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Logistikzentrum Garbsen

Corona: Nur vereinzelte Fälle am Amazon-Standort Wunstorf

Im Amazon-Logistikzentrum Garbsen war es vergangene Woche zu einem auffälligen Anstieg von SARS-CoV-2-Infektionen gekommen, fast die gesamte Belegschaft wurde nun getestet. Mit dem Paketverteilzentrum Wunstorf besteht kein Zusammenhang.

Amazon-Standort Wunstorf
Der Amazon-Standort in Wunstorf | Foto: Daniel Schneider

Region (red). Unter den Mitarbeitern des Amazon-Paketverteilzentrums in Wunstorf gibt es nur vereinzelte Fälle von Infektionen mit SARS-CoV-2. Das sagte gestern Hubert Thole vom Fachbereich zentrales öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover auf der Pressekonferenz zum aktuellen Infektionsgeschehen.

In Logistikzentrum Garbsen war es hingegen in den vergangenen Tagen zu auffällig gestiegenen Infektionsszahlen gekommen. Zwischen dem 7. und 11. Dezember war es zu mehr positiven Fällen in der Stammbelegschaft, aber auch unter externen Kräften wie Reinigungspersonal oder Mitarbeitern von Zeitarbeitsfirmen gekommen. Als potentielle Ansteckungsherde wurden die Raucherbereiche sowie die Anfahrtswege zum Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Shuttlebussen von der Behörde ausgemacht. Die Region bescheinigte Amazon überdies ein gutes Hygienekonzept. Die LKW-Fahrer in Garbsen etwa haben keinen direkten Kontakt zu den Mitarbeitern des Zentrums.

Raucherbereiche sowie An-/Abfahrt problematisch

Ein Großteil der Beschäftigen dort kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, darunter sehr viele Leiharbeiter. Auch wenn auf ausreichenden Abstand in den Fahrzeugen geachtet wurde, war eine Einstiegskontrolle etwa zu den morgendlichen Stoßzeiten – wenn 270 Personen am Standort ihre Schicht antreten – nach Angabe von Thole nicht gewährleistet. Amazon habe umgehend reagiert, eigene Bustouren verdoppelt und das Aufsichtspersonal verstärkt, auch außerhalb des Betriebsgeländes.

Die Gesundheitsbehörde war, als sich Ende der Woche ein Anstieg der Fallzahlen herauskristallisierte, am Standort Garbsen vorstellig geworden und hatte mit Amazon die komplette Testung der Beschäftigten vereinbart. Von knapp 700 Personen wurden seit Donnerstag mit Unterstützung der Johanniter etwa 90 Prozent mittels PCR-Test getestet, etwa 10 Prozent ließen sich nicht testen. Die Testverweigerer durften anschließend nicht mehr aufs Betriebsgelände. Am Montag standen noch knapp 150 Tests aus. Die positiv Getesteten wurden isoliert, die negativ Getesteten werden am heutigen Dienstag ein zweites Mal einem PCR-Test unterzogen.

250 Fälle

Mit Stand von gestern gab es 250 registrierte positive Fälle unter den Beschäftigten, die Hälfte davon war jedoch bereits schon wieder aus der Quarantäne entlassen, da es sich um Altfälle handelte. Die Region kalkulierte daher mit 125 bis 130 Neuerkrankungen in den letzten Tagen.

12 Kommentare

    1. Wie gut nur, dass Sie als radikaler Hetzer in unserem schönen Land nichts zu sagen haben. Aber sie würden sicherlich einen guten Diktator oder Propaganda-Minister abgeben.

      1. Sehr geehrter Herr Marc H.
        Wenn sie die Faktenlage immer noch nicht verstanden haben, zeigt das nur, dass Sie nicht nachdenken können oder wollen. Es ist immer einfach jemanden zu defamieren, als geeignete Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. Leute wie Sie zeigen doch nur, dass man harte Massnahmen ergreifen muss, da Sie nicht in der Lage sind, die Gefahr zu erkennen. Leide gehört zu den ergreifenden Massnahmen auch der Zwang. Und Ihr Recht und das Recht aller Coronaverweigerer hört da auf, wo Sie mutwillig oder aus dummheit die Rechte anderer verletzten. Ein Blick in das Grundgesetz wäre hier sehr hilfreich.

  1. Wieso gibt es testverweigerer haben die was zu verbergen ? Wunstorfer wenn ihr sehen wollt wie corona verbreitet wird fahrt vormittags mal zur Tas Tankstelle dort treffen sich die Amazon fahren und knuddeln sich

  2. Ich muss nicht verstehen können/müssen, weshalb zwar “nur” ein paar- doch die paar sind bereits zuviel- den Test verweigerten.

    Extrem unkollegial, nicht nachzuvollziehen und nicht akzeptabel.

    DIE Ausreden zu hören will ich mir nicht antun.
    *Kopfschüttel fassungslos*

      1. Wie auch immer die Einstellungen zu dem Unternehmen #Amazon und dessen Handeln gegenüber sind, die da ausgesprochen unterschiedlich ausfallen, so möchte ich als Zweckoptimistin auf der Aussage dessen Geschäftsführung vertrauen, dass dem Infektionsschutz der Kundinnen und Kunden spwie der Mitarbeitenden einen sehr hohen Stellenwert hat.

        Wäre an Dreistigkeit schwerlich zu toppen, wenn #Amazon die betreffenden Fahrer*innen auf uns Kundinnen und Kunden “loslassen” würde.

  3. @ Rosenbusch, warum wurden sie nicht entlassen….. Weil es laut Arbeitsrecht kein Entlassungsgrund ist. Und das ist gut so. Das verweigern des Tests hat nichts mit der vereinbarten Arbeitsleistung zu tun. Gleichzeitig ist es richtig, dass der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommt und die Annahme der Arbeitsleitung verweigert. Und jetzt wird’s arbeitsrechtlich kompliziert. Die Arbeitsleistung wurde von den Mitarbeitern angeboten aber vom Arbeitgeber nicht angenommen. Normalerweise steht den Mitarbeitern dann auch der Lohn zu. Das Vorgehen vom Arbeitgeber finde ich grundsätzlich richtig, aber so einfach ist die Sache nicht.

    1. @ Joachim Scholz

      Ihre Erwähnung, dass es arbeitsrechtlich gesehen ausgesprochen schwierig und komplex ist, die nachwievor von mir als unkollegial wahrgenommene Test-Verweigerung zu beurteilen, unterschreibe ich sofort:

      In den letzten Jahren seiner beruflichen Tätigkeit war mein Vater 1. “Ober-Indianer” 😉 des Betriebsrates bei #Pelikan in Hannover. Ewigkeiten her.
      Doch ich kann mich bestens an dessen Erzählungen erinnern…

  4. @ Grit D. Als amtierender “Ober-Indianer und ehrenamtlicher Arbeitsrichter kann ich nur die Rechtslage aufzeigen. Im übrigen, in Unternehmen mit Betriebsrat könnten solche Besonderheiten im Zuge einer Betriebsbereinbarung geregelt werden. Nun, wir sprechen hier von Amazon welches die Voraussetzungen dafür blockiert.

    1. @ Joachim Scholz

      Sie wie mein “Herr Erzeuger” 🙁 haben Kenntnisse, die mir fehlen.

      Dennoch ist mir- wie wohl den meisten anderen auch- bekannt, dass es u.a. in Bezug auf die Wahrnehmung der Arbeitnehmer*innen-Rechte beim Online-Riesen #Amazon alles andere als gut steht.

      Einer der Gründe, aus denen ich dort ausgesprochen selten bestelle.

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