Von Loccum bis Neustadt

Der Natur­park Stein­hu­der Meer soll grö­ßer wer­den

Der Natur­park Stein­hu­der Meer soll sich fast um ein Drit­tel ver­grö­ßern und Loc­cum oder die Neu­städ­ter Kern­stadt ein­schlie­ßen. Der gro­be Rah­men­plan steht bereits – die Skiz­zie­rung, wie der Natur­park Stein­hu­der Meer in Zukunft aus­se­hen soll, wur­de von der Regi­ons­ver­samm­lung der Regi­on Han­no­ver bereits gebil­ligt.

Schilf am Stein­hu­der Meer | Foto: Manue­la Köt­tel­hön

Hannover/Neustadt/Wunstorf (red). Vor über 40 Jah­ren ent­stand der Natur­park Stein­hu­der Meer, er wur­de trotz vie­ler Visio­nen und Kon­zep­te jedoch seit­dem nie fach­pla­ne­risch fort­ent­wi­ckelt. Das soll sich nun ändern: Die Regi­on Han­no­ver als feder­füh­ren­der Trä­ger des Natur­parks stell­te am Diens­tag sei­ne Plä­ne für die Zukunft des Parks vor.

Der Park soll deut­lich grö­ßer wer­den

Die Gren­zen des Natur­parks könn­ten dem­nach künf­tig deut­lich grö­ßer aus­fal­len. Eine gro­ße Erwei­te­rung ist süd­lich­west­lich des Mee­res im Bereich Sach­sen­ha­gen und Reh­burg-Loc­cum vor­stell­bar, Loc­cum und Münche­ha­gen wären dann Teil des Parks. Aber auch die Kern­stadt von Neu­stadt am Rüben­ber­ge könn­te künf­tig zum Natur­park­ge­biet zäh­len. Auf west­li­cher Sei­te wür­de sich der Park eben­falls aus­deh­nen und den Stein­hu­der Meer­bach umschlie­ßen.

Info: Natur­park Stein­hu­der Meer
Der „Natur­park Stein­hu­der Meer“ wur­de 1974 gegrün­det und liegt gemein­sam auf Wunstor­fer, Neu­städ­ter, Sach­sen­hä­ger und Reh­burg-Loc­cu­mer Gebiet – Kern­stück ist das Stein­hu­der Meer, der größ­te See Nord­west­deutsch­lands. Trä­ger sind die Regi­on Han­no­ver, der Land­kreis Schaum­burg und der Land­kreis Nienburg/Weser. Knapp über 10 % des Parks sind als Natur­schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen, wei­te Tei­le sind Land­schafts­schutz­ge­biet. Ein Natur­park dient dem Bewah­ren einer zusam­men­ge­hö­ri­gen Land­schaft sowie deren tou­ris­ti­scher Ver­mark­tung.

Natur­park­plan

200 Sei­ten hat das Doku­ment, für des­sen Umset­zung die Regi­ons­ver­samm­lung mit gro­ßer Mehr­heit votiert hat. Der Natur­park­plan Stein­hu­der Meer besteht aus drei Tei­len. Vor­an­ge­stellt ist eine Bestands­ana­ly­se, der Ist-Zustand, was bis­her erreicht wur­de. Was in den nächs­ten zehn Jah­ren erreicht wer­den soll, spie­gelt sich in den Ent­wick­lungs­kon­zep­ten wider. Die Grund­la­gen­mo­du­le skiz­zie­ren die wesent­li­chen Auf­ga­ben­be­rei­che der Natur­park­ver­wal­tung und ihrer Arbeit. Der Beschluss der Regi­ons­ver­samm­lung ist dabei die ers­te von drei Ent­schei­dun­gen. Die poli­ti­schen Gre­mi­en der Land­kreis­part­ner ent­schei­den in ihren nächs­ten Sit­zun­gen über das Plan­werk.

Wunstorf bleibt drau­ßen

Wunstorf blie­be bei den geplan­ten Erwei­te­run­gen außen vor, hier sind kei­ne Ver­än­de­run­gen geplant. Stein­hu­de und Gro­ßen­hei­dorn lie­gen bereits im Natur­park, bei Klein Hei­dorn ver­lie­fe auch künf­tig die Gren­ze.

Der Natur­park in sei­ner jet­zi­gen Aus­deh­nung (hell­blaue Linie) und die vor­ge­schla­ge­nen künf­ti­gen Abmes­sun­gen (dun­kel­blau) | Bild: Regi­on Han­no­ver

Ein for­mel­les Ver­fah­ren dafür gibt es jedoch nicht und es erge­ben sich dar­aus auch kei­ne Ein­schrän­kun­gen. Eine Neu­zie­hung der Gren­zen ist nicht mit denen von Natur­schutz- oder Land­schafts­schutz­ge­bie­ten ver­gleich­bar – die­se Aspek­te wer­den von dem Plan nicht berührt.

Alle ein­ge­gan­ge­nen Hin­wei­se aus der öffent­li­chen Betei­li­gung sei­en aus­ge­wer­tet wor­den und in den Natur­park­plan mit­ein­ge­flos­sen, sag­te Son­ja Papen­fuß, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Umwelt der Regi­on Han­no­ver. Durch den Betei­li­gungs­pro­zess kamen somit auch Wün­sche zu einer Erwei­te­rung des Natur­park­ge­bie­tes zum Tra­gen. Seit sei­ner Grün­dung 1974 bestün­de der Natur­park Stein­hu­der Meer fast unver­än­dert in sei­nen bekann­ten Gren­zen.

Die Grenz­zie­hung von anno 1974 war teil­wei­se nicht mehr nach­voll­zieh­bar und ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re hat dazu geführt, über eine mög­li­che Neu­ab­gren­zung bezie­hungs­wei­se Erwei­te­rung nach­zu­den­ken.“Son­ja Papen­fuß

Wie die gesteck­ten Zie­le erreicht wer­den kön­nen, zei­gen vier Schwer­punkt­the­men, sie umrei­ßen die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und zukünf­ti­gen Auf­ga­ben im Natur­park: Bar­rie­re­frei­heit, nachhaltige/regionale Wert­schöp­fung, Natur­er­le­ben und Umwelt­bil­dung sowie Tou­ris­mus und Erho­lung. Die vier The­men­fel­der sind von den Natur­park­trä­gern gemein­sam erar­bei­tet wor­den. Sie bau­en auf den Poten­zia­len des Natur­parks auf und grei­fen zugleich bereits ein­ge­lei­te­te Pro­zes­se auf.

Tou­ris­ti­sche Hin­wei­se im Rah­men des Natur­park-Mar­ke­tings | Foto: Dani­el Schnei­der

Kei­ne bin­den­de Wir­kung

Als Fach­plan ohne bin­den­de Vor­ga­ben soll der Plan laut Prof. Dr. Axel Priebs, dem Dezer­nen­ten für Umwelt, Pla­nung und Bau­en der Regi­on Han­no­ver, nach außen doku­men­tie­ren, dass die Trä­ger des Natur­parks sich auf einen Hand­lungs­rah­men und wesent­li­che orga­ni­sa­to­ri­sche Eck­punk­te ver­bind­lich ver­stän­digt haben. Er dient dabei eben­falls als Grund­la­ge für die Akqui­se von För­der­mit­teln. Die Ent­schei­dun­gen über Bereit­stel­lung von Haus­halts­mit­teln oder ver­bind­li­che Kon­kre­ti­sie­rung von Pro­jek­ten sei­en aber geson­der­ten Beschlüs­sen vor­be­hal­ten.

Der Natur­park­plan ist nun die Richt­schnur für die Arbeit der Natur­park­ver­wal­tung, eine Ent­schei­dungs­hil­fe für die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen in der Regi­on und den Part­ner-Land­krei­sen Schaum­burg und Nien­burg bei zukünf­ti­gen Vor­ha­ben.“Prof. Dr. Axel Priebs

Nach­dem die Abstim­mung mit den Land­kreis­part­nern erfolgt ist, wird die Natur­park­ver­wal­tung den Vor­schlag zur Neu­ab­gren­zung an das zustän­di­ge Umwelt­mi­nis­te­ri­um mel­den und von dort eine Bestä­ti­gung erhal­ten. Zukünf­tig wür­den dann in Kar­ten des Natur­parks, aber auch der über­ge­ord­ne­ten Pla­nung der Natur­park Stein­hu­der Meer in sei­nen neu­en Gren­zen dar­ge­stellt. Die­se rei­chen dann vom Klos­ter in Mari­en­see bis zum Klos­ter Loc­cum und ver­lau­fen zwi­schen Lei­ne und Ful­de. Ins­ge­samt wächst das Natur­park­ge­biet um rund ein Drit­tel.

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1 Kommentar
  1. Frank Struckmann meint

    Gehö­ren bei­de nicht dazu.

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