Maibaum erstmals mit Muskelkraft aufgestellt

350 Kilo in den Himmel gewuchtet

Seit heute steht der Maibaum in der Wunstorfer Kernstadt: mit vereinten Kräften wurde der Maibaum dieses Jahr erstmals ohne Kran errichtet. Das ist nicht die einzige Neuerung …

Maibaumaufrichtung
Der Mai­baum wird auf­ge­rich­tet | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Wunstorf (red). Die Mai­baum­auf­stel­lung auch in der Kern­stadt hat Tra­di­ti­on … doch die­ses Jahr war etwas neu: es wur­de noch tra­di­tio­nel­ler. Denn statt den Mai­baum mit­hil­fe eines Krans in die Senk­rech­te zu brin­gen, war nun Mus­kel­kraft gefragt: Die stärks­ten Män­ner der Wer­be­ge­mein­schaft (die das Mai­baum­auf­stel­len ver­an­stal­tet) und die Mit­ar­bei­ter der Dach­de­cker­fir­ma Pre­s­uhn (die das Mai­baum­auf­stel­len rea­li­siert), zogen und scho­ben gemein­sam am Mai­baum, bis er sei­nen höchs­ten Punkt erreicht hat­te und ver­an­kert wer­den konn­te.

Viele wünschten sich eine weniger technische Lösung

Wegen Sicher­heits­be­den­ken hat­te die Stadt bis­lang auf die Auf­stel­lung per Kran bestan­den – doch die konn­ten nun offen­bar aus­ge­räumt wer­den. Schon lan­ge hat­ten sich vie­le eine ursprüng­li­cher wir­ken­de Mai­baum­auf­stel­lung gewünscht, das Hoch­zie­hen mit einem am Kran befes­tig­ten Seil erschien zu tech­no­kra­tisch, dem Brauch nicht ange­mes­sen. „Es wäre toll, wenn es mit Man­nes­kraft gesche­hen wür­de“, hat­te es sogar aus den Rei­hen der Dach­de­cker gehei­ßen – und nun konn­te der Wunsch erfüllt wer­den. Denn im Hin­ter­grund wur­de sich für eine tra­di­tio­nel­le­re Form stark­ge­macht – und fiel beim Vor­stand der Wer­be­ge­mein­schaft auf frucht­ba­ren Boden. Somit war der Gefah­ren­be­reich in die­sem Jahr zwar erst­mals mit Flat­ter­band abge­sperrt – doch die Auf­stel­lung konn­te ohne Kran bewerk­stel­ligt wer­den.

Maibaumarbeiten
Die Quer­trä­ger wer­den befes­tigt | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Maibaumarbeiten
Letz­te Arbei­ten vor der Auf­stel­lung | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Auch die Idee, aus dem Mai­baum­auf­stel­len einen Wett­be­werb zu machen, spuk­te her­um, dass jedes Jahr eine ande­re Fir­ma oder Orga­ni­sa­ti­on den Mai­baum auf­stellt und die­se unter­ein­an­der um die bes­te Zeit wett­ei­fern. Doch die­se Idee wird nicht nur aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den wohl nicht umge­setzt wer­den: Spä­tes­tens, wenn die Schrei­ber­lin­ge der Aue­post an der Rei­he wären, wür­de der Mai­baum wohl in der Hori­zon­ta­len blei­ben.

Keine Zwischenfälle

Das Mai­baum­auf­stel­len klapp­te wie aus dem Bil­der­buch, obwohl zuvor nicht geprobt wer­den konn­te. Was heu­te also tat­säch­lich pas­sie­ren wür­de, wuss­te nie­mand, doch alles ging gut: Nach­dem der Tanz­kreis Wunstorf die Ver­an­stal­tung mit Volks­tän­zen eröff­net hat­te, wur­de gemein­sam gezo­gen, gestützt und gescho­ben – bis der 350 Kilo­gramm schwe­re Mai­baum schließ­lich stand. Anschlie­ßend gab es Frei­bier vom Fass von der Wer­be­ge­mein­schaft. Die Gefahr, dass die Män­ner den Mai­baum nicht in die Höhe bekom­men hät­ten, bestand nicht, erfuhr die Aue­post aus Exper­ten­krei­sen: Zunächst hät­ten die Kräf­te nur auf das Schar­nier in der Boden­ver­an­ke­rung gewirkt, der kri­ti­sche Punkt wür­de erst bei einem grö­ße­ren Win­kel erreicht – es sei­en aber aus­rei­chend Per­so­nen im Ein­satz gewe­sen.

Tanzkreis Wunstorf
Tanz am Mai­baum durch den Tanz­kreis Wunstorf | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Schwerer Maibaum
Schon­mal üben … | Foto: Mir­ko Baschet­ti
Maibaumaufstellung Wunstorf
… und hoch damit | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Frü­her hät­ten die Ort­schaf­ten auch noch mit har­ten Ban­da­gen um die Mai­bäu­me gekämpft, wuss­te Orts­bür­ger­meis­ter Sil­ber­mann, der die Zuschau­er und Mai­baum­auf­stel­ler will­kom­men hieß, zu berich­ten: Doch der „Brauch im Brauch“, den Nach­bar­dör­fern den Mai­baum abzu­sä­gen, ist zumin­dest in Wunstorf ein Relikt längst ver­gan­ge­ner Zei­ten, nie­mand muss hier die Mai­bäu­me bewa­chen. Denn der Kern­stadt-Mai­baum ist auch der Mai­baum aller Wunstor­fer: Alle Wap­pen der Orts­tei­le sind dar­auf ver­sam­melt, neben den Insi­gni­en der Part­ner­städ­te.

Gewett­ei­fert wird unter­ein­an­der nur noch über das Erschei­nungs­bild des Mai­baums und die Zahl der Teil­neh­mer – und bei­des konn­te sich in der Kern­stadt sehen las­sen: Denn noch eine Neue­rung gab es: der Baum wur­de die­ses Jahr in den Far­ben der Stadt – blau und gelb – gestri­chen und strahlt nun in den Far­ben Wunstorfs auf dem Markt­platz. Der Applaus der Pas­san­ten und Gäs­te war den Akteu­ren sicher.

Maibaum vor der Wunstorfer Stadtkirche
Nun steht er wie­der – in leuch­ten­dem Gelb auf dem Wunstor­fer Markt­platz | Foto: Mir­ko Baschet­ti

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2 Kommentare
  1. Kerstin Schwartz - Kallendorf sagt

    Peter Frie­ße und Peter Aldag

  2. Basti g. sagt

    Die Idee das jede Fir­ma mal den Baum auf­stel­len soll­te ist eine pri­ma idee !

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