Was wird aus dem Frei­bad Bokel­oh?

Wäh­rend sich die Bür­ger­initia­ti­ve in Bokel­oh für ein lang­fris­ti­ges Fort­be­stehen des ört­li­chen Frei­ba­des ein­setzt, macht man sich in der FDP bereits Gedan­ken, wie es nach einer end­gül­ti­gen Schlie­ßung dort wei­ter­ge­hen kann.

Ein­gang zum Frei­bad Bokel­oh | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Gemein­sam mit dem Land­tags­kan­di­da­ten für Wunstorf/Neustadt, Tho­mas Ise­ke, besuch­te die FDP Wunstorf jüngst das Frei­bad Bokel­oh, um sich vom Geschäfts­füh­rer der Bäder­be­trie­be, Andre­as Saars, auf den neu­es­ten Stand brin­gen zu las­sen.

Nach den vie­len Ver­un­si­che­run­gen im letz­ten Jahr, ob und wie lan­ge der Fort­be­stand des Bokel­o­her Frei­ba­des noch gesi­chert ist, hat­te das Frei­bad in die­sem Jahr wie­der recht pünkt­lich geöff­net. Von den Repa­ra­tu­ren ist seit­dem für den Besu­cher nichts mehr zu sehen, der Betrieb läuft wie gewohnt, und trotz des schwa­chen Som­mers sind die Besu­cher­zah­len durch­schnitt­lich gut.

Vor­tei­le von Bokel­oh

Bei einem Rund­gang hob Saars noch ein­mal die Ein­zig­ar­tig­keit der Wett­kampf­bahn im Frei­bad her­vor. Ise­ke beton­te, dass die FDP in Nie­der­sach­sen die ein­zi­ge Par­tei sei, die sich auch wei­ter­hin für den Erhalt sol­cher Bah­nen ein­set­ze, um zu ver­hin­dern, dass es nur noch „Spaß­bä­der“ gebe. Laut Saars beob­ach­te man momen­tan aber ins­be­son­de­re den Nicht­schwim­mer-Bereich sehr kri­tisch, der seit vie­len Jah­ren Mil­li­me­ter um Mil­li­me­ter absa­cke.

FDP-Frak­ti­on im Frei­bad Bokel­oh | Foto: pri­vat

Rats­herr Rump, der sich gemein­sam mit Reh­kopf für den Erhalt des Frei­ba­des ein­ge­setzt hat­te, war ins­be­son­de­re von der Viel­sei­tig­keit des Berufs­bil­des der Fach­kraft für Bäder­be­trie­be ange­tan. Die Mit­ar­bei­ter müss­ten so viel­sei­tig sein, dass es eben doch nicht mög­lich sei, „mal eben“ eine 460-Euro-Kraft zur Über­brü­ckung von Eng­päs­sen ein­zu­set­zen. Erfreut waren die Frei­en Demo­kra­ten auch dar­über, dass auch die Bäder­be­trie­be in die­sem Bereich der­zeit aus­bil­den und die­ses auch für die Zukunft pla­nen.

Schlie­ßung abseh­bar?

Lei­der wür­de die Schlie­ßung von K&S vor Ort wie ein Damo­kles­schwert über dem Frei­bad Bokel­oh las­ten, sag­te Regi­ons­ab­ge­ord­ne­ter Dani­el Far­nung. Man müs­se sich über eine mög­li­che Nach­nut­zung Gedan­ken machen.

Auch wenn es der­zeit kaum einer hören möch­te, müs­sen wir uns doch über eine mög­li­che Nach­nut­zung des Are­als Gedan­ken machen.“Dani­el Far­nung

Rump, der selbst auch im Auf­sichts­rat der Bäder­be­trie­be sitzt, ergänz­te, dass die Ent­wick­lung, die Kos­ten und auch die Zukunft mit offe­nen Augen beob­ach­tet wer­den müss­ten. Es brin­ge nichts, den Kopf in den Sand zu ste­cken und zu hof­fen, man kön­ne das Bad auf ewig so betrei­ben. Spä­tes­tens wenn von K&S kein Was­ser mehr käme, sehe er für das Frei­bad in der jet­zi­gen Form nur sehr wenig Optio­nen.

Es gibt der­zeit kei­nen alter­na­ti­ven Zugang zum Was­ser für die Schwimm­be­cken und wir müs­sen recht­zei­tig, in alle Rich­tun­gen, über Alter­na­ti­ven nach­den­ken. Denn für die Attrak­ti­vi­tät des Stand­or­tes Wunstorf ist ein Frei­bad uner­läss­lich.“Tor­ben Rump

Bür­ger­i­ni­ta­ti­ve gibt Kon­tra

Wider­spruch kommt aus der Initia­ti­ve für den Erhalt des Frei­bads Bokel­oh. Mari­on Nowak, Mit­glied der Initia­ti­ve, meint, dass die Über­le­gun­gen für eine Nach­nut­zung zu früh kom­men. Denn die Was­ser­ver­sor­gung und somit der Fort­be­stand des Frei­ba­des sei zumin­dest nicht mit dem Kaliab­bau ver­knüpft. Auch nach Been­di­gung des För­der­be­triebs in Bokel­oh kön­ne die wei­ter­be­trie­be­ne Rekal­an­la­ge bis weit in die 2030er Jah­re war­mes Bade­was­ser lie­fern – und was in der Zukunft, in knapp 20 Jah­ren, tech­nisch mög­lich sei, das kön­ne zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht Gegen­stand von Kon­zep­ten sein.

„Was in ca. 18 Jah­ren tech­nisch mög­lich sein wird, das kann heu­te noch in kei­nem Kon­zept ste­hen.“Mari­on Nowak

Nowak kri­ti­sier­te, dass eine aus­ge­ar­bei­te­te Infor­ma­ti­ons­vor­la­ge der Ver­wal­tung zu die­sem The­men­kom­plex bis­lang noch in kei­nem Gre­mi­um dis­ku­tiert wor­den sei. Auch die Stel­lung­nah­me der Initia­ti­ve dazu, die der Wunstor­fer Auepost vor­liegt und an vie­le Rats­mit­glie­der ver­schickt wur­de, fand bis­lang kei­ne Reso­nanz. Dar­in wird vor allem die aktu­el­le Ein­schät­zung der Bäder­be­trie­be, dass das 2015 zuguns­ten län­ge­rer Öff­nungs­zei­ten im Hal­len­bad abge­schaff­te Früh­schwim­men nicht wirt­schaft­lich wie­der ange­bo­ten wer­den kön­ne, als falsch dar­ge­stellt.

Nowak ver­wies wei­ter dar­auf, dass bis­he­ri­ge Kon­zep­te stets allei­nig dar­auf hin­aus­lie­fen, dass das Hal­len­bad in der Kern­stadt gestärkt wur­de, obwohl die Initia­ti­ve nicht nur Tau­sen­de Unter­schrif­ten gesam­melt und für den Erhalt des Frei­ba­des Bokel­oh demons­triert, son­dern sach­lich über­zeu­gen­de Argu­men­te vor­wei­sen kön­ne.


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Andreas Balleier Fotografie
1 Kommentar
  1. Georg Braunroth meint

    Nach Aus­kunft von K&S ist mit der Schlie­ßung der Kali­för­de­rung erst 2024 zu rech­nen.
    Die Rekal­an­la­ge von K&S wird bis min­des­tens 2034 wei­ter betrieben..Also wird bis 1934 wei­ter WARM­WAS­SER gelie­fert

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