­treu­ung bedient wer­den konn­ten. Auch an dem Pro­gramm zur Umwand­lung von Grund­schu­len in Ganz­tags­schu­len soll fest­ge­hal­ten wer­den. Eine Umset­zung des Pro­gramms soll zeit­nah erfol­gen. Beson­ders erfreut waren die Koali­ti­ons­part­ner, dass ihre Initia­ti­ve für gebüh­ren­freie Kin­der­gär­ten auch vom Land auf­ge­grif­fen wur­de.

Wider­spruchs­ver­fah­ren

In Wunstorf soll das Wider­spruchs­ver­fah­ren wie­der­ein­ge­führt wer­den, teil­te Tor­ben Klant mit. Die Wie­der­ein­füh­rung wur­de bereits ange­sto­ßen und soll vor­aus­sicht­lich Mit­te 2019 erfol­gen. Das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren soll so bür­ger­freund­li­cher wer­den. Der­zeit besteht nur die Mög­lich­keit, gegen Beschei­de der Stadt Wunstorf zu kla­gen. Der Gerichts­weg schre­cke jedoch vie­le Bür­ger ab, erklär­te Herr Klant. Durch das Wider­spruchs­ver­fah­ren soll es dem Bür­ger erleich­tert wer­den, gegen Beschei­de der Stadt Wunstorf vor­zu­ge­hen.


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Andreas Balleier Fotografie

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