Stadtgespräch

Öffentliches Leben wird weiter eingeschränkt

Drastische Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Wunstorf

Niedersachsen setzt die weitergehenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens um, auf die sich Bund und Länder am Sonntag verständigt haben. Damit kommt es nun auch in Wunstorf zu weiteren Verschärfungen der bereits getroffenen Maßnahmen.

Leere Fußgängerzone
Leere Fußgängerzone | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). In Niedersachsen kommt es vorerst nicht zu Ausgangssperren, doch mit den jetzt umzusetzenden Verschärfungen verändert sich die Situation in der Stadt nochmals drastisch. Nachdem zunächst fast der komplette Einzelhandel und wenig später die Cafés und Restaurants (mit Ausnahme von Lieferdiensten) geschlossen wurden, werden jetzt auch Dienstleistungen von Frisören, Tattoostudios, Nagel- und Kosmetikstudios untersagt, wenn der genannte Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann. Optiker und Hörgeräteakustiker können jedoch weiterarbeiten.

Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt

Waren es bislang Appelle, Abstand zu den Mitmenschen zu halten, so wird nun Distanzpflicht angeordnet: Es ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Außerhäusliche Kontakte sind auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren, als Einzelner kann man sich jedoch weiter frei bewegen. Es dürfen allerdings nur noch höchstens zwei Personen in der Öffentlichkeit zusammenkommen. Ausgenommen von diesen Vorgaben sind Haushaltsangehörige, mit denen man gemeinsam in der Wohnung lebt. Familien z. B. dürfen also auch weiterhin gemeinsam auf die Straße und müssen keinen Abstand untereinander halten. Ansonsten ist die Grüppchenbildung untersagt, ebenso Picknicken und Grillen. Dies wird von der Polizei auch kontrolliert. Sportliche Aktivitäten dürfen im Freien weiter ausgeübt werden, Spazierengehen ist erlaubt, man soll sich nicht in seiner Wohnung völlig isolieren müssen, wenn die Distanzregeln beachtet werden. Auch alle beruflichen Tätigkeiten können im Rahmen der Möglichkeiten weiter ausgeübt werden.

Eingeklappte Restauranttische Wunstorf
Niemand sitzt in der Sonne: Die Gastronomietische sind eingeklappt | Foto: Malte Süß

Baumärkte kontrollieren, Schlangen vor Lebensmittelmärkten

In den nächsten Tagen ist außerdem damit zu rechnen, dass sich nun auch vor den Supermärkten Warteschlangen bilden, wie man es bislang vor allem von den Bildern aus Italien kannte. Denn Ladenbetreiber müssen nun sicherstellen, dass sich nicht mehr als ein Kunde pro 10 Quadratmeter Ladenfläche im Gebäude aufhält. Einige Märkte hatten bereits am Freitag keine Personengruppen mehr in die Läden gelassen und die Gesamtzahl an Kundenverkehr beschränkt. Die Baumärkte dürfen geöffnet bleiben, aber nur noch an Gewerbetreibende verkaufen und müssen dies kontrollieren. Der Verkauf an Privatkunden ist untersagt.

Wochenmarkt wird ausgedünnt

Bürgermeister Eberhardt hoffte am vergangenen Donnerstag noch, dass sich die Einzelhändler der Innenstadt eventuell sogar mit eigenen Ständen am Wochenmarkt beteiligen könnten. Auch das ist nun nicht mehr möglich, auf dem Wochenmarkt dürfen nur noch Lebensmittel verkauft werden, und auch hier ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Die neuen Maßnahmen sind zunächst bis zum 18. April befristet. Alle weiteren Infos zur aktuellen Situation infolge der Coronapandemie finden sich auf unserer Übersichtsseite.

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4 Kommentare

  1. Ich denke, dass wir zufrieden sein müssen, dass es angesichts der leider auch weiterhin vorhandenen Uneinsichtigen bei diesen Maßnahmen geblieben ist.

    Obwohl:
    “nachgelegt” -da bin ich mir sehr sicher- wird dann werden, wenn Fraktion “asozial” es weiterhin nicht kapieren will, dass die Situation kein Spaß ist, sondern ernstester Ernst.

    Erleichterung bei mir darüber, dass endlich auch die Mitarbeitenden in den Salons aus der Gefahrenzone in Form des unmöglichen Einhalten der Abstandhalte-Regeln genommenen wurde. War längst überfällig.

    Und eine gewisse Spannung ob dessen, was mich beim nächsten unumgänglichen Einkauf erwarten wird…

    1. Fraktion “asozial” ist eine absolut treffende Bezeichnung!
      Hab ich selber in diesem Zusammenhang auch schon mehrfach gebrauchen müssen.
      Und stimmt auch: Wir sollten froh sein, daß es lediglich ( bis jetzt…) bei den gegenwärtigen Maßnahmen geblieben ist.
      Hoffentlich begreifen jetzt auch endlich die letzten Ignoranten, daß Notwendige dieser – noch harmlosen- Einschränkungen endlich, um uns alle vor Schlimmerem zu verschonen!

      1. Wenn man das Problem genauer betrachtet sollte man von allein darauf kommen, daß es absolut notwendig ist sich an die Vorgaben zu halten. Da der Mensch in meinen Augen aber alles andere als Intelligent ist, wird es zu weiteren Einschränkungen kommen. Die Vernunft und der Will das so wenig wie möglich sich an dem Virus anstecken hat nicht jeder. Und seien wir ehrlich, es ist traurig das solche Beschlüsse gefasst werden müssen. Aber anders geht es nicht. Die Bundesregierung sollte sich vielleicht ein wenig an anderen Ländern orientieren. Lieber 14 zwangsisolation als krank.

      2. Die Erfahrungen von #Andrea Lietsch werden manche von uns besser als ihnen lieb ist kennen.
        Ob es auch die Letzten des unangenehmen “Stamm ignorante Asoziale” nun auch den Ernst der Lage kapieren werden, darf bezweifelt werden *gift galle sprüh*!

        Wir alle sind Menschen, demzufolge machen wir allesamt Fehler -auch in dieser Situation.
        Ich möchte jedoch klar zwischen rein menschlichem Fehlverhalten und bewusster Ignoranz differenzieren.

        Und den Frauen und Männer unseres Kommissariats traue ich durchaus die Fähigkeit der Differenzierung zu.
        Die werden somit beurteilen können, ob sich z.B. drei Menschen im Rahmen einer zufälligen Begegnung zu nahe kommen und einen kleinen Schwatz halten, oder ob da sich welche vom o.g. Stamme zusammen tun, um ganz bewusst ihr Sch***-Verhalten auszuleben.

        Man kann es nicht oft genug sagen:
        “Haltet euch an die Regeln- zum Schutz aller”

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