Quartiergespräche

Grüne schnacken bei der Auepost

Am vergangenen Freitag hielten die Wunstorfer Grünen ihren „Grünschnack“ bei der Auepost, um sich Anregungen aus der Redaktion zu holen. Doch auch wir lernten die Grünen besser kennen.

Grünschnack bei der Auepost
Die Wunstor­fer Grü­nen im Gespräch bei der Aue­post | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (red). Die Lokal­po­li­ti­ker der Grü­nen in Wunstorf besu­chen regel­mä­ßig die ver­schie­dens­ten Betrie­be und Insti­tu­tio­nen der Stadt. Unter dem Label „Grün­sch­nack“ infor­mie­ren sie sich dabei über das, was die Men­schen in Wunstorf bewegt, ob es Sor­gen und Nöte gibt und wo man Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten sieht – kurz, was die Wunstor­fer von der Poli­tik und natür­lich ins­be­son­de­re von den Grü­nen erwar­ten.

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag mach­ten sie nun Sta­ti­on im „Quar­tier No. 6“, um der Aue­post einen Besuch abzu­stat­ten. Wir begrüß­ten Andre­as Litz­ke, Horst Ger­ke, die 2. stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mares, Anne Dalig und Wolf-Rüdi­ger Leit­ner, die sich bei uns infor­mier­ten, wie die Aue­post ent­steht und wer dahin­ter­steckt. Das Gespräch in unse­rem Kon­fe­renz­raum ent­wi­ckel­te sich jedoch auch zum gegen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen, denn wir Jour­na­lis­ten waren natür­lich eben­so neu­gie­rig, nutz­ten die Gele­gen­heit und erfuh­ren mehr über die The­men, die die Grü­nen in der Auestadt bewe­gen.

Die da oben“

Die Par­tei­mit­glie­der, die im Stadt­rat oder in Orts­rä­ten ver­tre­ten sind, berich­te­ten aus ihrem „Lokal­po­li­ti­ker­all­tag“: Wie schnell man etwa in die Schub­la­de „einer von denen da oben“ gesteckt wer­de, wenn man sich in der Poli­tik enga­gie­re, brach­te Andre­as Litz­ke zur Spra­che – der jüngst in den Stadt­rat nach­ge­rückt war. Die­ses Kate­go­ri­en­den­ken wür­de die Tat­sa­che ver­wi­schen, dass man auch als Lokal­po­li­ti­ker natür­lich immer noch ein ganz nor­ma­ler Wunstor­fer Bür­ger wie jeder ande­re auch sei.

Mir macht Poli­tik Spaß.“Anne Dalig

Das Bild, das die Wunstor­fer von „ihren“ Lokal­po­li­ti­kern hät­ten, sei sicher­lich oft ver­zerrt, waren sich alle einig. Vie­le wüss­ten auch gar nicht, was eine Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin oder ein Kom­mu­nal­po­li­ti­ker tat­säch­lich mache – und wie viel Zeit dies in Anspruch neh­me, die nicht bezahlt wer­de. Denn nur für die Teil­nah­me an Sit­zun­gen erhal­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­ker eine klei­ne Auf­wands­ent­schä­di­gung. Berufs­po­li­ti­ker war dem­entspre­chend kei­ner der Anwe­sen­den; Poli­tik als Beruf aus­üben kann man erst als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter. So endet die poli­ti­sche Arbeit selbst­ver­ständ­lich nicht mit dem Wahl­kampf und dem Wahl­abend, son­dern geht erst dann rich­tig los. Auch Aktio­nen wie den Grün­sch­nack absol­vie­ren die Par­tei­mit­glie­der natür­lich in ihrer Frei­zeit.

Auf der ande­ren Sei­te wur­de kri­ti­siert, dass es z. B. die Regi­ons­ver­samm­lung prak­tisch gar nicht allen erlau­be, sich aktiv in die Poli­tik ein­zu­brin­gen: Berufs­tä­ti­gen mit fes­ten Arbeits­zei­ten wür­de es fak­tisch unmög­lich gemacht, in die­sem Gre­mi­um mit­zu­wir­ken. Dazu kom­me auch hier der Zeit­auf­wand: eine hal­be Arbeits­wo­che im Monat wäre da schnell weg, berich­te­te Anne Dalig.

Parkplätze vs. Fahrradfahren

Natür­lich kam die Spra­che auch auf die The­men, die der­zeit unse­re Schlag­zei­len bestim­men, wie z. B. die Park­platz­si­tua­ti­on in Wunstorf. Ein Nord­wall-Park­deck steht für die Grü­nen nicht auf der Agen­da. Vom Schüt­zen­platz lau­fen sei okay, wenn man in die Fuß­gän­ger­zo­ne wol­le, mein­te z. B. Anne Dalig. Mit einem schwe­ren Post­pa­ket wür­de man aber auch lie­ber direkt vor der Annah­me­stel­le par­ken – aber das müss­te man ja nicht unbe­dingt in der Innen­stadt. Das Opfern von Grün­flä­chen, wie es jüngst die CDU vor­ge­schla­gen hat­te, kommt für die Grü­nen jeden­falls gar nicht in Fra­ge, vor allem das Grün am Jahn­platz müs­se erhal­ten blei­ben. Statt­des­sen will man mit einem Park­leit­sys­tem dafür sor­gen, dass die vor­han­de­nen frei­en Park­plät­ze bes­ser gefun­den wer­den. Und auch in punc­to Rad­ver­kehr wird es von den Grü­nen dem­nächst eini­ge neue inter­es­san­te Vor­schlä­ge geben.

Sorgen und Nöte der Redaktion

Kon­kre­te Anre­gun­gen und Wün­sche gaben wir den Grü­nen zwar nicht mit auf den Weg, war­ben aber für Ver­ständ­nis, wes­halb wir als jun­ges Medi­um aktu­ell noch nicht bei allen Außen­ter­mi­nen per­sön­lich zuge­gen sein kön­nen. Dafür lie­ßen wir uns vom Grün­sch­nack selbst inspi­rie­ren: „Quar­tier­ge­sprä­che“ mit Ver­tre­tern aus Poli­tik, Wirt­schaft, Kul­tur und Sport soll es künf­tig nun häu­fi­ger geben bei der Aue­post.

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