Wunstorf hat gewählt

Die Stim­men im Wahl­kreis 33, den Wunstorf gemein­sam mit Neu­stadt bil­det, sind aus­ge­zählt. Wir zei­gen die Ergeb­nis­se, die in Wunstorf zustan­de kamen. Wie die Wunstor­fer gewählt haben …

Stim­men­aus­zäh­lung in einem Wunstor­fer Wahl­lo­kal (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Deut­li­che Über­ra­schung am Wahl­abend: Die SPD holt ihren in Umfra­gen gese­he­nen Rück­stand nicht nur auf, son­dern wird stärks­te Kraft, über­holt damit seit 1998 erst­mals wie­der die CDU als größ­te Frak­ti­on. Die Lin­ke schei­tert an der 5-Pro­zent-Hür­de, die AfD zieht ein in den Land­tag. Die Grü­nen ver­lie­ren deut­lich, die FDP erreicht kein der Bun­des­tags­wahl ver­gleich­ba­res Ergeb­nis – so weit der gro­be Umriss zur Nie­der­sach­sen­wahl.

Wunstor­fer Ergeb­nis­se

In Wunstorf spie­gelt sich der Erfolg der SPD eben­falls wider. Um halb sie­ben stan­den fast alle Ergeb­nis­se aus den Wahl­be­zir­ken fest; in Idensen wur­de am längs­ten aus­ge­zählt, hier lagen die Ergeb­nis­se kurz nach 20 Uhr vor. Die letz­ten Stim­men der Brief­wäh­ler waren gegen halb zehn aus­ge­zählt.

Wunstor­fer Ergeb­nis­se nach Zweit­stim­men bei der nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl 2017 in Pro­zent | Gra­phik: Auepost

Die SPD wur­de in allen Wunstor­fer Orts­tei­len stärks­te Kraft, in kei­nem Stadt­teil gelang es der CDU, die SPD zu über­flü­geln. Das bes­te Ergeb­nis erreich­te die SPD in Mes­mero­de mit 48,9 Pro­zent. Hier hol­te auch Wieb­ke Osi­gus ihren höchs­ten Zustim­mungs­wert mit 53,0 Pro­zent bei den Erst­stim­men.

Gewin­ne und Ver­lus­te der Par­tei­en in Wunstorf bei der nie­der­säch­si­schen Land­tags­wahl 2017 in Pro­zent | Gra­phik: Auepost

Die CDU wur­de am häu­figs­ten in Idensen gewählt, hier kam sie auf 35,2 Pro­zent. Sebas­ti­an Lech­ner hol­te eben­falls dort sein bes­tes Wunstor­fer Ergeb­nis, näm­lich mit 40,5 % Zustim­mung. Idensen war damit zugleich der ein­zi­ge Orts­teil, an dem Wieb­ke Osi­gus nicht führ­te (38,2 %)

Wieb­ke Osi­gus erhält das Direkt­man­dat

Sebas­ti­an Lech­ner (CDU) konn­te das Direkt­man­dat für Wunstorf/Neustadt nicht erneut errin­gen. Er wur­de von sei­ner SPD-Her­aus­for­de­re­rin Wieb­ke Osi­gus deut­lich geschla­gen. In fast allen Wunstor­fer Wahl­be­zir­ken erhielt Wieb­ke Osi­gus die meis­ten Stim­men. In Neu­stadt hat­te Osi­gus in 20 Orts­tei­len die Nase vorn, Lech­ner führ­te ledig­lich in 9, in Ves­beck gab es ein Unent­schie­den.

Nur bei den Brief­wäh­lern konn­te Lech­ner punk­ten: In allen Wunstor­fer Brief­wahl­be­zir­ken erhielt er mehr Stim­men als Osi­gus. Auch die Zweit­stim­men waren bei den Brief­wäh­lern CDU-las­ti­ger: nur in einem von vier Brief­wahl­be­zir­ken lag die SPD vor den Christ­de­mo­kra­ten.

Ergeb­nis­se nach Erst­stim­men im Wahl­kreis 33 (Wunstorf/Neustadt) | Gra­phik: Auepost

Wunstorfs ein­zi­ger Direkt­kan­di­dat, Bernd Wisch­hö­ver (AfD), hol­te in sei­nem Wohn­ort Stein­hu­de 8 Pro­zent der Erst­stim­men, noch mehr wähl­ten ihn in Klein Hei­dorn, näm­lich 8,4 Pro­zent.

Grü­ne stark in Blu­men­au, AfD in Bokel­oh

Die Grü­nen wur­den in Blu­men­au am stärks­ten mit genau 10 Pro­zent, die FDP wur­de von allen Orts­tei­len in Stein­hu­de am häu­figs­ten gewählt (8,3 %). Die AfD erreich­te den höchs­ten Zustim­mungs­wert mit 8,0 % in Bokel­oh. Die Lin­ke wur­de mit genau 5 Pro­zent am häu­figs­ten in Mes­mero­de gewählt.

Die übri­gen Par­tei­en kamen gemein­sam auf 2,2 Pro­zent: Bünd­nis Grund­ein­kom­men, DM, ÖDP und V-Par­tei mit je 0,1 %, die Frei­en Wäh­ler und Pira­ten­par­tei mit je 0,3 % und „Die Par­tei” und Tier­schutz­par­tei mit je 0,6 %. Die LKR, vor­mals Alfa-Par­tei, erreich­te 0 Pro­zent.

Ana­ly­se

Wieb­ke Osi­gus, erst seit kur­zem in der SPD und erst­mals als Direkt­kan­di­da­tin ange­tre­ten, räum­te regel­recht ab: Außer in Idensen wur­de sie in allen Orts­tei­len mit den meis­ten Stim­men bedacht, in der Regel deut­lich über 40 Pro­zent; in Mes­mero­de sogar mit 53,9 %. Die CDU und Sebas­ti­an Lech­ner konn­ten fast nur bei den Brief­wäh­lern punk­ten: Hier führ­te Lech­ner durch­weg vor Osi­gus.

Im Ver­gleich zu den Ergeb­nis­sen der Bun­des­tags­wahl sticht das Ergeb­nis der SPD her­aus – eben­so wie das der AfD. Wäh­rend die SPD in Nie­der­sach­sen mit Abstand stärks­te Kraft wur­de, ist die AfD von einem zwei­stel­li­gen Ergeb­nis weit ent­fernt. Die FDP konn­te vom „Lind­ner-Effekt” offen­bar nicht pro­fi­tie­ren; auch von links­li­be­ra­len Wäh­lern wahr­schein­lich nicht, denn eine rot-gelb-grü­ne Koali­ti­on hat­te die FDP vor der Wahl ein­deu­tig aus­ge­schlos­sen und erkenn­bar Rich­tung CDU geblinkt. Ins­ge­samt schei­nen in Nie­der­sach­sen – und Wunstorf – mehr noch als im Rest der Repu­blik die alten Struk­tu­ren vor­zu­herr­schen: Die Wahl ein Duell zwi­schen CDU und SPD, die klei­nen Par­tei­en auf Abstand hal­tend.

Die Pro­gno­sen bei der AfD lagen zunächst dane­ben bei den ers­ten Hoch­rech­nun­gen. Bei Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le wur­de sie mit etwa 5,5 Pro­zent im Land­tag gese­hen, in Wirk­lich­keit wähl­ten dann doch etwas mehr Nie­der­sach­sen AfD, auch wenn die Par­tei von einem zwei­stel­li­gen Ergeb­nis wie bei der Bun­des­tags­wahl weit ent­fernt bleibt. In Wunstorf kam die AfD auf 6,1 Pro­zent.

Für die CDU ist das Ergeb­nis bit­ter, doch die rot-grü­ne Regie­rung scheint den­noch abge­löst. Am Ende könn­te die gro­ße Koali­ti­on ste­hen – oder eine Jamai­ka­ko­ali­ti­on auch in Nie­der­sach­sen.


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