Wegen Sicherheit und Sauberkeit

Alte Wunstorfer Bäume werden gefällt

In Wunstorf verschwinden in nächster Zeit einige alte Bäume – aus den verschiedensten Gründen. Manche sind einfach im Weg, andere machen den Anwohnern zu viel Arbeit.

Bäume im Winter
Bäume in der Georg-Büchner-Straße | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Einige eigentlich gesunde Bäume in der Kernstadt werden demnächst gefällt. Während die einen die Anwohner stören, müssen sie an anderer Stelle wegen Umbauplänen weichen.

Fußgängerzone

Noch nicht endgültig entschieden ist, was mit den Bäumen in der Fußgängerzone im Bereich Südstraße passiert. Aus der Verwaltung kam der Vorschlag, die beiden alten Bäume im Hochbeet über der kanalisierten Südaue zu entfernen, damit die Geschäfte dahinter besser sichtbar werden. Denn das Hochbeet gilt als optischer Flaschenhals in der Südstraße, der so wirkt, als wäre die Fußgängerzone dort bereits zu Ende, wenn man aus Richtung Rathaus blickt. Diesen Effekt will man beseitigen.

Südstraße
Die mächtigen Bäume in der Südstraße sind von Umbauplänen bedroht | Foto: Daniel Schneider

Der Wunstorfer Ortsrat hat diesen Plänen bislang nicht zugestimmt und will erst noch genauer wissen, was dort statt dem Hochbeet gebaut werden soll. Letztendlich müssten die Bäume dann aber wohl weichen müssen, wenn das Hochbeet z. B. komplett entfernt wird.

Nordstadt

Die Straßenpflasterung in der Georg-Büchner-Straße macht eigentlich keinen aufgebrochenen Eindruck, doch Anwohner berichteten der Verwaltung, dass die Wurzeln der Straßenbäume in die Grundstücke durchbrechen würden. Die Bäume sind inzwischen zu groß für die Straßeninseln, sagt auch die Stadt. Hauptärgernis sind aber Blüten, Laub und Früchte der großen Kirschbäume, die in den 60er und 70er Jahren gepflanzt wurden: Die Kirschblüte ist eindrucksvoll, hinterlässt aber eine matschige Angelegenheit. Die herabfallenden und überfahren werdenden Kirschen verschlimmerten den Eindruck, heißt es.

Georg-Büchner-Straße Wunstorf
12 alte Bäume in der Georg-Büchner-Straße werden gefällt | Foto: Daniel Schneider
Bäume in Anwohnerstraße
Mächtige Bäume in der Georg-Büchner-Straße | Foto: Daniel Schneider

Die 12 Vogelkirschenbäume, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind und noch 20 bis 30 Jahre vor sich hätten, sollen daher nun entfernt werden. Die Verwaltung will die Bäume in allernächster Zeit fällen lassen, noch bevor sie wieder zu blühen beginnen. Der Ortsrat hat bereits grünes Licht gegeben. Als Ersatz für die „echten“ Kirschen sollen Zierkirschen oder Ahornbäume gepflanzt werden, die ein schlankeres Wachstum zeigen, kleiner sind und „unfruchtig“ blühen.

Barne

Am Barne-Schulzentrum müssen ebenfalls Bäume weichen: Drei 50 Jahre alte Bäume direkt an der Bushaltestelle werden im Herbst dieses Jahres entfernt, um Platz zu schaffen für den Zugang zu den haltenden Bussen. Denn der Bushaltebereich soll umgebaut werden: Derzeit gibt es dort, vor der Otto-Hahn-Schule, zwei Spuren für anfahrende Busse, doch dieser Bereich soll vereinheitlicht werden zu einer ebenen, barrierefreien Gesamtfläche.

Bushaltestelle vor der Schule
Bushaltestellen am Barne-Schulzentrum | Foto: Daniel Schneider

Die 2 äußeren Bäume an der Straßenkante können dabei bleiben, doch die 3 mittleren müssen weg und werden künftig keinen Schatten mehr für die sich dort drängenden Schüler spenden – nur noch ein letztes Mal in diesem Sommer. Den Umbau wird der Baubetriebshof vornehmen, auch diesen Plänen hat der Ortsrat bereits zugestimmt.

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6 Kommentare
  1. Tom Beule sagt

    DRECK….da werden einige traurig sein.obwohl .den Laub Bläser kann man auch so einsetzen… Kack spiesserei…

  2. Christian Urbeteit sagt

    An der Corvinius Kirche haben die echt einen radikal Akt gemacht,es ist nicht mehr möglich ohne Leiter zu benutzen das Obst zu pflücken. Muss aber auch dazu sagen das die Äste auch immer herunter gebrochen wurden obwohl das Obst noch nicht reif war.

  3. Monja Mai sagt

    Tja, da wo der Mensch kommt, muss die Natur leider weichen. Schade

  4. Babette Wölfel sagt

    Schrecklich. Ersetzt doch auch hoffentlich alle Grünflächen durch Beton und malt ihn grün an. Absolut pflegeleicht. Naja, alle paar Jahre mal wieder etwas Farbe drauf, das passt dann schon und sieht rucki zucki wieder toll aus. Und die Bäume einfach durch Plastikpalmen ersetzen. Auch die kann man billig alle paar Jahre austauschen. Und als Luftreiniger nehmt ihr einfach ein paar Elektroluftreiniger. Strom ist ja scheinbar günstiger, als im Herbst nen paar mal das Laub zu harken.
    Ich kann nicht verstehen, warum alles abgeholzt werden muss. Die Bäume hätten eh ’nur‘ noch 20-30 Jahre zu leben?! Naja, scheinbar jedoch länger als diejenigen, die sich diesen Scheiß ausdenken!
    Unfassbar!

  5. Grit Decker sagt

    ALLE Bäume machen „Dreck“!
    Früchtetragende Bäume mögen ja „Drecksschleudern“ sein, doch diejenigen, die sich „gestört“ fühlen, werden hocherfreut sein, alternativ zum sie derzeit „störenden“ Baum einen Ahorn gesetzt zu bekommen.

    Nur mal so zur Info -ich habe zwei davon vor’m Haus stehen-: auch die tragen Laub; sehr viel Laub.
    In zwanzig bis dreissig Jahren sind die derart groß gewachsen, dass die „Freude“ über den Laubabwurf im Herbst wie die „Alternativbäume“ groß sein wird.
    Doch egal: etliche der „Gestörten“ werden es nicht mehr erleben müssen…
    (Mir wird’s gerade ziemlich anders)

    Doch ich wäre nicht ich, könnte ich diesem -zum Druck geeignet gesagt- Dünnsinn nicht auch mit Galgenhumor betrachen.
    Ich sehe schon die bevorstehenden Straßenschlachten – nun auch in Wunstorf:
    die zwischen den Baumfeiden und den Hundehaltern.
    Dass nämlich die „Dreck-Bäume“ ein Hotspot (mal im schönsten Neudeutsch ausgedrückt) der Vierpfotigen ist, wird jedem bewusst sein.

  6. Petra Suhr sagt

    Kennt der Wunstorfer Rat die Essbare Stadt?Sollte er sich mal informieren. Ist ein sehr gutes System. Und bringt auch Farben in die Stadt. Dabei werden auch Obstbäume gepflanzt die nicht zu groß werden.

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