Hol- und Bringzone an der Oststadtschule eingerichtet

Das Ende der Eltern­ta­xis?

Die Stadt reagiert auf zuneh­men­den Ver­kehr vor den Grund­schu­len. Seit ges­tern hat die Ost­stadt­schu­le einen expli­zi­ten Hol- und Bring­be­reich für „Eltern­ta­xis“: In der Nähe der Grund­schu­le wur­de Platz geschaf­fen für das schnel­le Abset­zen der eige­nen Kin­der.

Hol- und Bringzone Elterntaxis
Neue Beschil­de­rung an der Wil­helm-Busch-Stra­ße | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Der Auto­ver­kehr zu Schul­be­ginn und Schul­schluss, der durch die Eltern ver­ur­sacht wird, die ihre Kin­der mit dem Auto zur Grund­schu­le fah­ren, wird zuneh­mend mit Skep­sis betrach­tet – sowohl von Anwoh­nern als auch der Schu­le. Für vie­le Eltern scheint es wich­tig zu sein, die eige­nen Kin­der maxi­mal behü­tet bis unmit­tel­bar vor den Ein­gang der Schu­le zu fah­ren. Vie­le Eltern sei­en auch in Eile, und für ande­re wie­der­um gehö­re das Auto ein­fach dazu, berich­tet Schul­lei­te­rin Kat­rin Mudroch-Stör­mer.

Die „Eltern­ta­xi-Zone“

In Wunstorf reagiert man auf das Phä­no­men nun mit der Ein­rich­tung einer Art extra „Hal­te­stel­le“ für Eltern­ta­xis: An der Wil­helm-Busch-Stra­ße wur­den dazu nor­ma­le Park­plät­ze zeit­wei­se geop­fert und für einen bestimm­ten Bereich ein ein­ge­schränk­tes Hal­te­ver­bot ein­ge­rich­tet, das wäh­rend der Schul­an­fangs- wie -schluss­zei­ten gilt. Zusätz­lich ist die Zone mit Schil­dern gekenn­zeich­net, auf denen „Hol- und Bring­zo­ne – Grund­schu­le – Ab hier zu Fuß“ zu lesen ist. Der für eili­ge Eltern gedach­te Bereich befin­det sich direkt vor dem Gebäu­de der evan­ge­lisch-metho­dis­ti­schen Kir­chen­ge­mein­de.

Hol- und Bringzone Elterntaxis
Die­ser Bereich ist zu Schul­be­ginn und -ende künf­tig für Eltern­ta­xis gedacht | Foto: Dani­el Schnei­der

Dass die Ost­stadt­schu­le den Anfang macht, ist jedoch kein Zufall, denn hier sind Anwoh­ner und zu Fuß gehen­de Schü­ler beson­ders von dem „Anlie­fer­ver­kehr“ der Eltern betrof­fen: Die Wil­helm­stra­ße, an der sich der Haupt­ein­gang der Ost­stadt­schu­le befin­det, ist eine sehr schma­le Stra­ße, in der es bereits eng wird, wenn sich zwei Fahr­zeu­ge begeg­nen. Wenn ein­mal schlech­te­res Wet­ter ist, ent­ste­hen in der Wil­helm­stra­ße zu Schul­ver­kehrs­zei­ten chao­ti­sche Zustän­de.

Nicht direkt vor die Schu­le

Mit dem Ange­bot des neu­en Hol- und Bring­be­reichs sol­len die Autos aus der Wil­helm­stra­ße – und damit auch vom unmit­tel­ba­ren Schul­ein­gang, wo vie­le Kin­der als Fuß­gän­ger zusam­men­tref­fen und die Stra­ße über­que­ren müs­sen – fern­ge­hal­ten wer­den. Ande­rer­seits ist das Wei­ter­fah­ren oder Wen­den an der Wil­helm-Busch-Stra­ße für Eltern auch prak­ti­scher. Nun, mit der Ein­rich­tung der ein­ge­schränk­ten Hal­te­ver­bo­te, ist dort zu Schul­zei­ten per­ma­nent für eine Hand­voll kurz­zei­tig hal­ten­der Fahr­zeu­ge Platz. Wenigs­tens von dort aus sol­len die Schü­ler dann den kur­zen Weg zum Ein­gang selbst zurück­le­gen.

Ob das ange­nom­men wird, das weiß ich auch nicht.“Bür­ger­meis­ter Eber­hardt

Schul­lei­te­rin Kat­rin Mudroch-Stör­mer ist ent­spre­chend zuver­sicht­lich, dass die Eltern­ta­xi­zo­ne ange­nom­men wird und eine erhoff­te Stei­ge­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit ein­tritt. Bis­lang stand Mudroch-Stör­mer gele­gent­lich selbst in Warn­wes­te vor ihrer Schu­le und sprach ein­zel­ne Eltern auf ihr Ver­hal­ten an, wenn es zu gefähr­li­chen Situa­tio­nen zwi­schen Autos, Rad­fah­rern und Fuß­gän­gern kam. Bür­ger­meis­ter Eber­hardt sieht den durch Eltern ver­ur­sach­ten Auto­ver­kehr ohne­hin kri­tisch und fin­det, dass es allen Schü­lern zumut­bar ist, zu Fuß zur Schu­le zu kom­men. Schließ­lich wären die Grund­schu­len in Wunstorf dezen­tral ein­ge­rich­tet. Der neu­en Lösung räumt er eine Anlauf­pha­se von 6 Wochen ein – spä­tes­tens dann soll­ten sich Ergeb­nis­se zei­gen. Eine offi­zi­el­le Infor­ma­ti­on an die Eltern gab es bis­lang jedoch noch nicht, die­se wird in den kom­men­den Tagen von der Stadt Wunstorf ver­schickt.

Hol- und Bringzone Elterntaxis
Schul­lei­te­rin Kat­rin Mudroch-Stör­mer und Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt bei der Vor­stel­lung der Eltern­ta­xi­zo­ne | Foto: Dani­el Schnei­der

Eine beson­de­re recht­li­che Bedeu­tung kommt dem als Hol- und Bring­zo­ne dekla­rier­ten Bereich nicht zu, es gilt ein ganz nor­ma­les ein­ge­schränk­tes Hal­te­ver­bot, an dem man jeman­den kurz abset­zen kann. Ein Ein­fahr­ver­bot in die Wil­helm­stra­ße ist damit eben­so wenig ver­bun­den.

Wei­te­re Zonen könn­ten fol­gen

Bis­lang ist die neue Eltern­ta­xi­zo­ne für die Ost­stadt­schu­le mit ihren knapp 200 Schü­lern die ein­zi­ge in Wunstorf, doch wei­te­re könn­ten fol­gen. Jede Grund­schu­le hat die Mög­lich­keit, eine sol­che Hol- und Bring­zo­ne bei sich ein­zu­rich­ten, sofern der Bedarf besteht. Gemein­sam mit der Poli­zei und den jewei­li­gen Schul­lei­tun­gen ent­wi­ckelt die Stadt Wunstorf dann eine indi­vi­du­el­le Lösung. Die Stadt rech­net damit, dass es in Zukunft wei­te­re sol­cher Zonen geben wird – die Stadt­schu­le etwa dürf­te der nächs­te Kan­di­dat sein, da es hier wegen der Sack­gas­se vor der Schu­le zu ähn­lich pro­ble­ma­ti­schen Ver­kehrs­si­tua­tio­nen kommt.

Die bei­den Schil­der, die die Hol-und Bring­zo­ne kenn­zeich­nen sind übri­gens Uni­ka­te und in die­ser Form nur in Wunstorf zu sehen. Ähn­li­che Schil­der wur­den zuvor jedoch bereits an einer Garb­se­ner Grund­schu­le instal­liert. Eine klei­ne Pan­ne gab es aller­dings bei der Ein­rich­tung: Der Zusatz „werk­tags“ wur­de ver­ges­sen, so dass das Hal­te­ver­bot nun durch­ge­hend gilt – die Stadt wird den Feh­ler dem­nächst behe­ben.

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12 Kommentare
  1. Frederik Bach meint

    das waren noch Zei­ten, als man das Ver­trau­en genos­sen hat, allei­ne den Schul­weg bewäl­ti­gen zu kön­nen 😉

    1. Ral Wil meint

      Oh ja … ich glau­be nur nicht, dass das an den heu­ti­gen Kin­dern liegt…

    2. Kerstin Schwartz - Kallendorf meint

      Ral Wil mhhh

    3. Ral Wil meint

      Kers­tin Schwartz – Kal­len­dorf mmm mmm mmm von den Crash Test dum­mies ?

    4. Kerstin Schwartz - Kallendorf meint

      Ral Wil sagen wir mal die gan­ze Gesell­schaft ist mit dran Betei­ligt!

    5. Ral Wil meint

      Kers­tin Schwartz – Kal­len­dorf mit Sicher­heit!

  2. Nina Göntgen meint

    Susan­ne Reu­ter Jupp.

  3. Nina Göntgen meint

    Nach­trag.
    Den Kin­dern wird aber wenigs­tens für ein paar Meter eine Eigen­ver­ant­wor­tung mit­ge­ge­ben. Viel­leicht haben dann eini­ge die Chan­ce selbst zum Klas­sen­raum zu gehen und etwas Frei­raum zu bekom­men.

  4. Susanne Reuter meint

    Das sehe ich ein. Aber an der Ver­kehrs­si­tua­ti­on bzw. Unfall­ge­fahr ändert sich nichts.

  5. Ruzica Senad meint

    Ange­li­na Denis so penen

  6. Friedlies Reschke meint

    wir sind gespannt ob der Ver­kehr jetzt weni­ger wird.… Heu­te Mor­gen noch nicht..

  7. Grit Decker meint

    Mmmh:
    schwie­rig, hier eine ein­deu­ti­ge Posi­ti­on zu bezie­hen -für mich zumin­dest.

    Das The­ma der „Eltern­Ta­xis“ ist der­art kom­plex, dass es mit Sicher­heit für und gegen jede Sicht­wei­se schlüs­si­ge Argu­men­te geben wird.
    Und die­ses auch tut.

    Eine offe­ne und all­sei­tig fai­re Dis­kus­si­on wird Ver­ständ­nis für die von der eige­nen Mei­nung abwei­chen­den Ansich­ten her­vor­brin­gen -hof­fe ich mal mehr als nur zweck­op­ti­mis­tisch…

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