Wischhöver sieht „die Medien“ als mitursächlich

Farbattacke auf Haus des Wunstorfer AfD-Vorsitzenden

Der Vorsitzende der Wunstorfer AfD war in der Vergangenheit bereits öfter Anfeindungen ausgesetzt. Nun wurde jedoch möglicherweise die erste Straftat verübt: das Wohnhaus von Bernd Wischhöver wurde mit Farbe verunstaltet.

Farbbeutelattacke auf Wohnhaus
Farb­beu­tel­at­ta­cke auf das Haus des Wunstor­fer AfD-Vor­sit­zen­den | Foto: pri­vat

Stein­hu­de (red). Ges­tern Nach­mit­tag ging die AfD Wunstorf mit einer Pres­se­mit­tei­lung an die Öffent­lich­keit, nach­dem der Vor­fall der Poli­zei­dienst­stel­le Wunstorf zur Kennt­nis gebracht wor­den war: das Wohn­haus des AfD-Poli­ti­kers und Vor­sit­zen­den des Wunstor­fer AfD-Orts­ver­ban­des wur­de in der Nacht von Frei­tag auf Sams­tag – kurz vor Mit­ter­nacht – mit Far­be bewor­fen. Die Fas­sa­de des Hau­ses wur­de dadurch punk­tu­ell mit vor allem grü­ner Far­be bedeckt, dane­ben gab es auch klei­ne­re Sprit­zer in ande­ren Far­ben. Ver­mut­lich wur­den dazu u. a. Sof­ta­ir-Farb­ku­geln benutzt.

Permanente Belästigungen

Nicht an die Öffent­lich­keit gebracht hat­te Wisch­hö­ver bis­lang die Vor­gän­ge, denen er immer wie­der aus­ge­setzt ist: auf­grund sei­ner Mit­glied­schaft in der AfD, und hier­bei ins­be­son­de­re in der Funk­ti­on als Wunstor­fer Vor­sit­zen­der, erhal­te er merk­wür­di­ge Anru­fe und Brie­fe, wie Wisch­hö­ver gegen­über der Aue­post sag­te. In letz­ter Zeit hät­ten sich die­se Din­ge ver­stärkt. In der Ver­gan­gen­heit hat­te die Wunstor­fer AfD zudem Pro­ble­me, Gast­stät­ten für par­tei­li­che Zusam­men­künf­te zu fin­den, da deren Betrei­ber von Drit­ten offen­bar unter Druck gesetzt wor­den waren.

Politisch motivierte Tat?

Mit der Farb­at­ta­cke auf sein Haus sieht Wisch­hö­ver aber nun eine Gren­ze über­schrit­ten und sucht die Öffent­lich­keit wie auch die par­tei­in­ter­ne The­ma­ti­sie­rung.

Der AfD als Gesamt­par­tei wirft man unbe­rech­tig­ter­wei­se vor, die Demo­kra­tie gefähr­den zu wol­len, hier aber waren tat­säch­lich Men­schen am Werk, die die demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung unse­res Lan­des offen­bar nicht akzep­tie­ren und gege­be­nen­falls auch Straf­ta­ten für ihre Zie­le in Kauf nimmt.„Bernd Wisch­hö­ver

Der Wunstor­fer AfD-Vor­sit­zen­de geht von einem poli­ti­schen Hin­ter­grund aus und kann sich kei­ne sons­ti­gen Grün­de für die Atta­cke vor­stel­len. Sie wür­de nicht ihm per­sön­lich gel­ten, son­dern er wäre auf­grund sei­ner AfD-Mit­glied­schaft zum Ziel gewor­den. Ein „Kin­der­scherz“ sei es jeden­falls nicht, da die Atta­cke gegen Mit­ter­nacht statt­ge­fun­den hät­te, so Wisch­hö­ver.

Medien-Mitschuld

Als Ursa­che für die Beläs­ti­gun­gen macht Wisch­hö­ver auch „die Medi­en“ ver­ant­wort­lich: Die AfD sei auf­grund der Art und Wei­se in der Bericht­erstat­tung „zur Jagd frei­ge­ge­ben“ wor­den. Die Pres­se habe den Ein­druck ver­mit­telt, dass es die Demo­kra­tie ret­ten wür­de, wenn man etwas – egal mit wel­chen Mit­teln – gegen die AfD unter­neh­me. In Din­gen wie der jet­zi­gen Farb­at­ta­cke wür­den sich nun die Ergeb­nis­se zei­gen. Eben­so beklagt Wisch­hö­ver die Ver­harm­lo­sung in der Bericht­erstat­tung sol­cher Vor­fäl­le. Auch die Wunstor­fer Lokal­pres­se wür­de Täter von Sach­be­schä­di­gun­gen durch Far­be immer wie­der ver­harm­lo­send nur als „Schmier­fin­ken“ bezeich­nen.

Straf­an­zei­ge wegen Sach­be­schä­di­gung – die nor­ma­ler­wei­se nur auf Antrag ver­folgt wird –, hat Wisch­hö­ver jedoch nicht gestellt.

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16 Kommentare
  1. Michael Ungermann sagt

    Man kann von der afd hal­ten was man will, der der Mann ist eine sehr net­te Per­son und Van­da­lis­mus hat so oder so nix zu suchen

  2. Almut Wohnlich sagt

    Farb­schmie­rei­en sind ein Schiss gegen eini­ge Äuße­run­gen von Mit­glie­dern der Par­tei. Eini­ge wer­den wis­sen was ich mei­ne

  3. Thomas Steglich sagt

    Wenn jedem, wegen irgend wel­chen Äuße­run­gen, die ande­ren nicht pas­sen sein Eigen­tum beschä­digt wird, dann gute Nacht, das geht gar nicht, Demo­kra­tie ade

  4. Thomas Heunatzki sagt

    Sieh, sieh an. Wenn es gegen bestimm­te Men­schen oder Mei­nun­gen geht, ist Gewalt und blin­de Zer­stö­rungs­wut legi­tim. Kran­ke Leu­te…

  5. Kirsten Wischhöver sagt

    Sowas macht man nicht, ganz ein­fach. Ich beschmie­re auch nicht ande­rer Leu­te Eigen­tum, weil mir die Sicht­wei­se oder die Fri­sur nicht passt! Evtl. müss­te man auch mal in Erwä­gung zie­hen, dass dort Per­so­nen woh­nen, die mit der AfD nichts zu tun haben..

    1. Grit Decker sagt

      DAS sagen Sie bit­te mal den ‑sor­ry- Hir­nis, die auf der­ar­tig inak­zep­ta­bler Wei­se ihren Unmut (unab­hän­gig von des­sen Berech­ti­gung) zum Aus­druck brin­gen.
      Ohne mich in die Kaf­fe­satz-Lese­rei zu bege­ben, der Erfolg wird gen Null sein. *grrrr knurr*

  6. Grit Decker sagt

    Pro­blem­los ste­he ich dazu, dass ich der AfD pol­tisch nicht nahe ste­he, auch wenn nicht alles, was ein­zel­ne Par­tei­mit­glie­der von sich geben, in mei­nen Augen gänz­li­cher „Bull­shit“ ist.

    Ob die Medi­en „schuld“ an AfD-ableh­nen­den Ein­stel­lun­gen sind, wage ich anzu­zwei­feln, die Ver­ant­wor­tung liegt (per­sön­li­che Mei­nung!) in den Äus­se­run­gen deren Poli­ti­ker.

    Wie gesagt:
    ich bin kein „Fan“ die­ser Par­tei ‑wie so vie­le ande­re Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger auch.

    Den­noch hat es nichts mit durch­aus legi­ti­men Pro­test zu tun, wenn Abge­ord­ne­te die­ser Frak­ti­on tät­lich ange­gan­gen wer­den!
    Unab­hän­gig davon, dass es sich hier „nur“ um eine Sach­be­schä­di­gung han­delt.

    Ich weiß, dass ich mir viel­leicht kei­ne Freun­de mit mei­ner Über­zeu­gung mache, wenn ich ganz klar sage:
    „So geht man nicht mit (poli­tisch) Anders­den­ken­den um!“.

  7. Andreas Michael Mankus sagt
  8. Basti g. sagt

    Kame­ras auf­bau­en und die­se schmutz­fin­ken ver­kla­gen echt eine fei­ge Frech­heit

  9. Henning Larsch sagt

    Bun­te Far­be an der Haus­fas­sa­de … „- dan­ke Wunstor­fer Aue­post 😉

  10. Stefanie Kao sagt

    Ich glau­be, die gan­zen „ich bin ja kein AfD Anhän­ger, aber so schlimm sind die doch gar nicht“ Kom­men­ta­re gehen mir lang­sam auf die Ner­ven. Wuss­te gar nicht, dass die Gegend so rechts ist.

    1. Marcel Sch sagt

      Sie unter­stüt­zen die Angrif­fe also!?

    2. Grit Decker sagt

      Wenn #Ste­fa­nie Kao die­ser Über­zeu­gung ist:
      ihre per­sön­li­chen Mei­nung, die es erst­mal so hin­zu­neh­men gilt.

      Bauch­schmer­zen hin­ge­gen berei­tet mir die ange­führ­te Begrün­dung, die auf die ein­ge­stell­ten Kom­men­ta­re huft.
      In den bis zu dem State­ment von #Ste­fa­nie Kao ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­gen konn­te ich trotz wie­der­hol­tem Lesens kei­ne Aus­sa­ge fin­den, die Anlass zur Bil­dung deren Sicht­wei­sen sind.

      Nun kann ich nicht wis­sen, ob die Lese­rin zu den­je­ni­gen gehört, die sich erklä­ren, oder eher den unan­ge­neh­men Zeit­ge­nos­sen zuzu­rech­nen ist, die „ihr Pul­ver ver­schie­ßen“ und dann „in den Wald des Schwei­gens abtau­chen“.

      Dank akti­vier­ter Benach­rich­ti­gung beim Ein­gang neu­er Kom­men­ta­re, wer­de ich es ja erle­ben, wel­che Frak­ti­on favo­ri­siert ist/werden wird…

  11. Der Demokrat sagt

    Was eini­ge Leu­te so als „nicht so schlimm“ emp­fin­den, das ist erschre­ckend. Wunstorf ist „rechts“?! Das kann jemand aus dem när­ri­schen Rhein­land ja ganz bestimmt beur­tei­len… NEIN: Wunstorf ist ganz und gar nicht „rechts“.
    Und die AfD ist eine basis­de­mo­kra­ti­sche Par­tei, die demo­kra­tisch in den Bun­des­tag, die Land­ta­ge usw. gewählt wur­de.

    1. Basti g. sagt

      Da kann man dem Demo­kra­ten nur zustim­men wenn Wunstorf ein so rech­tes Ört­chen wäre gäbe es bestimmt nicht an jeder Ecke einen Italiener,Chinesen oder döne­r­im­biss selbst die wohn­welt gibt es ohne pro­ble­me ! Das man­che Aus­län­der über­re­agie­ren kön­nen wir denen ja nicht ver­übeln das ist halt ihre Men­ta­li­tät oder Erzie­hung bei vie­len hat das weib­li­che Geschlecht hält kei­nen Wert aber damit müs­sen wir umzu­ge­hen ler­nen oder etwas ändern was nicht not­wen­dig ist wenn wir uns anpas­sen wür­den in unse­rem schö­nen land

    2. Grit Decker sagt

      …Und die AfD ist eine basis­de­mo­kra­ti­sche Par­tei, die demo­kra­tisch in den Bun­des­tag, die Land­ta­ge usw. gewählt wur­de.“

      Teil 1 ist in mei­nen Augen eine Far­ce.

      Teil 2 ist mit Sicher­heit kor­rekt, d.h. zutref­fend.
      Die Ergeb­nis­se sämt­li­cher Wah­len zeigt uns allen, dass es hier eben nicht aus­schließ­lich „Pro­test­wäh­ler“ waren ‑wie anno dazu­mal bei den Repu­bli­ka­nern und den Piraten‑, die der AfD ihre Stim­me gaben.
      Damit müs­sen wir leben und umzu­ge­hen ler­nen. Punkt.
      So funk­tio­niert Demo­kra­tie näm­lich:
      auch die Kon­se­quen­zen unse­rer Wahl­ent­schei­dun­gen aus­zu­hal­ten und zu tra­gen.
      Ob uns das nun gefällt, oder eben auch nicht gefällt.

      Es ist abso­lut in Ord­nung und legi­tim, sei­nen Mei­nun­gen, Ein­stel­lun­gen und Über­zeu­gun­gen auf LEGA­LEN Wegen im Rah­men des soge­nann­ten „zivi­len Unge­hor­sam“ Aus­druck zu geben.
      Doch wie ich in mei­nem ers­ten Kom­men­tar zum Arti­kel bereits mei­ne Ansicht erklär­te, gehen Sach­be­schä­di­gun­gen ‑gegen wen oder was auch immer- gar nicht.

      Die­ses Mal wur­den „nur“ Farb­beu­tel gewor­fen.
      Und auch, wenn ich es mir für unse­re doch recht fried­fer­ti­ge Stadt nicht so wirk­lich vor­zu­stel­len ver­mag, so kann ich letz­ten Endes lei­der nicht aus­schlie­ßen, dass auch in Wunstorf aus Farb­beu­teln Brand­sät­ze wer­den kön­nen.

      Was das für Fol­gen haben kann ‑und lei­der andern­orts bereits hat­te- muss ich nun wirk­lich nicht erläu­tern.

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