Ortsrat billigt Südstraßen-Konzept

Hilfe für die Südstraße ist unterwegs

Teils heftige Kritik musste sich die Verwaltung für ihre Südstraßenpläne am Mittwoch im Ortsrat anhören. Zu viel Werbung will man nicht in der Südstraße, und auch das Entfernen des Hochbeetes soll noch einmal auf den Prüfstand. Nach Streichung zweier sensibler Punkte wurde die Vorlage dann jedoch einstimmig beschlossen.

Südstraße Wunstorf
Die Süd­stra­ße am Abend der Orts­rats­sit­zung | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Die Stadt­ver­wal­tung will der Süd­stra­ße unter die Arme grei­fen, den zuneh­men­den Bedeu­tungs­ver­lust als Ein­kaufs­mei­le stop­pen. Denn die­ser Teil der Wunstor­fer Fuß­gän­ger­zo­ne, der frü­her Haupt­ein­kaufs­be­reich war, gilt mitt­ler­wei­le nur noch als Rand­la­ge. Es droht eine Abwärts­spi­ra­le bei der Attrak­ti­vi­tät als Ein­kaufs­stra­ße.

Die Ideen

Zur Ver­bes­se­rung des Geschäfts­kli­mas hat­te die Wirt­schafts­för­de­rung eini­ge Ide­en vor­ge­legt: Die „Sicht­bar­keit“ der Geschäf­te durch zusätz­li­che Auf­stel­ler ver­bes­sern, Beach­flags und Weg­wei­ser auf­stel­len, Wer­bung auch ober­halb der Stra­ßen­ebe­ne erlau­ben oder bes­se­re Beleuch­tung gewähr­leis­ten. Um die Sicht­bar­keit der wei­ter hin­ten lie­gen­den Geschäf­te (vom Markt­platz aus gese­hen) zu ver­bes­sern, soll­te zudem über­legt wer­den, ob man das Hoch­beet umbaut bzw. die dor­ti­gen Bäu­me ent­fernt. Haus­ei­gen­tü­mer und Unter­neh­mer soll­ten dabei unter­stützt wer­den, auch selbst aktiv zu wer­den. Man wol­le über alle Maß­nah­men nach­den­ken dür­fen, so Wirt­schafts­för­de­rer Uwe Schwamm.

Doch der Stadt­rat zeig­te sich teil­wei­se reser­viert gegen­über den Plä­nen. Die SPD etwa ist über­zeugt, dass die Süd­stra­ße belebt wer­den muss, sieht die Lösung aber nicht in über­bor­den­der Rekla­me. Es müss­te viel­mehr die Auf­ent­halts­qua­li­tät gestei­gert wer­den, z. B. durch Cafés. Auch gebe es in der Süd­stra­ße weder einen Brun­nen noch Spiel­mög­lich­kei­ten. Man müs­se auch mal die Bür­ger fra­gen, was die­se dort haben woll­ten, und nicht nur die Geschäfts­leu­te, hieß es aus der Mehr­heits­grup­pe.

Südstraße
Nicht alle Läden in der Süd­stra­ße sind der­zeit ver­mie­tet | Foto: Dani­el Schnei­der

Keine Flatterwerbung

Schwamm hat­te noch ver­sucht, die Beden­ken zu zer­streu­en, indem er dem Orts­rat ver­si­cher­te, dass man in die Süd­stra­ße nun „kei­ne 20 Beach­flags hin­klop­pen“ wol­le – doch den offen­sicht­li­chen Wider­spruch, in Zukunft auf­dring­li­che Wer­bung in der Alt­stadt zu ver­bie­ten, aber für die Süd­stra­ße nun zahl­rei­che Aus­nah­men zuzu­las­sen, sah der Orts­rat deut­lich. Zusätz­li­che Ober­ge­schoss­wer­bung will der Orts­rat in der Süd­stra­ße nicht sehen, da waren sich CDU- und SPD-Orts­rats­leu­te einig. Andre­as Nie­pel (AfD) hat­te nichts gegen Beach­flags als sol­che, mahn­te aber die Anwe­sen­den, mit den Begriff­lich­kei­ten sorg­sa­mer umzu­ge­hen und lie­ber von Wer­be­se­geln etc. zu spre­chen – schließ­lich sei die Stadt Wunstorf Mit­glied im Ver­ein Deut­sche Spra­che.

Schönfärberei

Noch deut­li­cher wur­de die Kri­tik sei­tens der Grü­nen: Peter Scholz zer­pflück­te das Kon­zept der Ver­wal­tung regel­recht: Das wäre alles nichts, man müs­se an die Struk­tur der Süd­stra­ße her­an, etwas am Inhalt ändern und nicht nur an der Ver­pa­ckung. Nur mehr „Wer­bung dran­zu­ma­chen und einen Baum raus­zu­neh­men“ wür­de der Süd­stra­ße nicht hel­fen und wäre ledig­lich Schön­ma­le­rei.

Hochbeet-Pläne zu unkonkret

Einen Blan­ko­scheck woll­te man der Ver­wal­tung eben­falls nicht aus­stel­len für die Umge­stal­tung des Hoch­beets: Erst sol­len genaue­re Plä­ne vor­ge­legt wer­den, wie der Grün­be­reich mit den bei­den Bäu­men ver­än­dert wer­den soll. Kirs­ten Rie­del (SPD) sah die Gefahr, dass man die Situa­ti­on sogar noch ver­schlech­tern kön­ne, dass dann zwar das Beet weg sei, aber statt­des­sen viel­leicht „nur ein Maschen­draht­zaun“ kom­me.

Hochbeet Südstraße Wunstorf
Das Hoch­beet in der Süd­stra­ße Süd­stra­ße | Foto: Dani­el Schnei­der

Abge­se­hen von die­sen Ände­rungs­punk­ten hat die Ver­wal­tung nun von­sei­ten des Orts­ra­tes erst ein­mal freie Hand, um kon­kre­te Maß­nah­men zur Bele­bung der Süd­stra­ße auf den Weg zu brin­gen. Die ent­spre­chend geän­der­te Vor­la­ge wur­de ein­stim­mig beschlos­sen.

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7 Kommentare
  1. Henningo Mickelson sagt

    Die schöns­te Wunstor­fer Zeit war damals, als es das soge­nann­te gol­de­ne Drei­eck noch gab.…SPEICHER, NORD­LICHT UND TRICH­TER …alles vor­bei

  2. Jessika Becker sagt

    Es gibt ein Juwel in die­ser Strasse…das “Bücher­pa­ra­dies“
    Man wird toll und indi­vi­du­ell bera­ten, und bekommt meist bestell­te Bücher am dar­auf­fol­gen­den Tag! Lui­sa Grevs­mühl stimmt’s?

  3. Biggi Selli sagt

    Auch mit Wer­bung wird man nix errei­chen- dort ist es lang­wei­lig – Allein der Eis­pa­vil­lon lockt im Som­mer.

  4. Elias Kraeft sagt

    funk­tio­nie­ren­des Frei­funk

  5. Denise Goydke sagt

    Das Grün und die Bäu­me zu ent­fer­nen ist kei­ne gute Idee!

  6. Frank Reitzig sagt

    Wer­be­ban­ner, egal unter wel­cher Bezeich­nung wer­den nicht hel­fen. Hel­fen wird nur, wenn nicht nur die Stadt­ver­wal­tung son­dern jeder Gewer­be­trei­ben­der Mit­ver­ant­wor­tung für sei­nen Bereich über­nimmt. Man muss sich dort wohl­füh­len!

    Das Hoch­beet ist seot Jah­ren eher ein Schand­fleck, als ein Hin­gu­cker. Hier soll­ten die Gewer­be­trei­ben­den die Paten­schaft und somit auch die Pfle­ge über­neh­men, damit sich „die“ Kun­den dort künf­tig wohl­füh­len.

    Ich sehe vie­le Städ­te übers Jahr in Deutsch­land, die mit sol­chen Kon­zep­ten Ihre Innen­städ­te ent­spre­chend belebt haben. Der Sol­gan „Schöns­te Innen­stadt der Regi­on“ muss für ganz Wunstorf gel­ten, nicht nur vorm Rat­haus und der Lan­gen Stra­ße.

  7. Christian Albrecht sagt

    Die Stadt sieht auch nicht die Not­wen­dig­keit, dass in Innen­stadt­nä­he ver­nünf­tig geparkt wer­den kann. Viel­leicht hät­te die Stadt die Chan­ce nut­zen sol­len, den Park­platz an der Küs­ter­stra­ße aus­zu­bau­en, indem das ehe­ma­li­ge Plus- Gebäu­de über­nom­men, abge­ris­sen und die Park­platz­flä­chen aus­ge­wei­tet wer­den, anstatt sie kom­plett weg­fal­len zu las­sen. Seit dem Weg­fall gehen noch deut­lich weni­ger Leu­te durch die Küs­ter­stra­ße

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