Viehtransporterunfall auf der A2

Feu­er­wehr­mann bei Ein­satz belei­digt

Beim Rin­der­trans­port-Unfall am ver­gan­ge­nen Sonn­abend wur­de die Poli­zei gegen Schau­lus­ti­ge tätig. Es wur­de nicht nur die Unfall­stel­le gefilmt/fotografiert, son­dern auch ein Feu­er­wehr­mann belei­digt.

Eini­ge Auto­fah­rer brems­ten beim Vor­bei­fah­ren an der Unfall­stel­le ab, um bes­ser foto­gra­fie­ren oder fil­men zu kön­nen |
Foto: Feu­er­wehr Wunstorf

Wunstorf (red). Dass die Wunstor­fer Feu­er­wehr am Sonn­abend bei der Ber­gung des Rin­der­trans­por­tes, der bei Bad Nenn­dorf in die Leit­plan­ke gefah­ren war, auch ihre soge­nann­te „Gaf­fer­pla­ne“ ein­setz­te, gefiel min­des­tens einem Auto­fah­rer offen­bar nicht. Er film­te bzw. foto­gra­fier­te und zeig­te einem Feu­er­wehr­mann den Mit­tel­fin­ger. Gegen den Fah­rer wur­de neben der Ein­lei­tung eines Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren eine Anzei­ge wegen Belei­di­gung geschrie­ben.

Gaf­fer­pla­ne“

Die Pla­ne, die als Sicht­schutz für die Ein­satz­stel­le dient, ist mit der Auf­for­de­rung ver­se­hen, statt zu gaf­fen Feu­er­wehr­mit­glied zu wer­den. Seit Smart­pho­nes mit Kame­ras zur all­täg­li­chen Stan­dard­aus­stat­tung gehö­ren, haben auch die Wunstor­fer Ret­ter an Unfall­stel­len ver­stärkt mit dem Phä­no­men zu kämp­fen, dass Schau­lus­ti­ge ihre Fahrt ver­lang­sa­men, um Bil­der und Vide­os machen zu kön­nen – und dadurch nicht nur ggf. in die Sphä­re von Unfall­op­fern ein­drin­gen, son­dern selbst wei­te­re Unfäl­le pro­vo­zie­ren.

Info: Schau­lus­ti­ge und Straf­bar­keit
Das Anschau­en einer Unfall­stel­le ist nicht straf­bar, es kann jedoch seit 2017 schnell zu einer Straf­tat wer­den, wenn durch das Gaf­fen Ein­satz­kräf­te behin­dert wer­den. Gemäß § 323c StGB dro­hen dann Geld- oder Haft­stra­fe. Wer sogar Fotos/Videos von Unfall­op­fern macht, kann gemäß § 201a StGB noch här­ter bestraft wer­den. Falls die Ein­satz­kräf­te nicht behin­dert und beim Fotografieren/Filmen kei­ne Opfer abge­lich­tet wer­den, wird kei­ne Straf­tat began­gen, es kann sich jedoch dann um eine Ord­nungs­wid­rig­keit han­deln, wenn z. B. ein Fah­rer mit dem Smart­pho­ne han­tiert. Bis zu 1.000 Euro Geld­bu­ße sind dann fäl­lig.

Noch ein wei­te­rer Auto­fah­rer fuhr lang­sam an der Unfall­stel­le vor­bei und film­te oder foto­gra­fier­te dabei. Auch hier lei­te­te die Poli­zei ein Ord­nungs­wid­rig­keits­ver­fah­ren ein.

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3 Kommentare
  1. Grit Decker meint

    Foto­gra­fie­ren und Fil­men an einem Unfall­ort, an dem kei­ne Opfer zu bekla­gen sind und kei­ne Ein­satz­kräf­te beim Aus­üben ihres Jobs behin­dert wer­den, mag gera­de noch akzep­ta­bel sein.

    Völ­lig inak­zep­ta­bel hin­ge­gen ist ganz klar, wenn die am Ein­satz­ge­schen betei­lig­te Damen und Her­ren als „Dank“ für ihre Bemü­hun­gen belei­digt wer­den.

    Und da ist es völ­lig uner­heb­lich in wel­cher Form sich die­se Belei­di­gun­gen dar­stel­len:
    ob „Stin­ke­fin­ger“, Ver­bal­at­ta­cken oder gar ein kör­per­li­cher Über­griff.

    Für sol­ches (Un-) Ver­hal­ten gibt es kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung und Begrün­dung!

    Ich Fra­ge mich bei sol­chen Vor­komm­nis­se jedes mal auf’s Neue, was da in den Köp­fen vor sich gehen mag:
    Ver­nünf­ti­ges und Über­leg­tes mit Sicher­heit nicht!

    BEVOR Ihr das nächs­te Mal zu Angrif­fen jeg­li­cher Coleur über­ge­hen wollt, macht Euch bit­te bewusst, dass auch Ihr jeder­zeit in die Situa­ti­on kom­men könnt die Hil­fen die­ser Ret­tungs­kräf­te zu bedür­fen.

    Die­se Men­schen opfern vie­le, vie­le Stun­den ihrer Zeit, um all­zeit für ande­re Men­schen in Not­si­tua­tio­nen zur Ver­fü­gung zu ste­hen.

    Und da ist Respekt nicht zuviel ver­langt!

    1. Horst meint

      Manch­mal wün­sche ich mir die gute alte Respekt­schel­le wie­der, damit das Hirn sol­cher Men­schen wie­der auf Kurs kommt.

      1. Grit Decker meint

        Mal davon abge­se­hen, dass „Back­pfei­fen“ und ähn­li­ches in der Erzie­hung grund­sätz­lich nicht ziel­füh­rend sind, wird bei sol­chen Zeit­ge­nos­sen das „Rest­hirn hin­ter der Stirn“ ver­mut­lich nur noch mehr ver-rückt“ wer­den. Lei­der.

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