Die Angst vor falschen Rauchmelder-Prüfern geht um » Wunstorfer Auepost

Die Angst vor fal­schen Rauch­mel­der-Prü­fern geht um

Die Angst vor dem Rauch­mel­der-Trick­dieb­stahl greift in der Regi­on um sich. Nach­dem in Han­no­ver und Laat­zen tat­säch­lich Fäl­le bekannt wur­den, bei denen Die­be ver­such­ten, in Woh­nun­gen Wert­ge­gen­stän­de an sich zu brin­gen, indem sie sich als Rauch­mel­der-Prü­fer aus­ga­ben oder gar den guten Ruf der Feu­er­wehr aus­nutz­ten, macht die Nach­richt der­zeit vor allem in den sozia­len Netz­wer­ken, aber auch in den Nach­rich­ten die Run­de.

Symbolfoto: Markus Igelsboeck / pixelio.de
Sym­bol­fo­to: Mar­kus Igels­bo­eck / pixelio.de

Seit Anfang des Jah­res besteht in Nie­der­sach­sen Rauch­mel­derpflicht für Häu­ser und Woh­nun­gen, sodass es plau­si­bel erscheint, dass Kri­mi­nel­le im Fahr­was­ser der neu­en gesetz­li­chen Rege­lun­gen ver­su­chen, sich unter einem ent­spre­chen­den Vor­wand Zutritt zu Woh­nun­gen zu ver­schaf­fen. Zwei Fäl­le aus Han­no­ver und Laat­zen bestä­tig­ten die­se Befürch­tung. In bei­den Fäl­len wur­den Senio­ren das Opfer die­ser Form des Dieb­stahls.

Die Feu­er­wehr Kolen­feld gab gera­de erst eine ent­spre­chen­de Warn­mel­dung her­aus, und auch bei der Poli­zei im angren­zen­den Schaum­bur­ger Land klin­geln nun die Tele­fo­ne mit Anfra­gen besorg­ter Bür­ger. Auch in ande­ren Regio­nen Deutsch­lands macht die Mel­dung die Run­de, es sind aber kei­ne wei­te­ren Fäl­le bekannt. Die Poli­zei Nien­burg etwa betont aus­drück­lich, dass sie bis­lang kei­ner­lei Erkennt­nis­se hat, dass Trick­die­be sich als Feu­er­wehr­män­ner oder Ser­vice­tech­ni­ker aus­ge­ge­ben haben. Auch in Wunstorf sind bis­her kei­ne der­ar­ti­gen Fäl­le akten­kun­dig gewor­den.

Die Feuerwehr Kolenfeld warnt vor falschen Feuerwehrleuten
Die Feu­er­wehr Kolen­feld warnt vor fal­schen Feu­er­wehr­leu­ten

Feu­er­mel­der-Über­prü­fun­gen gibt es tat­säch­lich, aber die­se wer­den z. B. nie­mals von der Feu­er­wehr durch­ge­führt. Bei moder­nen Brand­mel­dern fin­det die War­tung sogar unsicht­bar statt, das heißt, dass die in den Woh­nun­gen ver­bau­ten Mel­der ihren Betriebs­zu­stand auto­ma­tisch in Inter­val­len an einen Daten­sam­mel­punkt fun­ken, der von Zeit zu Zeit von den von den Haus­ver­wal­tun­gen beauf­trag­ten Ser­vice­fir­men aus­ge­wer­tet wird.

Einen Ser­vice­tech­ni­ker für Rauch­warn­mel­der wer­den die meis­ten daher gar nicht erst zu Gesicht bekom­men. Zutritt zu den Woh­nun­gen ist in der Regel nur nötig, wenn es Fehl­funk­tio­nen gibt oder die Gerä­te wegen nach­las­sen­der Bat­te­ri­en aus­ge­tauscht wer­den sol­len. Aber auch hier­zu kom­men seriö­se Tech­ni­ker nicht unan­ge­mel­det ein­fach so bei den Mie­tern vor­bei. Zuerst schickt die Haus­ver­wal­tung i. d. R. einen Brief, der die War­tung durch Fremd­fir­men ankün­digt. Behörd­li­che Kon­trol­len, ob über­haupt Rauch­mel­der vor­han­den sind, gibt es über­haupt nicht. Erst recht nicht durch die Feu­er­weh­ren.

Auch arbei­ten ech­te Ser­vice­tech­ni­ker in der Regel allein, wäh­rend Trick­die­be meist in Grup­pen agie­ren, um ein poten­ti­el­les Opfer bes­ser ablen­ken zu kön­nen: Wäh­rend der eine Täter vor­täuscht, Rauch­mel­der zu prü­fen, ver­wi­ckelt ein ande­rer das Opfer in ein Gespräch, wäh­rend ein drit­ter die Woh­nung unauf­fäl­lig nach Wert­vol­lem durch­sucht. Wenn der Bestoh­le­ne die Tat schließ­lich bemerkt, sind die fal­schen Rauch­mel­derprü­fer dann schon längst über alle Ber­ge.

Unan­ge­mel­de­te, unbe­kann­te Ser­vice­tech­ni­ker soll­te man daher nicht in die Woh­nung las­sen – und statt­des­sen zunächst Rück­spra­che mit der Haus­ver­wal­tung hal­ten. Wenn sogar meh­re­re „Prü­fer“ unan­ge­mel­det vor der Tür ste­hen oder sogar behaup­ten, von der Feu­er­wehr zu kom­men oder von die­ser geschickt wor­den zu sein, soll­te man umge­hend die Poli­zei ver­stän­di­gen.

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