Neue Regelung am Nordwall

Elek­tro­fahr­zeu­ge dür­fen ins Park­ver­bot

Wunstorf hat ein (Zusatz-)Verkehrsschild mehr: Seit heu­te dür­fen Elek­tro­au­tos in einem Abschnitt am Nord­wall exklu­siv par­ken. Dadurch ent­ste­hen zusätz­li­che Park­plät­ze für E-Fahr­zeu­ge in der Innen­stadt.

Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt und Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Kari­na Leh­mann vor dem neu­en Schild | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (ds). Heu­te Vor­mit­tag wur­de das Schild frisch ange­bracht: Elek­tro­fahr­zeu­ge dür­fen am Nord­wall, gegen­über des Park­plat­zes, nun par­ken, wo für alle ande­ren Fahr­zeu­ge wei­ter­hin Hal­te­ver­bot besteht. Für 4–5 Elek­tro­au­tos ent­ste­hen dadurch zusätz­li­che Park­plät­ze in Fuß­gän­ger­zo­nen­nä­he. Nur ein Abschnitt im Park­ver­bot ist jedoch frei­ge­ge­ben, im wei­te­ren Ver­lauf der Stra­ße Rich­tung Stadt­gra­ben bleibt es beim abso­lu­ten Hal­te­ver­bot für alle Fahr­zeug­ar­ten.

Extra-Park­raum in der Kern­stadt, Aus­wei­tung in Stein­hu­de

Bür­ger­meis­ter Eber­hardt und Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Leh­mann stell­ten der Pres­se die neu­en Park­plät­ze heu­te vor. Die Stadt will damit einen wei­te­ren Bei­trag zur Elek­tro­mo­bi­li­tät leis­ten. Zeit­lich unbe­grenzt dür­fen Elek­tro­au­tos nun am Nord­wall par­ken, und auch einen Park­schein benö­ti­gen sie nicht. Lade­säu­len sind aller­dings nicht vor­han­den – noch nicht. Irgend­wann könn­ten auch hier ein­mal Lade­sta­tio­nen ste­hen, wie es sie bereits an ande­ren Stel­len in Wunstorf gibt, nicht jedoch in abseh­ba­rer Zeit.

Par­al­lel zur Ein­rich­tung des Extra-Park­raums in der Kern­stadt dür­fen E-Autos auch in Stein­hu­de nun län­ger par­ken: Auf dem Park­strei­fen „Am Gra­ben“ brau­chen sie kei­ne Park­schei­be mehr.

Gegen­über den Ver­bren­nern pri­vi­le­giert

Die jüngs­te Ände­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­be­stim­mun­gen macht sol­che Aus­nah­men vom Park­ver­bot jetzt mög­lich. Das Zusatz­zei­chen „elek­trisch betrie­be­ne Fahr­zeu­ge frei“, das so beschrif­tet oder als Pik­to­gramm (Auto mit Strom­ste­cker) exis­tiert, kann nun mit Park­ver­bots­schil­dern kom­bi­niert wer­den. Die Rege­lung gilt dann für rei­ne Elek­tro­au­tos und Hybrid­fahr­zeu­ge, wenn sie ent­spre­chend gekenn­zeich­net sind („E“ am Ende des Num­mern­schilds oder E-Pla­ket­te). Die­se dür­fen in so beschil­der­ten Berei­chen ste­hen.

Hier dür­fen E-Autos nun par­ken | Foto: Dani­el Schnei­der

Ein Dut­zend Elek­tro­au­tos

Erst ein gutes Dut­zend Elek­tro­au­tos gibt es in Wunstorf, mit Hybrid­an­trieb sind es deut­lich mehr, doch Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Kari­na Leh­mann beob­ach­tet schon seit Län­ge­rem auch immer mehr aus­wär­ti­ge Besu­cher, die mit Elek­tro­fahr­zeu­gen nach Wunstorf kom­men und z. B. auch Park­plät­ze samt Lade­sta­ti­on am Bau­amt in der Stifts­stra­ße nut­zen. Auch die Stadt Wunstorf selbst hat ein Elek­tro­au­to in ihrer Flot­te, das über den Fahr­zeug­pool von allen Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern genutzt wer­den kann.

Die Bun­des­po­li­tik tut zu wenig

Pri­vat sieht Wunstorfs Bür­ger­meis­ter die Zeit für ein Elek­tro­au­to aller­dings noch nicht gekom­men, die Nach­tei­le bei Lang­stre­cken sei­en zu groß. Nach­ge­dacht habe er über Hybrid­an­trieb, doch die Hybrid­ver­si­on sei­nes favo­ri­sier­ten Modells sei preis­lich alles ande­re als attrak­tiv.

Info: Par­ken im Park­ver­bot
In der StVO gibt es seit Kur­zem die Mög­lich­keit, mit dem Zusat­zei­chen „elek­trisch betrie­be­ne Fahr­zeu­ge frei“ an bestimm­ten Stel­len das Par­ken eben­die­ser Fahr­zeu­ge zu ermög­li­chen, wie zum Bei­spiel in ein­ge­schränk­ten Hal­te­ver­bots­zo­nen oder in Berei­chen, wo eine Park­schei­be vor­ge­schrie­ben ist. Die­se Mög­lich­keit nutzt nun auch die Stadt Wunstorf an zwei Stel­len. Zum einen am „Nord­wall“ in der Kern­stadt und zum ande­ren in Stein­hu­de auf dem Park­strei­fen „Am Gra­ben“, wo eigent­lich nur Par­ken mit Park­schei­be (eine Stun­de, in der Zeit von 9–18 Uhr) mög­lich ist. Die Stadt Wunstorf wird beob­ach­ten, wie die­se Rege­lun­gen für Elek­tro­fahr­zeu­ge ange­nom­men wer­den und ob die­se zu einem spä­te­ren Zeit­punkt aus­ge­wei­tet wer­den soll­ten.

In der Zukunft, da waren sich Leh­mann und Eber­hardt sicher, wer­de das E-Auto sei­nen fes­ten Platz im Stra­ßen­ver­kehr haben: es sei, wenn die Infra­struk­tur wei­ter wach­se, ide­al für den Stadt­ver­kehr und die Kurz­stre­cke. Auf Lang­stre­cken wäre man dann viel­leicht mit Was­ser­stoff­an­trieb unter­wegs.

Wirk­lich attrak­tiv wer­de das Elek­tro­au­to erst dann wer­den, wenn die Poli­tik attrak­ti­ve­re Rah­men­be­din­gun­gen schafft. Steu­er­vor­tei­le oder ein dich­tes Lade­sta­tio­nen­netz wären die Vor­aus­set­zung, dass sich hier deut­lich etwas bewegt. Die skan­di­na­vi­schen Län­der z. B. sei­en da schon viel wei­ter.

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10 Kommentare
  1. Nina Göntgen meint

    Also sind die Vor­aus­set­zun­gen für ein abso­lu­tes Hal­te­ver­bot bei Elek­tro­au­tos nicht mehr vor­han­den? Die behin­dern also weder die Sicht noch den beid­sei­ti­gen Ver­kehr?
    Gute Idee wie­der schlecht durch­dacht. Für zwei Meter die man „näher“ an der Stadt ist.

    1. Wunstorfer Auepost meint

      Der Park­raum ent­steht im ein­ge­schränk­ten, nicht im abso­lu­ten Halt­ver­bot.

    2. Nina Göntgen meint

      Mei­net­we­gen auch das.
      Trotz­dem herrscht gera­de zu Stoß­zei­ten dort ger­ne mal Cha­os. Weiß nicht. Ich bin auf jeden Fall für Elek­tro­au­tos, aber man hät­te viel­leicht lie­ber für kör­per­lich ein­ge­schränk­te Men­schen sol­che Park­plät­ze anbie­ten sol­len. Oder Eltern, die dann nicht über die Stra­ße müs­sen.
      War­um dann für teu­re Elek­tro­au­tos?

    3. Wunstorfer Auepost meint

      Nina Gönt­gen Die Fra­ge ist berech­tigt. Wenn da irgend­wann die ers­ten Elek­tro-LKWs par­ken, wird man sich das sicher noch mal über­le­gen… 😉

    4. Nina Göntgen meint

      Kicher, ja bestimmt.

  2. Jacky Stachan meint

    Mein Auto hat einen Ziga­ret­ten­an­zün­der, es fühlt sich dis­kri­mi­niert!
    Schließ­lich hat es auch eine Steck­do­se.

  3. Julia Hasenbein meint

    War­um wer­den elek­tro­au­tos nicht wie nor­ma­le Autos behan­delt zwecks Vor­schrif­ten? Ver­ste­he ich nicht und es ist wirk­lich doof.…

  4. Thomas Riedel meint

    Und wo ist da die Lade­sta­ti­on? Ich sehe da nix auf dem Bild.

  5. Lutz Winkler meint

    Ich fin­de das gut. Wir haben in den Hybrid aus Umwelt­grün­den inves­tiert. Schön, auch mal einen Vor­teil davon zu haben. Wenn auch nur einen klei­nen. Lade­sta­ti­on wäre cool 🙂

    1. Lutz Winkler meint

      Nein, das ist nicht rich­tig. Alle Elek­tro­au­tos haben ein E am Ende im Num­mern­schild. Nur damit der Beam­ten­pö­bel (Poli­tes­sen etc.), die sonst nichts wis­sen, eine Unter­schei­dungs­mög­lich­keit zu nicht­elek­tri­schen Autos haben .

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