Lokalpolitik

Volksbegehren „Artenvielfalt. Jetzt!“

Grüne unterstützten Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt

Der Schutz der Artenvielfalt als zentrale Zukunftsaufgabe: Die Grünen Wunstorf unterstützen das Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt.

Biene auf Blüte
Symbolbild Biene

Wunstorf (red). Dass jetzt der Niedersächsische Landtag den Umweltpakt Niedersächsischer Weg verabschiedet hat, sieht auch die Wunstorfer Aktionsgruppe „Volksbegehren Artenvielfalt“ als einen Miterfolg ihrer in den letzten drei Monaten durchgeführten Unterschriftensammlungen an. Sie schließt sich damit der Meinung der Gruppierungen an, die dem Begehren angeschlossen sind, dass sich durch den erzeugten Druck Landesregierung, Landvolk und die Umweltverbände an einem Tisch zusammengesetzt haben – und dass daraus resultierend der Landtag nun ein breites Programm für mehr Natur- und Artenschutz beschlossen hat.

„Wir haben seit Mitte des Sommers jeden Freitag und auch an vielen Samstagen in der Innenstadt von Wunstorf gestanden und ca. 600 Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt. Dabei kam es natürlich auch immer wieder zu kleineren Diskussionen aufgrund unterschiedlicher Meinungen“, sagt Lothar Porcher von den Grünen. Auch mehrere Geschäftsleute in Wunstorf hatten Unterschriftenlisten ausgelegt. „Es waren auch viele Unterschriften von Personen dabei, die aus den anliegenden Regionen, aber auch aus anderen Teilen Niedersachsens kamen. Diese Listen haben wir dann den zuständigen Gemeinden zugesandt“, ergänzt Frank Hessing (BUND). Dass es letztendlich dann zu diesem Erfolg kam, ist auch für Karl-Heinz Nagel (NABU) eine wunderbare Angelegenheit. „Tier- und Pflanzenschutz sind einfach unabdingbar für uns und unsere Nachkommen.“

Bekämpfung des Aussterbens heimischer Tier- und Pflanzenarten

„Etwa die Hälfte der rund 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht; fast zwei Drittel unserer Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste. Inzwischen nehmen selbst Allerweltsarten wie der Star in ihren Beständen ab, weil ihnen einfach die Lebensgrundlage fehlt“, sagt auch Sebastian Gercken. Gerade die in den letzten Jahren öffentlich diskutierten Studien zum Insektensterben zeigten, dass jetzt gehandelt werden müsse. Das Artensterben hat nach Einschätzung der Grünen viele Gründe. Klar sei aber, dass die intensive Nutzung der Landschaft mit hohem Dünger- und Pestizideinsatz sowie die Verinselung der Lebensräume zu den wesentlichen Ursachen gehören.

Mit dem Volksbegehren sollte ein klarer gesetzlicher Rahmen zum Schutz der Arten geschaffen werden, der nun zustande kommt. „Bei der Umsetzung dieser überfälligen Aufgabe wollen wir unsere regionale Landwirtschaft nicht allein lassen. Der vielerorts vorhandene Reformwille muss auch finanziell gestärkt werden, um Existenzen nicht weiter zu gefährden. Um unsere Ökosysteme, unsere heimischen Wildpflanzen, Insekten und Wirbeltiere zu retten, haben bislang aber weder die Bundes- noch die Landesregierung ernsthafte Maßnahmen ergriffen, deshalb müssen wir jetzt handeln“, forderte im Sommer Dustin Meschenmoser.

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