Der Mai­baum steht wie­der in Wunstorf

Schon vier Tage vor dem 1. Mai wur­de der Wunstor­fer Mai­baum zere­mo­ni­ell auf­ge­stellt. Am Don­ners­tag, den 27. April zog ihn ein Kran wie­der in die Höhe.

Am Kran wur­de der Mai­baum hoch­ge­zo­gen, anschlie­ßend mit der Lei­ter das Ver­bin­dungs­seil ent­fernt | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Die Her­kunft des Brauchs liegt ähn­lich geheim­nis­voll im Dun­keln wie die des Oster­feu­ers. Vom heid­ni­schen Baum­kult der alten Ger­ma­nen bis zum regio­na­len Brauch­tum der Dorf­ju­gend wird alles ver­mu­tet. Auf jeden Fall ist das Mai­baum­auf­stel­len eng ver­bun­den mit einem dazu­ge­hö­ri­gen Mai­fest.

Mai­baum hori­zon­tal, vor der Auf­rich­tung | Foto: Dani­el Schnei­der
So nah kommt man der Mai­baum­kro­ne sonst nicht | Foto: Dani­el Schnei­der

Mai­baum­auf­stel­len, das heißt in Wunstorf: Der alt­be­kann­te Pfos­ten wird wie­der in sei­ner Hal­te­vor­rich­tung arre­tiert, um ihn dann mit Hil­fe eines Krans auf­zu­rich­ten. Der Dach­de­cker­fir­ma Pre­s­uhn wur­de die­ses Jahr zum ers­ten Mal die­se Ehre zuteil. Mit einem Seil befes­tig­ten die Mit­ar­bei­ter den Mai­baum am Kran­aus­le­ger und zogen ihn behut­sam wie­der in die Höhe.

Das Seil ist mit­tig befes­tigt, alles fer­tig zum Hoch­zie­hen | Foto: Dani­el Schnei­der
Farb­lich abge­stimmt: Ulrich Schräp­ler und Orts­bür­ger­meis­ter Sil­ber­mann geben den Start­schuss | Foto: Dani­el Schnei­der

Was in ande­ren Gegen­den noch volks­tüm­li­cher abläuft und auf einer Fest­wie­se noch ganz anders began­gen wer­den kann als auf dem Markt­platz zwi­schen Rat­haus und Kir­che, hat in Wunstorf dadurch einen recht tech­ni­schen Cha­rak­ter. Bän­der-Tanz um den Mai­baum her­um gibt es nicht, eben­so wenig wei­te­res Brauch­tum rund um den Mai­baum. Getanzt wur­de dafür auf der Büh­ne: Der Tanz­kreis Wunstorf in Tracht sorg­te mit alt­deut­schen Volks­tän­zen für eine authen­ti­sche Atmo­sphä­re.

Es wäre toll, wenn es mit Man­nes­kraft gesche­hen wür­de.“

Selbst einer der unmit­tel­bar Betei­lig­ten wünsch­te sich ins­ge­heim eine rus­ti­ka­le­re Atmo­sphä­re, selbst bei dem Wis­sen, dass es aus ver­si­che­rungs­tech­ni­schen wie prak­ti­ka­blen Grün­den kaum mög­lich wäre. Den Wunstor­fer Mai­baum mit rei­ner Mus­kel­kraft von einem Dut­zend Män­ner in die Höhe zu brin­gen – dazu müss­te der Bereich um den Mai­baum viel zu weit abge­sperrt wer­den. Daher bleibt es auch in Wunstorf bei der siche­re­ren Kran-Vari­an­te.

Wap­pen­stän­der

In Wunstorf trägt der Mai­baum unter­halb der Kro­ne auf vier Quer­bal­ken die Wap­pen aller Wunstor­fer Stadt­tei­le sowie der Part­ner­städ­te Flers und Wol­mirstedt: Ganz oben Wunstorf, dar­un­ter Klein Hei­dorn und Kolen­feld, auf der drit­ten Spros­se Bokel­oh, Gro­ßen­hei­dorn und Idensen und ganz unten Luthe, Blu­men­au, Flers, Wol­mirstedt, Stein­hu­de und Mes­mero­de.

Wie groß die Wap­pen in Wirk­lich­keit sind, bemerkt man nor­ma­ler­wei­se nicht | Foto: Dani­el Schnei­der
Der Wunstor­fer Mai­baum ragt wie­der in die Wol­ken | Foto: Dani­el Schnei­der

Neu geschmückt wur­de der Wunstor­fer Mai­baum schon lan­ge nicht mehr, die Deko­ra­ti­on hat gelit­ten. Von einst 4 Figu­ren, die zwi­schen den Wap­pen thron­ten, ist momen­tan nur noch die obers­te erhal­ten; der Stamm ist nicht deko­riert, d. h. eine Spi­ra­le fehlt eben­falls. Zufäl­li­ger­wei­se sehen dafür die im Umkreis ste­hen­den Stra­ßen­la­ter­nen im Grun­de eben­falls alle aus wie klei­ne Mai­bäu­me. Wür­de man auch sie ein­wi­ckeln oder bun­te Bän­der in die Leucht­rin­ge hän­gen, wäre die Illu­si­on per­fekt.

Frei­bier und Tanz

Mar­co Bat­ter­mann stach das Fass an | Foto: Dani­el Schnei­der
… zur Freu­de der Besu­cher | Foto: Dani­el Schnei­der
Mai­en­haft: der Tanz­kreis Wunstorf …
… mit tra­di­tio­nel­len Volks­tän­zen | Foto: Dani­el Schnei­der

Nach dem Auf­stel­len des Bau­mes wur­de ein Fass Frei­bier ange­sto­chen – und der Tanz­kreis Wunstorf erober­te die Büh­ne. Beim Anstich ging dabei sogleich das ers­te Bier­glas zu Bruch, als es vom Schlä­gel getrof­fen wur­de – Glück für das kom­men­de Mai­fest scheint somit garan­tiert. Voll wur­de der Markt­platz an die­sem Don­ners­tag noch nicht, obwohl das Wet­ter mit­spiel­te und sich auch nicht Weni­ge vom Frei­bier oder Mai­baum­auf­stel­len locken lie­ßen. Das dürf­te am kom­men­den Mon­tag anders wer­den, wenn das eigent­li­che Mai­fest statt­fin­det, am 1. Mai ab 11 Uhr mit den „Pfunds­ker­len“ auf der Büh­ne.

Der direk­te Ver­gleich beweist es, …
… mit Mai­baum ist der Him­mel viel blau­er und die Fuß­gän­ger­zo­ne viel vol­ler. | Foto: Dani­el Schnei­der


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