Grünschnitt auf dem Baubetriebshof

Annah­me nur noch für Wunstor­fer und Pri­va­te

Die Anlie­fe­rung von Gar­ten­ab­fäl­len beim Bau­be­triebs­hof wird neu gere­gelt, nach­dem der städ­ti­sche Bau­hof zuletzt regel­recht über­rollt wur­de: Orts­frem­de und Gewer­be­trei­ben­de wer­den künf­tig abge­wie­sen.

Bür­ger­meis­ter Eber­hardt, Maik Ren­ne­berg und Wil­helm Cor­des haben die Ent­wick­lung im Blick | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Eigent­lich war es ein­mal für die schnel­le Abga­be von klei­nen Men­gen Grün­ab­fäl­len aus Haus­hal­ten gedacht: Auf dem Weg zur Arbeit noch schnell einen Sack Grün­schnitt aus dem Vor­gar­ten direkt beim Bau­be­triebs­hof im Wunstor­fer Indus­trie­ge­biet abge­ben kön­nen, ohne gleich zur Depo­nie Kolen­feld fah­ren zu müs­sen. „Kur­ze Wege für klei­ne Men­gen“, so lau­te­te die Devi­se.

Bau­hof-Fahr­zeu­ge kamen nicht mehr vom Hof

Das klapp­te frü­her auch wie vor­ge­se­hen, doch seit letz­tem Jahr wur­de die Situa­ti­on unschön: Die anlie­fern­den Autos wur­den immer mehr, die Anhän­ger immer grö­ßer – und offen­bar immer mehr gewerb­li­che Fahr­zeu­ge und Autos von außer­halb bil­de­ten eine lan­ge Schlan­ge, teils zurück bis zum Krei­sel. Die eige­nen Fahr­zeu­ge des Bau­be­triebs­hofs kamen dadurch teil­wei­se nicht mehr vom Hof. Waren die Con­tai­ner über­füllt, muss­te zudem das Tor geschlos­sen wer­den, was bei den Anlie­fern­den für Ver­druss sorg­te und die Bau­be­triebs­hofflot­te eben­falls aus­brems­te.

Direk­tes Her­an­fah­ren an die Con­tai­ner ist in Wunstorf noch mög­lich | Foto: Dani­el Schnei­der

Denn die inner­städ­ti­sche Anlie­fe­rungs­mög­lich­keit ist nicht nur wegen der zen­tra­len Lage attrak­tiv, son­dern auch, weil man selbst mit einem Anhän­ger bequem direkt an die Ram­pe mit den tie­fer­ste­hen­den Con­tai­nern her­an­fah­ren kann.

Unfai­res Ver­hal­ten

Am Mitt­woch­mor­gen tra­fen sich Bür­ger­meis­ter Eber­hardt und Maik Ren­ne­berg, Lei­ter der Wert­stoff- und Abfall­ent­sor­gung von Aha, mit Bau­be­triebs­hof­chef Wil­helm Cor­des, um das neue Vor­ge­hen noch ein­mal zu bespre­chen. Wäh­rend­des­sen herrsch­te auf dem Platz bereits reger Ver­kehr, War­te­zei­ten waren in Kauf zu neh­men – obwohl der gro­ße nach Ostern erwar­te­te Ansturm noch nicht ein­mal begon­nen hat. Und nicht nur Wunstor­fer oder ande­re Regi­ons­han­no­ve­ra­ner lie­fer­ten flei­ßig ihren Grün­schnitt ab. Kenn­zei­chen aus Schaum­burg bis zum Ems­land waren zu sehen. Doch auch die ört­li­chen gewerb­li­chen Anlie­fe­rer sind der Stadt hier ein Dorn im Auge, wenn sie sich am Betriebs­hof die Kos­ten für die gewerb­li­che Ent­sor­gung spa­ren wol­len. Aus teils gro­ßen Hän­gern und Kas­ten­wa­gen wur­de immer wie­der ent­la­den, was alles ande­re als pri­vat wirk­te.

Daher zieht die Ver­wal­tung nun die Reiß­lei­ne, wie es zuvor im Ver­wal­tungs­aus­schuss dis­ku­tiert wor­den war: Statt den Ser­vice ganz ein­zu­stel­len, will man ihn für die Bür­ger erhal­ten, stellt nun aber kla­re Regeln auf: Nur noch ein Kubik­me­ter Grün­schnitt pro Tag darf abge­ge­ben wer­den, man braucht einen Wohn­sitz in Wunstorf und darf kei­ne gewerb­li­chen Zwe­cke ver­fol­gen. Wer mit frem­dem Kenn­zei­chen auf den Hof fährt, hat eine Anlie­fer­er­klä­rung aus­zu­fül­len. Damit soll sicher­ge­stellt wer­den, dass der Abfall aus pri­va­ten Haus­hal­ten und aus der Regi­on Han­no­ver stammt.

Stren­ge Durch­set­zung der Regeln

Die Regeln | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Schil­der mit den neu­en Regeln wur­den bereits auf­ge­stellt. Über die Ein­hal­tung der Regeln wachen ab nächs­ter Woche Mit­ar­bei­ter des Bau­be­triebs­hofs, denn sie sol­len streng durch­ge­setzt wer­den: Wer nicht aus Wunstorf kommt oder in den Ver­dacht gerät, gewerb­lich anzu­lie­fern, wird künf­tig abge­wie­sen. Im Visier hat man daher vor allem Autos mit orts­frem­dem Kenn­zei­chen und gewerb­lich wir­ken­de, gro­ße Fahr­zeu­ge. Wunstor­fer, die ein aus­wär­ti­ges Kenn­zei­chen am Wagen haben, müs­sen Nach­tei­le in Kauf neh­men, sie haben dann die Anlie­fer­er­klä­rung aus­zu­fül­len, die sicher­stel­len soll, dass sie wirk­lich aus Wunstorf sind. Bür­ger­meis­ter und Betriebs­hof rech­nen wegen der Ände­run­gen mit Unmut, wol­len mit erhöh­tem Per­so­nal­ein­satz aber dafür sor­gen, dass die schnel­le Abga­be von Klein­men­gen an Grün­schnitt in Zukunft auch wirk­lich wie­der schnell abläuft.

Info: Gar­ten­ab­fall­ab­ga­be
Pri­vat­haus­hal­te kön­nen ihren Grün­schnitt direkt auf dem Bau­be­triebs­hof, Sah­len­kamp 5, abge­ben. Frei­tags zwi­schen 7 und 12.30 Uhr, an ande­ren Werk­ta­gen von 7 bis 16 Uhr kann 1 Kubik­me­ter Grün­schnitt kos­ten­los in die dort auf­ge­stell­ten Con­tai­ner gewor­fen wer­den. Die Alter­na­ti­ve ist die Anlie­fe­rung auf der Depo­nie Kolen­feld, die etwa 5–10 Minu­ten Fahr­zeit wei­ter ent­fernt liegt.

Die neu­en Regeln wer­den ab 3. April ange­wen­det. Soll­te sich dadurch die Situa­ti­on auf dem Bau­be­triebs­hof nicht ent­schie­den ent­span­nen, wird über wei­te­re Maß­nah­men nach­ge­dacht. Das Anlie­fern mit Anhän­gern könn­te dann z. B. kom­plett ver­bo­ten wer­den.

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5 Kommentare
  1. Ralph meint

    Wenn das so stimmt, wie auf dem Bild auf­ge­schrie­ben, dann dürf­ten 13 der Wunstor­fer eh nicht mehr anlie­fern. Neben Trans­por­ter sind nun auch SUV aus­ge­nom­men. Und die­se fah­ren nun­mal immer­mehr Men­schen… Ich den­ke, dass ist berich­ti­gungs­wür­dig!

  2. Benjamin Hein meint

    War schon lan­ge nötig!

  3. Boris Schwanitz meint

    Kann ich nach­voll­zie­hen, wobei ich dann auch ne Erklä­rung aus­fül­len muss mit mei­nem offen­ba­cher Kenn­zei­chen. Aber das mit dem suv ver­bot ver­ste­he ich nicht. Muss der Dacia dus­ter dann nach Kolen­feld?

    1. Wunstorfer Auepost meint

      Da war man wohl über­vor­sorg­lich, es kommt eigent­lich nicht auf die Fahr­zeug­klas­se an. Nach Aus­sa­ge von z. B. Maik Ren­ne­berg geht es letzt­lich dar­um, gewerb­li­che Anlie­fe­rer und orts­frem­de Pri­vat­leu­te vom Hof fern­zu­hal­ten. Gro­ße Fahr­zeu­ge sind ein Indiz für Gewer­be, aber wer pri­vat Kas­ten­wa­gen fährt oder mit dem Dus­ter vor­bei­kommt, wird sicher nicht abge­wie­sen.

  4. Gastleser meint

    Das Pro­blem liegt doch ganz woan­ders: A – ist es die Zeit, die man da ver­tut. Und B – die feh­len­de Kon­trol­le.

    Grund­sätz­lich soll­ten die Bür­ger, die hier ihren Grün­ab­fall anlie­fern wol­len, weni­ger ego­is­tisch sein und auch an den Ande­ren den­ken: da wird mit vol­lem Hän­ger vor­ge­fah­ren und mit der Mist­ga­bel unter maxi­ma­ler Ver­tei­lung ver­sucht das Mate­ri­al in den Con­tai­ner zu beför­dern. Und natür­lich fegt kei­ner nach. ( Anhän­ger gehö­ren grund­sätz­lich nach Kolen­feld.)

    Ande­re sau­gen nach erfolg­ter Arbeit noch ihr Auto mit dem mit­ge­brach­ten Akksau­ger aus. Oder fal­ten ihre gebrauch­ten, blau­en AHA-Säcke noch nach DIN-Norm zusam­men…

    Das alles kos­tet Zeit! Und zwar mei­ne Zeit, der ich hin­ter Ihnen ste­he und Ihnen zuse­he…

    Und dass dann mal ein Mit­ar­bei­ter raus­kom­men und das The­ma regeln wür­de, habe ich per­sön­lich auch noch nicht erlebt!

    Etwas mehr Ver­ant­wort­lich­keit auf bei­den Sei­ten wür­de hier doch sehr hel­fen!

    In Anleh­nung an eine fast ver­ges­se­ne Kam­pa­gne:

    Du bist Wunstorf!

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