Ach­tung, Zeit­um­stel­lung!

Es nervt vie­le: die Zeit­um­stel­lung im Früh­jahr und Herbst. Dank Smart­pho­nes und Funk­uh­ren geht die Zeit­um­stel­lung zwar heu­te fast unbe­merkt und auto­ma­tisch von­stat­ten, doch für den mensch­li­chen Orga­nis­mus bleibt es eine Belas­tung. Eine über­flüs­si­ge, denn das eins­ti­ge Ziel, am Abend Ener­gie zu spa­ren, wur­de nicht erreicht. Der ursprüng­lich geplan­te Effekt, in den Som­mer­mo­na­ten am Abend län­ger ohne künst­li­ches Licht aus­zu­kom­men, ist zwar ein­ge­tre­ten – dafür wird aber am frü­hen Mor­gen umso mehr Licht und Hei­zungs­en­er­gie benö­tigt.

Wird nie umgestellt: Sonnenuhr in Steinhude | Foto: Daniel Schneider
Wird nie umge­stellt: Son­nen­uhr in Stein­hu­de | Foto: Dani­el Schnei­der

Unterm Strich wird durch die Som­mer­zeit also nicht wesent­lich Ener­gie gespart, son­dern womög­lich sogar mehr Ener­gie ver­braucht. Die theo­re­tisch gute Idee ist somit inzwi­schen zu einem immer wie­der­keh­ren­den Schild­bür­ger­streich ver­kom­men, zu einem zivi­li­sa­to­ri­schen Ritu­al, das nur des­we­gen wei­ter­hin halb­jähr­lich began­gen wird, weil sich auch das ver­ein­te Euro­pa so mir nichts dir nichts nicht auf eine Abschaf­fung wird eini­gen kön­nen. Das Fest­hal­ten an der halb­jähr­li­chen Zeit­um­stel­lung dient neben dem län­ger hel­len Fei­er­abend in den Som­mer­mo­na­ten damit letzt­lich nur noch einem Ziel: einer län­der­üb­grei­fend mög­lichst ein­heit­li­chen Zeit­rech­nung.

Russ­land und die Tür­kei spie­len nicht mehr mit

Doch immer mehr Län­der spie­len das Spiel nicht mehr mit. In Russ­land gibt es seit 2014 kei­ne Som­mer­zeit mehr, nach­dem drei Jah­re zuvor die per­ma­nen­te Som­mer­zeit erprobt wur­de. Auch die Tür­kei schafft nun statt dem per­ma­nen­ten Wech­sel ein­fach die Nor­mal­zeit ab: Ab mor­gen gilt in der Tür­kei immer die Som­mer­zeit – die Tür­ken rücken damit in die Zeit­zo­ne von Sau­di-Ara­bi­en, in wel­chem in Mek­ka auch stets die­sel­be Uhr­zeit herrscht.

Ob solch eine Lösung auch für Euro­pa sinn­voll wäre, ist umstrit­ten. Einer­seits wür­de man die län­ge­re Hel­lig­keit am Abend das gan­ze Jahr über aus­nut­zen, sich dafür im Gegen­zug jedoch vom Grund­satz des Mit­tags als Son­nen­höchst­stand end­gül­tig ver­ab­schie­den. Vor allem aber hät­ten die vie­len Esels­brü­cken, trotz derer vie­le Som­mer­zeit­ge­plag­te an ihre per­sön­li­chen Gren­zen kom­men, ein Ende. Denn selbst mit den Erin­ne­rungs­hil­fen wie „im Früh­ling stellt man die Stüh­le vors Café, im Herbst wie­der zurück” hel­fen nur mäßig, da „vor­stel­len” plas­tisch aus­ge­drückt sowohl das Ver­än­dern des Stun­den­zei­gers in die eine oder die ande­re Rich­tung bedeu­ten kann.

Daher hier noch ein­mal die ein­deu­ti­ge Infor­ma­ti­on:

Info: Ende der Som­mer­zeit
Heu­te Nacht, am 30. Okto­ber, wird um 3 Uhr der Stun­den­zei­ger wie­der auf 2 Uhr gestellt. Das bringt 3 Effek­te mit sich:
• Eine Stun­de län­ger schla­fen (eigent­lich nicht, denn im Früh­ling hat man dafür bereits eine Stun­de geop­fert – die wird jetzt wie­der zurück­ge­ge­ben)
• Wenn es in den letz­ten Tagen beim Auf­ste­hen noch dun­kel war, dann hat man nun wie­der die Chan­ce auf etwas Tages­licht
• Abends wird es nun noch frü­her dun­kel

Für ein knap­pes hal­bes Jahr ist dann erst ein­mal wie­der Ruhe, bis es Ende März 2017 erneut heißt: Uhren umstel­len.


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