Stadtgesprächaktualisiert

Badeverbot am westlichen Steinhuder Meer

An der Weißen Düne in Mardorf gilt ab sofort ein Badeverbot. Auf der Badeinsel Steinhude darf weiter ins Wasser gegangen werden, jedoch ist auch hier mit Blaualgen zu rechnen.

Blaualgenwarnschild
Blaualgenalarm am Steinhuder Meer (Archivbild) | Foto: Daniel Schneider

Mardorf/Steinhude (red). Die für das Steinhuder Meer zuständige Region Hannover hat ein Badeverbot für den Bereich an der Weißen Düne in Mardorf erlassen. Messungen des Gesundheitsamts der Region Hannover haben dort eine starke Konzentration von Blaualgen ergeben.

Badewarnung auch für Steinhuder Seite

Seit heute, Montag, dem 5. August, gilt daher bis auf Weiteres das Badeverbot. Auf der Steinhuder Seite gilt kein Badeverbot, jedoch wurden an der Badeinsel ebenfalls erhöhte Blaualgenvorkommen registriert. Hier darf man weiterhin ins Wasser, allerdings gilt auch für diesen Bereich eine Badewarnung. Generell sollten Badende auf Trübungen und Schlierenbildung im Wasser achten und die entsprechenden Bereiche meiden. Je nach Wind- und Wellenverhältnissen können die Blaualgen-Ansammlungen an verschiedene Stellen im Uferbereich treiben.

Kleine Kinder und Hunde besonders gefährdet

Besonders Eltern von Kleinkindern und Hundebesitzer sollten wachsam sein. Beim Verschlucken des Wassers ist mit Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot zu rechnen. “Vor allem Kinder sollten nicht in Bereichen mit vermehrtem Blaualgenaufkommen baden und dort vom Plantschen im Uferbereich absehen”, sagt Dr. Constanze Wasmus, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin. Auch der Kontakt mit der Haut kann zu Reizungen führen.

INFO: Blaualgen
Blaualgen, genauer Cyanobakterien, sind eine algenähnliche Bakterienart. Nicht alle Arten erscheinen blau-grünlich, oft wirken sie schlicht grün. Besonders an seichten Stellen wie am Ufer kann es zu einer höheren Konzentration kommen. Die Algen produzieren verschiedene Gifte. Vor allem Hunde, die sich die Algen vom Fell lecken, können an einer Vergiftung sterben, im seichten Wasser planschende oder spielende Kinder riskieren Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen, wenn sie Wasser in der Nähe der Algen verschlucken. Der direkte Kontakt kann auch Hautreizungen und eine allergische Reaktion auslösen.

Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover überwacht während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September 23 Seen in der Region. Im vierwöchigen Rhythmus nehmen Hygieneinspektoren Proben, um das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten – so genannten Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli – zu untersuchen. Außerdem werden die Seen anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft. Manche Arten der Blaualgen scheiden gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können. Entsprechende Schilder mit Verhaltenshinweisen sind an den Badestellen aufgestellt. Kennzeichen für eine starke Blaualgenentwicklung sind eine bläulich-grünliche Trübung des Wassers, eine Sichttiefe von weniger als einem Meter und Schlierenbildung oder Aufrahmungen am Ufer. An welchen Uferbereichen sich Blaualgen konzentrieren, hängt im Wesentlichen von der Windrichtung ab. Das Aufkommen kann sich daher innerhalb kurzer Zeit ändern.

Nicht vom Namen täuschen lassen

Da sich auch außerhalb von Badestellen Blaualgen im Uferbereich konzentrieren können, weist die Region Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer vorsorglich darauf hin, dass auch Hunde im Falle von Blaualgenansammlungen nicht baden und kein Wasser schlucken sollten. Die Bezeichnung Blaualgen ist trügerisch, weil Blaualgen Bakterien ähnlicher sind als Algen und selten blau aussehen. Meist versteckt sich ihr blaues Pigment unter dem grünen Chlorophyll-a. Cyanobakterien ist der korrekte Name für Blaualgen.

Blaualgen
So sehen Blaualgen aus. Sie haben einen eher grünlichen Ton | Foto: Region Hannover

Woher die Blaualgen kommen

Cyanobakterien sind in unseren Seen und Flüssen natürliche Teile der Lebensgemeinschaften. Vor allem in nährstoffreichen Gewässern kann es bei anhaltend warmem Wetter zu einem sehr starken Wachstum von Algen und Blaualgen (“Blaualgenblüte”) kommen. Je nach Wetterlage können Cyanobakterien auch zur Oberfläche auftreiben und Schwimmteppiche und Aufrahmungen bilden, die der Wind am Ufer zusammentreiben kann. Das kann sehr schnell gehen und ist kaum vorhersagbar.

Cyanobakterien sind giftig und ein Gesundheitsrisiko, insbesondere wenn Wasser mit hohen Konzentrationen geschluckt wird oder in die Atemwege gelangt. Dies passiert am ehesten bei Wassersportarten mit intensivem Wasserkontakt wie Wasserskifahren, Windsurfen, Tauchen und Kopfsprung, aber auch beim Segeln in stürmischem Wetter. Cyanobakterien können Übelkeit, Durchfall und Entzündungen von Hals, Augen und Ohren hervorrufen. Eine Aufnahme von Cyanotoxinen durch die Haut ist unwahrscheinlich. Schwerwiegendere Folgen sind Magen-Darm-Entzündungen, Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen. Bei Kindern kann sich Lebensgefahr einstellen, wenn sie viel Wasser schlucken – etwa beim intensiven Toben oder gegenseitigem Untertauchen. In den flachen Bereichen ist oft die größte Konzentration von Cyanobakterien. Für Hunde und andere Haustiere können Cyanobakterien tödlich sein, wenn sie sich nach dem Baden das Wasser aus dem Fell lecken. Manche Hunde mögen auch verrottendes Blütenmaterial am Ufer – auch das kann zum Tod führen.

Bei Beschwerden zum Arzt

Wenn das Wasser grünlich-trübe ist oder wenn darauf eine grüne Schicht schwimmt (“Wasserblüte”), darf keinesfalls Wasser geschluckt werden. Auch das Einatmen von Aerosolen ist zu vermeiden, das beim Windsurfen entstehen kann. Kinder sollten nicht in flachen Bereichen toben, wenn sich dort hohe Konzentrationen von Blaualgen gesammelt haben. Die Situation am See sollte beobachtet werden. Dazu kann man langsam ins Wasser waten, ohne Sediment aufzuwirbeln. Wenn Erwachsene von der Kniehöhe an ihre Füße nicht mehr sehen können, sollte auf das Baden verzichtet werden. Nach dem Baden sollte man sich gründlich duschen und die Badesachen reinigen, um spätere Hautreizungen zu vermeiden. Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte zum Arzt gehen und das Gesundheitsamt informieren.

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Update: Seit dem 7. August ist das Badeverbot an der Weißen Düne wieder aufgehoben. Die Warnung vor Blaualgen gelten am Steinhuder Meer jedoch weiterhin.

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3 Kommentare

  1. Hallo,

    Sorry, abee kann es sein, dass man wegen dem Tourismus die Gesundheit von Badegästen auf der Badeinsel riskiert? Badewarnung, dass ich nicht lache!

    Ein Vater und Hundebesitzer.

  2. Für mich ist dieser Artikel ausgesprochen informativ und lehrreich:
    die hier beschriebenen Fakten und vor allem deren Details waren mir bisher nicht geläufig.

    Mit generellen Verboten tue ich mich -das gebe ich gerne zu- schwer.

    Im Interesse der schwächsten Glieder unseres Gemeinwesens -(kleine) Kinder; kranke oder geschwächte Mitmenschen und last but not least unseren tierischen Freunden, finde ich die Warnungen und das das angeordnete Badeverbot- angebracht.

    Ob es ausschließlich uns “Alten” selbst überlassen werden soll, ob wir dennoch “ins Wasser gehen” () wollen?
    Mmmh: das wird jede*r für sich allein entscheiden müssen…

    1. Ich lieeebe die Software (von wem und was auch immer) *grrr*:
      Keine Ahnung, aus welchen Gründen der #augenzwinkernde smiley hinter meinem “ins Wasser gehen” nicht zu sehen ist… *arrrgh*

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