Lokalpolitik

FDP fragt nach Lärmschutz und Busbeeinträchtigungen

Region soll sich mit K+S-Kesselwagen befassen

Die FDP hat in der Angelegenheit um die Abwassertransporte per Bahn den Regionspräsidenten eingeschaltet. Für die Umwelt und den Nahverkehr werden erhebliche Auswirkungen befürchtet.

Daniel Farnung
FDP-Regionsabgeordneter Daniel Farnung | Foto: privat

Wunstorf (as). Auch die Region Hannover befasst sich nun mit dem Kesselwagen-Projekt der Kali und Salz AG: Die FDP-Fraktion der Regionsversammlung hat Regionspräsident Hauke Jagau eingeschaltet und ihm einen Fragenkatalog vorgelegt. Die Aspekte Umwelt- und Naturschutz sowie Nahverkehr stehen dabei im Vordergrund. Die Region als Untere Naturschutzbehörde soll auch die Alternative Pipeline bewerten.

Auswirkungen auf den Busverkehr

Formuliert hat die Fragen Daniel Farnung, der in Wunstorf den Stadtverband der Liberalen leitet und im Umweltministerium in Hannover stellvertretender Leiter des Referats für Klimaschutz, Klimawandel und Nachhaltigkeit ist. Farnung ist umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Er fragt zum Beispiel nach den Auswirkungen der geplanten Kesselwagenfahrten – Farnung spricht von 26.000 Transporten in den nächsten 15 Jahren – auf den Busverkehr: Die Buslinien 740/741 zwischen Niengraben, Idensen, Bokeloh und Wunstorf, 745 zwischen Niengraben, Idensen, Mesmerode, Bokeloh und Wunstorf, 710/711 zwischen Steinhude, Großenheidorn, Klein Heidorn und Wunstorf sowie 715 zwischen Wiedenbrügge, Hagenburg, Steinhude, Großenheidorn, Klein Heidorn und Wunstorf seien betroffen. Die Region sei Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs und müsse zu dem Projekt eine Position haben.

Die FDP will auch wissen, welche der Planungsvarianten die Verwaltung der Region als die wirtschaftlichste, ökologischste sowie sozialverträglichste betrachtet. Außer der Kesselwagen-Lösung prüfe Kali und Salz auch den Zugtransport nach Haste/Hohnhorst, wobei die Salzlauge dann von dort per Pipeline nach Kolenfeld und weiter nach Bokeloh gepumpt werden solle. Als dritte Option sei der Einsatz von Kanalschiffen zwischen Sehnde und Kolenfeld im Gespräch.

Erhebliche Auswirkungen vorausgesehen

Farnung sieht erhebliche Auswirkungen der Kesselwagen-Lösung auf die Anwohner der Trasse voraus und fragt, welche Anforderungen K + S nach dem Immissionsschutzgesetz zu erfüllen habe. Er nennt die Ermittlung von Emissionen und Immissionen sowie sicherheitstechnische Prüfungen, die Überwachung der Luftqualität, Luftreinhalteplanungen und Lärmminderungsplanungen. Nicht zuletzt weist Farnung auf die Verpflichtungen zur Unterrichtung der Öffentlichkeit hin. Diesen Aspekt hatte schon Farnungs Parteikollege Kurt Rehkopf in einem Forderungskatalog an die Stadt hervorgehoben.

Der Rat der Stadt behandelt das Thema am heutigen Mittwochabend in öffentlicher Sitzung. Das Treffen beginnt um 18 Uhr in der Aula der Otto-Hahn-Schule.

1 Kommentar

  1. 25000 Transporte in 15 Jahren Entspräche etwa 5 Transporte pro Tag, bzw. 7 wenn man sich auf eine 5-Tage Woche bezieht. Selbst wenn ich die Zahl für etwas hoch gegriffen halte und mir nicht vorstellen kann wie mit einem Triebwagen auf einer eingleisigen Strecke neben den Rangierarbeiten auch noch das Füllen und Leeren der Kessel funktioniert, denke ich, dass die Beeinträchtigung durch einen geschlossenen Bahnübergang einmal die Stunde, gegenüber den durch die aufgehaltene Ortsumgehung verstopften Ampeln, vertretbar ist. (Was fürn Satz)

    Ein Emmissionsbericht und die Immission kann man sich ja anschauen. Aber bei überwiegen Schrittgeschwindigkeit im Stadtbereich halte ich beides für vertretbar. Im Gegensatz zum Bau und Betrieb einer Pilpeline…

    Egal wie es ausgeht, bitte ohne Drama und zur Abwechslung noch in diesem Jahrzehnt

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