Wellasbest gefunden

Asbestplatten bei Idensen abgekippt

Zwischen Idensen und Haste wurde in den vergangenen Tagen asbesthaltiges Baumaterial in der Natur entsorgt. Die Polizei sucht nach den Tätern.

Symbolbild Polizeifahrzeug
Beschriftung auf einem Streifenwagen der Wunstorfer Polizei (Symbolbild) | Foto: Daniel Schneider

Idensen (red). Wie die Polizei heute meldet, wurden auf einer Ackerfläche in der Nähe der Osterriehe (Gemarkung Idensen/Wilhelmsdorf) knapp 25 rechteckige, wellenförmige Asbestplatten in einer Größe von jeweils etwa 2 Quadratmetern entsorgt.

Diese asbesthaltigen Platten, auch als Dachwellplatten oder Eternit-Platten bekannt, wurden früher meist als Dachbedeckungen verwendet und sind als solche heute noch vielerorts anzutreffen. Erst seit den 1990er Jahren wurden sie hierzulande völlig asbestfrei produziert. Auch das Luther Fulgurit-Werk stellte sie her. Seit 1992 dürfen die Asbest enthaltenden Platten nicht mehr verwendet werden. Wer sie unsachgemäß entsorgt, transportiert, wiederverbaut oder weitergibt, kann mit bis zu 5 Jahren Gefängnis oder Geldstrafe bestraft werden.

Die Wellasbestplatten können in der Zeit von Donnerstagabend (18 Uhr) bis Samstagmorgen (9.40 Uhr) auf das Feld gelangt sein. Die Wunstorfer Polizei hat ein Umweltstrafverfahren eingeleitet und Ermittlungen aufgenommen. Sie bittet um Zeugenhinweise unter Telefon (05031) 95300.

INFO: Gefährliche Asbestfasern
U. a. wegen seiner ausgezeichneten Hitzebeständigkeit wurde Asbest im letzten Jahrhundert als Bestandteil in vielen Baumaterialien verwendet. Obwohl die Gefährlichkeit des Stoffes schon lange bekannt ist (von Erkrankungen wusste man schon um 1900, als krebserregend gilt Asbest seit 1970), wurde Asbest in Deutschland erst 1993 komplett verboten, in der EU ist die Verwendung und Herstellung seit 2005 nicht mehr erlaubt. Die besondere Gefährlichkeit entsteht durch kleinste Fasern, die sich auch aus verarbeitetem Asbest lösen und als Staub in die Luft gelangen. Wenn diese Fasern eine bestimmte Form und Größe haben, setzen sie sich in der Lunge fest und lösen schwere Lungenerkrankungen und Tumore aus.
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1 Kommentar
  1. R. meint

    Ich kann den/die Täter zu einem gewissen Grad verstehen, da ich vor einigen Jahren auch mal einige „verseuchte“ Platten zu entsorgen hatte und diesen Spießruthenlauf der Entsorgung durchmachen musste. Ich musste nach Lahe zur Sondermülldeponie, mir dort einen entsprechenden Sack kaufen und die zu entsorgende Menge angeben. Dann wieder nach Hause, das Zeug luftdicht einpacken und wieder nach Lahe um dann die Entsorgung dort teuer zu bezahlen. Das Asbest hoch gefährlich ist, ist mir völlig klar, aber warum kann ich das nicht wie jeden anderen hochgiftigen Müll (z.B. Lacke/Farben/Elektronik) in Kolenfeld auf der Deponie abgeben? Von mir aus auch gegen Geld. Nicht mal die Säcke zur Verpackung haben die in Kolenfeld zur Ausgabe!
    Solange es da keine sinnvolle Entsorgungsstrategie gibt, ist völlig kalr, dass sowas regelmäßig vorkommen wird.

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