Was wird aus den Schwimmbädern in Wunstorf?

Am 11. September ist Kommunalwahl. Auch in Wunstorf werden Regionsversammlung, die Ortsräte und ein neuer Stadtrat gewählt. 6 Parteien und ein Einzelkandidat wollen ins Wunstorfer Rathaus einziehen. Wir haben den Parteien ein knappes Dutzend Fragen zu Themen gestellt, die die Wunstorfer besonders interessieren. Wir veröffentlichen täglich bis zur Wahl jeweils eine der Fragen samt Antworten, die wir von den Parteien bekommen haben – und geben einen Überblick, wer welche Positionen vertritt.

Wunstorf Elements | Foto: Stadt Wunstorf
Wunstorf Elements | Foto: Stadt Wunstorf

Beim Thema Schwimmbäder kochen bei den Wunstorfern schnell die Emotionen hoch, gerade bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen: Das alte Wunstorfer Freibad ist schon länger stillgelegt, das Freibad Bokeloh ist wegen Schäden geschlossen, das Wunstorf Elements machte im Juli einen Monat Pause – blieb nur noch das Naturbad Luthe. Der parteiübergreifende Tenor scheint zu sein: Bokeloh so schnell wie möglich wieder öffnen (wenn’s nicht zu teuer wird), ansonsten wird es keine großen Veränderungen in der Bäderlandschaft geben – Wunstorf ist nach Ansicht der Parteien ausreichend mit Schwimmgelegenheiten versorgt.

wunstorfwaehlt

Ein Außenbecken im Wunstorf Elements wird man sich nicht „erwählen“ können. Die SPD ist die einzige der Parteien, die den Erhalt der noch verbleibenden Bäder – etwas halbherzig, aber immerhin – im Wahlprogramm stehen hat. Was sagen die anderen Parteien dazu?

Frage und Antworten

Wir haben die Parteien konkret gefragt: „In der Kernstadt fehlt es seit der Schließung des Freibades Wunstorf an einer entsprechenden Schwimmmöglicheit. Werden Sie sich dafür einsetzen, eine alternative Bademöglichkeit zu eröffnen, etwa durch die Reaktivierung des Baggersees als Badestelle oder einen Außenbeckenbereich im Wunstorf Elements?“

logo-afdAntwort der AfD: Wunstorf verfügt über 2 Freibäder und ein Hallenbad, hinzu kommen die Bademöglichkeiten des Steinhuder Meeres. Leider stand dieses Jahr das Bad in Bokeloh auf Grund der Schäden nicht zur Verfügung, dieses sollte im kommenden Jahr anders sein. Alle Wunstorfer Bäder haben für den Betrieb einen hohen Zuschussbedarf, der zu stemmen ist. Einen Ausbau des Hallenbades um eine Außenanlage ist auf Grund der sehr hohen Kosten sehr schwierig. Zunächst gilt es, Sanierungsstaus an den Schulen abzubauen. Der wichtige Aspekt, im Rahmen der Daseinsvorsorge den Kindern Schwimmen beizubringen, ist mit den vorhandenen Bädern gegeben.

logo-cdu-0Antwort der CDU: In der Kernstadt gibt es momentan kein Freibad mehr, aber es ist nicht richtig, dass es keinerlei Bademöglichkeiten mehr gibt. Das Wunstorf Elements ist ganzjährig geöffnet und die Bäderbetriebe haben am Elements eine Liegewiese erschlossen, die an schönen Tagen genutzt werden kann. Weiterhin muss die Bäderlandschaft in Wunstorf als Ganzes betrachtet werden, und dann kommt man zum Schluss, dass in der Stadt genügend Wasserfläche vorhanden ist. Die Menschen in unserer Stadt sind so mobil, dass u. a. das Naturerlebnisbad in Luthe, die Badeinsel in Steinhude und nach der Instandsetzung das Bad in Bokeloh genutzt werden kann. Eine zusätzliche Badestelle am Baggersee ist somit überflüssig und würde der Bedeutung des Sees in seiner jetzigen Art auch nicht gerecht werden. Der Wunsch, am Hallenbad auch ein Außenbecken zu installieren, ist bei vielen in der Bevölkerung da, aber aus rein finanztechnischer Sicht ist dies auf absehbare Zeit nur ein „Traum“.

logo-linkeAntwort von Die Linke: Auf jeden Fall muss es eine kurzfristig umzusetzende Freibadmöglichkeit in Wunstorf geben. Die Art des Betriebes sollte man nach einer Auswertung der Erfahrungen mit dem Luther Naturbad, der Badeinsel Steinhude/Großenheidorn und anderen Möglichkeiten planen. Auch Naturseen sollte man ins Auge fassen, um kurzfristig Ersatz zu schaffen und nicht erst nach mehreren Jahren.

logo-fdpAntwort der FDP: Wir setzen uns dafür ein, das Schwimmbad in Bokeloh im kommenden Jahr wieder in Betrieb zu nehmen. Eine Sanierung muss durchdacht und finanziell gesichert werden. Wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind oder sich ein Investor findet ist auch ein Außenbereich im Wunstorfer Elements zusätzlich eine Option.

logo-spdAntwort der SPD: Zurzeit wird alles versucht, um das Freibad Bokeloh, das auch von vielen Wunstorfern genutzt wird, wieder in Betrieb nehmen zu können. Der Bau eines zweiten Freibades ist für die Bäderbetriebe finanziell nicht möglich, dennoch ist der Bau eines Außenbeckenbereichs im Wunstorf Elements eine Idee, die langfristig eine Möglichkeit darstellen könnte. Konkret geplant ist eine Umsetzung dieser Idee aber nicht. Abgesehen vom derzeitigen Schadensfall in Bokeloh, der zur Betriebspause geführt hat, gibt es außerdem die Möglichkeit, in Luthe zu schwimmen, ebenso im Hallenbad Wunstorf Elements, das wetterunabhängig ist, und im Steinhuder Meer. Der Baggersee ist an den Sportanglerverein verpachtet. Er hat u. a. Abbruchkanten an den Ufern, die einen Badetrieb zu gefährlich machen.

Antwort von Stefan Sauer: Eine neue Bademöglichkeit in Wunstorf ist wünschenswert – wichtig ist insbesondere auch der Erhalt des Freibads Bokeloh und die Unterstützung für das Freibad Luthe.

Die Grünen haben uns zu dieser Frage nicht geantwortet.

Alle weiteren Fragen, Antworten und Positionen: Hier in unserem Schwerpunkt zur Wunstorfer Kommunalwahl 2016!

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