Kälteschlaf

90 Tage Spielpause beim 1.FC Wunstorf und kein Ende in Sicht

Seit mehr als 90 Tagen warten die Kicker des 1. FC Wunstorf darauf, endlich mit den Pflichtspielen in der Oberliga Niedersachsen beginnen zu können. Die letzte Begegnung fand am 26. November 2017 in Spelle-Venhaus statt. Ein Ende der Zwangspause ist noch nicht in Sicht.

Symbolbild: Fußballplatz gesperrt
Seit mehr als 90 Tagen warten die Kicker des 1.FC Wunstorf darauf, endlich wieder in den Ligaalltag einzugreifen. | Foto: privat

Es ist das ewig gleiche Dilemma unmittelbar nach der Winterpause. Vor Mitte März ist im Amateurfußball witterungsbedingt kaum ein geordneter Spielbetrieb möglich.
Um wettkampfnahe Spielsituationen herzustellen, wird hie und da an Hallenturnieren teilgenommen und Testspiele vereinbart. Doch auch diese scheitern oftmals an unbespielbaren Sportplätzen, wenn nicht in Hannovers Umland gerade ein Kunstrasenplatz zur Verfügung steht.

„Sieht gut aus, schön grün. Kann man drauf spielen“, glauben viele Fußballfans und argumentieren auch gerne so. Bei genauem Hinsehen auf die Rasenfläche der Barne-Arena sieht man allerdings das Problem. „Ein vor der Tribüne beschattetes, hartgefrorenes Rasenteilstück zieren feste Eisstückchen, nahe dem hinteren Strafraum hat sich eine 2 x 2 Meter große Rutschbahn gebildet“, so Pressesprecher Andreas Schmitz vom 1. FC Wunstorf, „der harte Boden ist nur oberflächlich angetaut. Würde hier gespielt werden, haut es dem Rasen die Grasnarbe weg, ganz abgesehen von der Verletzungsgefahr für die Spieler.“

Kein Wunder, dass viele Clubs nicht mehr nur auf Naturrasenplätze setzen, schließlich boomt Kunstrasen. So gibt es in Hamburg bereits 75 Kunstrasen- und nur noch 69 Rasenplätze. Kunstrasen wird seinen Vorsprung sicherlich weiter ausbauen, auch weil auf einem Rasenplatz nur fünf Mannschaften, auf einem Kunstrasenplatz bis zu 15 Mannschaften trainieren können. Auch der Spielbetrieb geht flüssiger auf Kunstrasen vonstatten. In der Regionalliga Nord mit lauter Rasenteams fielen 2018 fast alle Partien aus. In der Oberliga Niedersachsen ist es bisher nicht ganz so extrem, da einige Vereine bereits die Möglichkeit haben, auf Kunstrasen zu spielen. Aber dennoch wird der Kunstrasenboom mittlerweile etwas skeptisch gesehen.
Die niedersächsische Landesregierung machte Anfang Januar die Mikroplastikbelastung durch Kunstrasenplätze als Umweltschädling aus. Durch die Wasserabläufe der Kunstrasenplätze gelangen Mikroplastikteilchen ins Grundwasser und belasten es. Zudem müssten Kunstrasenplätze alle zehn bis 15 Jahre erneuert werden, sonst droht die Stilllegung wegen zu großer Rutschgefahr. Kostenpunkt pro Erneuerung: 250.000 Euro. Vor diesem Hintergrund muss auch der Antrag des TSV Luthe auf den Bau eines Kunstrasenplatzes gesehen werden.

Schmitz hat eine Idee, wie man das Problem der winterlichen Spielausfälle lösen könnte.
„Vielleicht sollte man den Spielbetrieb im Dezember so lange wie möglich laufen lassen und dann frühestens Anfang/Mitte März wieder regulär starten. Wenn es dann ab April erforderlich werden sollte, „Englische Wochen“ zu spielen, wird auch niemand die Spielplanung kritisieren.“

Bereits jetzt ist auch das Spiel gegen den MTV Eintracht Celle witterungsbedingt abgesagt worden. Der 1. FC Wunstorf hat somit bereits 4 Nachholspiele und das Team von Trainer Jens Ullmann bis Mitte Mai noch 14 Spiele auf dem Programm. Der Staffelgefährte aus Heeslingen darf sogar noch 17 Mal ran. Noch schlimmer trifft es in der Regionalliga den VfB Oldenburg: 19 Spiele müssen noch gespielt werden!

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