Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen

Am 11. Sep­tem­ber ist Kom­mu­nal­wahl. Auch in Wunstorf wer­den Regi­ons­ver­samm­lung, die Orts­rä­te und ein neu­er Stadt­rat gewählt. 6 Par­tei­en und ein Ein­zel­kan­di­dat wol­len ins Wunstor­fer Rat­haus ein­zie­hen. Wir haben den Par­tei­en ein knap­pes Dut­zend Fra­gen zu The­men gestellt, die die Wunstor­fer beson­ders inter­es­sie­ren. Wir ver­öf­fent­li­chen täg­lich bis zur Wahl jeweils eine der Fra­gen samt Ant­wor­ten – und geben einen Über­blick, wer wel­che Posi­tio­nen ver­tritt.

Kunstschule Wunstorf gestaltet Kunstwerk mit Gästen des Johanniter-Wohnheims im Café der Kulturen anlässlich des Weltflüchtlingstags | Foto: Die Johanniter OV Wunstorf-Steinhuder Meer
Kunst­schu­le Wunstorf gestal­tet Kunst­werk mit Gäs­ten des Johan­ni­ter-Wohn­heims im Café der Kul­tu­ren anläss­lich des Welt­flücht­lings­tags | Foto: Die Johan­ni­ter OV Wunstorf-Stein­hu­der Meer

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten sind vie­le Flücht­lin­ge in Wunstorf ange­kom­men, am Luther Weg ent­stand ein Flücht­lings­wohn­heim und die alt­ein­ge­ses­se­nen Wunstor­fer haben eini­ge neue Nach­barn bekom­men. Wie geht die Ent­wick­lung wei­ter und wel­che Plä­ne haben die Par­tei­en in der Flücht­lings­fra­ge?

wunstorfwaehlt

Die Ant­wor­ten auf unse­re Fra­ge fie­len sehr unter­schied­lich aus, doch uni­so­no sehen die Par­tei­en die Flücht­lings­in­te­gra­ti­on in Wunstorf auf einem guten Weg. Letzt­lich hin­ge es von den Wunstor­fern ab, wie gut Flücht­lin­ge in der Gesell­schaft auf­ge­nom­men wür­den – und das Enga­ge­ment und das Inter­es­se der Wunstor­fer sei bis­lang vor­bild­lich. Einig­keit besteht auch dar­in, dass dem Deutsch­ler­nen ein hoher Stel­len­wert zukom­men muss. Die AfD stellt dar­über hin­aus auch die Fra­ge, ob man mehr Inte­gra­ti­ons­wil­lig­keit von den Flücht­lin­gen ein­for­dern muss.

Fra­ge und Ant­wor­ten

Wir haben die Par­tei­en kon­kret gefragt: „Wie stel­len Sie sich die Zukunft des Zusam­men­le­bens von Flücht­lin­gen und alt­ein­ge­ses­se­nen Wunstor­fern vor? Wird es zusätz­li­che städ­ti­sche Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­te geben?”

logo-fdpAnt­wort der FDP: Die dezen­tra­le Unter­brin­gung in Wunstorf ist größ­ten­teils gelun­gen. Die Ver­wal­tung inves­tiert dar­über hin­aus viel Zeit und Geld für die Inte­gra­ti­on, z. B. auch durch Inte­gra­ti­ons­lot­sen. Die­ses Ange­bot muss fort­ge­führt und gege­be­nen­falls auch aus­ge­wei­tet wer­den: Der Sprach­er­werb der deut­schen Spra­che muss wei­ter inten­si­viert wer­den. Das Hand­werk ist inter­es­siert an jun­gen Aus­zu­bil­den­den. Vie­le Flücht­lin­ge sind hoch moti­viert. Es müs­sen Rah­men­be­din­gun­gen für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten zwi­schen den jun­gen, aber auch etwas älte­ren Flücht­lin­gen und dem Hand­werk geschaf­fen wer­den, damit, sobald der Sprach­er­werb im deut­schen Sprach­ge­brauch einen gewis­sen Stan­dard hat (viel­leicht B1), der Ein­stieg in die Arbeits­welt ermög­licht wird. Prak­ti­ka und an Arbeit her­an­füh­ren­de Maß­nah­men soll­ten unter­stüt­zend wir­ken.

logo-spdAnt­wort der SPD: Wir tun schon sehr viel für die Inte­gra­ti­on der Flücht­lin­ge. Durch unse­re Initia­ti­ve haben wir einen Inte­gra­ti­ons­bei­rat, der sich sehr enga­giert um Pro­ble­me und Lösun­gen küm­mert, sei es in den Kitas und Schu­len oder hin­sicht­lich der Unter­brin­gung. Die Stadt bie­tet eige­ne Sprach­kur­se, auch mit Kin­der­be­treu­ung, an, die gut ange­nom­men wer­den. Bei der Aus­wahl des Betrei­bers der Sam­mel­un­ter­kunft am Luther Weg haben wir, anders als ande­re Kom­mu­nen, dar­auf geach­tet, dass neben der täg­li­chen Betreu­ung auch Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men wie das Inter­na­tio­na­le Café ange­bo­ten wer­den. Die Stadt hat eine Anlauf­stel­le für Inte­gra­ti­on und sozia­le Arbeit eröff­net, die ein nied­rig­schwel­li­ges Unter­stüt­zungs­an­ge­bot dar­stellt. Inte­gra­ti­on kann nur gelin­gen, wenn sie durch die Zivil­ge­sell­schaft vor­an­ge­bracht wird. Nach unse­rer Beob­ach­tung ist dies in Wunstorf der Fall. Vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger enga­gie­ren sich ehren­amt­lich, sei es der Arbeits­kreis Asyl, die Kir­chen­ge­mein­den oder die Sport­ver­ei­ne, die eige­ne Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­te ent­wi­ckelt haben.

Ant­wort von Ste­fan Sau­er: Wunstorf ist eine tole­ran­te Stadt und leis­tet eine Men­ge für die Unter­brin­gung und Ver­sor­gung der Geflüch­te­ten. Vie­le Ein­woh­ner tra­gen durch ihr Enga­ge­ment mit bei für die Auf­nah­me und Inte­gra­ti­on. Deren Initia­ti­ven sind zu unter­stüt­zen – ins­be­son­de­re bei der För­de­rung von Sprach­kur­sen und dem Besuch der Kin­der an den Schu­len.

logo-afdAnt­wort der AfD: Ange­bo­te wird es geben müs­sen. Es bleibt abzu­war­ten, wie die­se Ange­bo­te sich in der Rea­li­tät bewäh­ren. Frag­lich ist aber, wo die Gren­zen von Ange­bo­ten lie­gen und wo Inte­gra­ti­ons­wil­lig­keit auch ein­zu­for­dern ist.

logo-cdu-offiziellAnt­wort der CDU: Wir tre­ten dafür ein, dass die Stadt im Rah­men ihrer finan­zi­el­len Mit­tel Inte­gra­ti­ons-Unter­stüt­zung leis­tet. Ins­be­son­de­re die Aus­bil­dung von „Inte­gra­ti­ons-Lot­sen“ und die (früh­kind­li­che) Sprach­för­de­rung hal­ten wir für sehr sinn­voll. Aber auch Begeg­nun­gen sind wich­tig. Das „Café der Kul­tu­ren“ in der Flücht­lings­un­ter­kunft im Luther Weg unter­stüt­zen wir klar. Dort bie­tet sich jede Woche die Mög­lich­keit, mit­ein­an­der ins Gespräch zu kom­men und sich ken­nen­zu­ler­nen. Auch das Sport­fest, das für die Mit­wir­kung von Geflüch­te­ten in ört­li­chen Sport­ver­ei­nen wirbt, hal­ten wir für über­aus sinn­voll. Sport ver­bin­det. Eben­so wich­tig ist für die CDU aber auch die „dezen­tra­le“ Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen in Miet­woh­nun­gen. Dadurch ent­steht auto­ma­tisch Kon­takt zwi­schen geflüch­te­ten Men­schen und den Wunstor­fern in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft.

logo-linkeAnt­wort von Die Lin­ke: Der dem Rat ange­glie­der­te Inte­gra­ti­ons­aus­schuss leis­tet sehr gute Arbeit, die Unter­brin­gung der Flücht­lin­ge in Wunstorf und sei­nen umlie­gen­den Dör­fern ist nahe­zu vor­bild­lich und es gibt sehr vie­le Bür­ger, die in ihrer Frei­zeit die Inte­gra­ti­on för­dern, das heißt, sie hel­fen den Flücht­lin­gen dabei, sich in ein ganz nor­ma­les Leben ein­zu­glie­dern, Die dezen­tra­le Unter­brin­gung erleich­tert die­ses Vor­ha­ben. Wenn sich her­aus­stel­len soll­te, dass es an Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­ten wei­te­re städ­ti­sche Hil­fen geben muss, so wird sich Die Lin­ke mit Sicher­heit dafür ent­schei­den.

Die Grü­nen haben uns nicht auf die­se Fra­ge­stel­lung geant­wor­tet.

Alle wei­te­ren Fra­gen, Ant­wor­ten und Posi­tio­nen: Hier in unse­rem Schwer­punkt zur Wunstor­fer Kom­mu­nal­wahl 2016!


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