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Grünen-Ratsfraktion bei K+S

Die Ratsfraktion der Grünen im Wunstorfer Stadtrat hat sich bei K+S ein persönliches Bild von der Entwicklung gemacht. Dem geplanten Innovationspark stehen sie positiv gegenüber.

Grüne besuchen K+S
Anne Dalig, Lothar Porcher, Stefan Linsinger, Herr Schikora, Gereon Jochmaring, Orhan Güner | Foto: privat

Bokeloh (red). Die Grünen haben vorgestern K & S in Bokeloh besucht, um sich über die Maßnahmen und den Fortschritt zur Verfüllung des stillgelegten Bergwerks zu informieren. Vor Ort zeigte ihnen Werksleiter Jochmaring das bereits im Bau befindliche Zwischenlagerbecken für die Salzlauge und die vorgesehene Gleisanlage für die geplanten Züge.

Staus zu erwarten

Fraktionsvorsitzende Anne Dalig sagte dazu, dass man die Anlieferung der Lauge auf dem Schienenweg für eine große Belastung der Anwohner in der Nordstadt halte. Selbst wenn die Ampelanlage an der Neustädter Straße modernisiert und gesichert würde, seien Staus zu erwarten. Positiv sei jedoch, dass dann die lauten Hupsignale wegfallen sollen und durch die Halbschranken eine Gefährdung von Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern minimiert werde. Die Grünen freuen sich, dass dieser Vorschlag von ihnen durch die Nds. Straßenverkehrsbehörde aufgenommen wurde und umgesetzt werden soll.

Es wird ab dem 1. Juli 2021 zu bis zu 12 Zugquerungen wochentags und 8 Zugquerungen am Samstag kommen. Dieser Termin wird von K+S als verbindlich angesehen, unabhängig davon, ob die Ampelanlage dann bereits modernisiert ist.

K+S prüft auf Verlangen der Politik zwei weitere Anlieferungspunkte für die Lauge, darunter den Bau einer Pipeline. Allerdings sollen diese nur genutzt werden, wenn mehr als die wöchentlich vereinbarte Laugenmenge aus dem Werratal angenommen werden muss.

Weiter sagte Dalig: „Uns Grünen ist bekannt, dass eine Verfüllung des Bergwerks für die Stabilität unerlässlich ist. Allerdings hätten wir uns gewünscht, zuerst möglichst viel des Abraums der Halde wieder nach unten zu bringen. So haben wir da nun einen Berg in der Landschaft stehen, der dort nicht hingehört. Daran ändert sich auch nichts, dass mit einer Begrünung des Kalibergs versucht wird, diesen der Landschaft anzupassen. Das scheint zu gelingen und wird auch von der Tierwelt angenommen. Fuchs, Dachs, Rehe und zahlreiche Mäuse haben dort bereits ihre neue Heimat gefunden.“

Begehung der Halde

Bei einer Begehung der Halde konnten sich die Grünen den Fortschritt der Begrünung des Kaliberges ansehen. Es wurde ihnen erneut zugesagt, dass dorthin nur das dafür sortierte und zerkleinerte Material aus der REKAL-Anlage verbracht wird und keine anderen Materialien, wie etwa Bauschutt, verwendet werden. Auf Nachfrage, ob das Bergwerk bei der erneuten Endlagersuche für Atommüll in Frage kommt, versicherte Henning Korte den Grünen, dass Sigmundshall entsprechend dem Moratorium „raus“ sei.

Den geplanten Innopark begrüßen die Grünen und haben dem Vorhaben im Stadtrat zugestimmt. So werde eine Industriebrache vermieden und jungen Start-ups dort eine Möglichkeit gegeben, ihre Ideen umzusetzen. Dieses sei eine positive Entwicklung für ein Industriegelände und sollte Nachahmer finden.

2 Kommentare

    1. Die Rekal-Anlage mit rund 50 Arbeitsplätzen läuft seit 1995 und verarbeitet Salzschlacken aus der Aluminiumindustrie. Dabei entsteht nicht nur Aluminiumgranulat, sondern auch Material, mit dem K+S die Rückstandshalde abdeckt. So kann sie begrünt werden, was in rund 15 Jahren abgeschlossen sein soll. Die Umweltverträglichkeit wird derzeit während des Planfeststellungsverfahrens geprüft. Es soll keine Giftstoffe enthalten.

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