Feu­er­wehr sau­er wegen Zug­durch­sa­ge in Wunstorf

Als ein ICE infol­ge von Sturm­tief Xavier im Wunstor­fer Bahn­hof fest­saß, wur­de offen­bar die Feu­er­wehr zum Sün­den­bock gemacht. Die­se reagier­te ent­spre­chend unge­hal­ten.

Ein­satz­fahr­zeug der Wunstor­fer Feur­wehr (Sym­bol­bild) | Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Wunstorf (ds). Die Feu­er­wehr genießt ein hohes Anse­hen, erst recht die frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren, deren Mit­glie­der viel Zeit für das Ehren­amt inves­tie­ren und bei Alar­mie­rung ihre regu­lä­ren Tätig­kei­ten ruhen las­sen und zum Ein­satz eilen. So gut, pro­fes­sio­nell und schnell, dass sie von der Bevöl­ke­rung sogar oft wie eine Berufs­feu­er­wehr wahr­ge­nom­men wer­den. Auf die Feu­er­wehr kann man sich ver­las­sen – auch in Wunstorf.

Doch nicht für alle Pro­ble­me ist die Feu­er­wehr zustän­dig, auch wenn sie das Image des uni­ver­sa­len Hel­fers hat, von der klas­si­schen Kat­ze auf dem Dach über Ver­kehrs­un­fäl­le und Brand­be­kämp­fung bis zur Bewäl­ti­gung von Extrem­wet­ter­la­gen. Für Bewir­tungs­fra­gen im Rah­men des DB-Kri­sen­ma­nage­ments ist die Feu­er­wehr eben­so­we­nig der rich­ti­ge Ansprech­part­ner wie für die „Eva­ku­ie­rung“ von auch stark ver­spä­te­ten Zügen – jeden­falls nicht, wenn kein Not­fall vor­liegt.

Als die Wunstor­fer Feu­er­wehr erfuhr, dass im Zug offen­bar durch­ge­sagt wur­de, dass der ICE wegen man­geln­der Kapa­zi­tä­ten der Wunstor­fer Feu­er­wehr nicht eva­ku­iert wer­den kön­ne, reagier­te sie daher unge­hal­ten. Ein Fahr­gast, der aus dem Zug her­aus twit­ter­te, hat­te die Durch­sa­ge publik gemacht.

Bei Pro­ble­men im Kri­sen­ma­nage­ment mit dem Fin­ger auf das Ehren­amt zu zei­gen, ärgert uns sehr.Mar­vin Nowak, Pres­se­spre­cher Feu­er­wehr Wunstorf

Den Vor­wurf man­geln­der Kapa­zi­tä­ten wei­se man aus­drück­lich von sich, erklär­te Mar­vin Nowak, Pres­se­spre­cher der Wunstor­fer Feu­er­wehr. Die Betreu­ung von Pas­sa­gie­ren in einem Zug, der in einem Bahn­hof oder des­sen Nähe ste­he, sei nicht die Auf­ga­be der Feu­er­wehr.

Spä­ter wur­den die Fahr­gäs­te durch die Wunstor­fer Johan­ni­ter ver­sorgt, die für sol­che Lagen aus­ge­rüs­tet sind.


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1 Kommentar
  1. Grit Decker meint

    Bei allem Ver­ständ­nis für die „gestran­de­ten” Fahr­gäs­te der Züge, wel­che ja nicht „just for fun” hier in unse­rem Bahn­hof unfrei­wil­lig stop­pen muss­ten: für die Bewir­tung ist sind die Kräf­te der Feu­er­weh­ren nun wirk­lich nicht auch noch zustän­dig.

    Die­se Auf­ga­be über­nah­men dan­kens­wer­ter­wei­se die Johan­ni­ter.
    Und da sind nach nei­nem Dafür­hal­ten den Aus­sa­gen vie­ler der „Ver­sack­ten der etwas ande­ren Art” 🙂 zu glau­ben, nach denen die­ser Dienst sehr gut und erfolg­reich geleis­tet wur­de.

    Den über­wie­gend ehren­amt­lich täti­gen Mit­glie­dern auch der ört­li­chen Feu­er­wehr soll­te bit­te eben­falls gedankt wer­den:
    ohne deren erfolg­ten Hil­fe­leis­tun­gen wäre für man­chen die Sturm­schä­den gra­vie­ren­der aus­ge­fal­len -auch finan­zi­ell.

    (Lie­be Arbeit­ge­ber:
    bit­te auch an sol­ches den­ken und die für uns alle wich­ti­gen Diens­te hono­rie­ren und die Ein­satz­be­reit­schaft nicht sank­tio­nie­ren. )

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