Stadtgespräch

Flohmarkt top, Demo Flop

Am Nachmittag stürmten die Massen den Herbstflohmarkt in der Fußgängerzone. Die angekündigte Demonstration von Fridays for Future am Mittag musste jedoch abgesagt werden.

Herbstflohmarkt
Herbstflohmarkt in der Fußgängerzone | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Heute Mittag wollte die Wunstorfer Ortsgruppe von Fridays for Future eigentlich mit einer Demo den Straßenverkehr zumindest temporär auf der Süd- und Barnestraße lahmlegen. Doch die Demo musste mangels Teilnehmern abgesagt werden: Von der Wunstorfer Ortsgruppe waren nur zwei Aktivisten erschienen, die übrigen waren krankheits- oder terminbedingt ausgefallen.

Trotzdem Stau

Auch das Unterstützerumfeld war nicht mehr so zahlreich wie bei der ersten Demonstration vor 5 Wochen, nur wenige Personen warteten an der Stadtkirche. Die Wunstorfer standen trotzdem im Stau: Vom Stadtgraben bis zur Hochstraße ging es gegen Mittag nur im Stop-and-Go voran.

Budenbetreiber unzufrieden

Deutlich mehr Menschen kamen dann am Nachmittag in der Innenstadt zusammen, die jedoch nicht fürs Klima demonstrieren, sondern ein Schnäppchen machen wollten. Als der von der Werbegemeinschaft organisierte Herbstflohmarkt um 16 Uhr startete, erstreckten sich die Stände der Teilnehmer über alle Bereiche der Fußgängerzone.

“Kann ja keiner ahnen, dass die Wunstorfer so früh ins Bett gehen”Eine Verkäuferin vor der Stadtkirche

So trubelig wie es angefangen hatte, so schnell war es aber auch wieder ruhig in der Fußgängerzone. Bei Einbruch der Dunkelheit verebbte der Kundenstrom schnell, gegen 19 Uhr waren dann fast alle Stände schon im Abbau, obwohl der Flohmarkt eigentlich bis 22 Uhr dauern sollte. Die Lichtverhältnisse machten ein Weiterstöbern allerdings auch schwierig.

Entsprechend enttäuscht zeigten sich die fahrenden Händler, die ihre Essensstände auf dem Marktplatz aufgestellt hatten, über die einbrechenden Umsätze am Abend.

Ein Stand für Obdachlose

Flohmarktstand
Bilsad Ramović verkauft für den guten Zweck | Foto: Daniel Schneider

Besonders Bilsad Ramović von der Facebookgruppe “Wir sind Wunstorf – gemeinsam sind wir stark” freute sich jedoch über den Andrang an seinem Stand, den er am Eingang der Langen Straße aufgebaut hatte. Denn er verkaufte nicht auf eigene Rechnung, sondern zugunsten des Tagestreffs für obdachlose Menschen in Wunstorf. Er hatte zuvor eigentlich eine Kleidersammelaktion organisiert, doch dabei kamen auch Unmengen an Kleidungsstücken zusammen, mit denen Obdachlose eher weniger anfangen können – Abendkleider zum Beispiel. Diese Kleidung wurde nun, mit ein paar anderen Sachspenden vermischt, beim Herbstflohmarkt reichlich verkauft. Der Gewinn kommt komplett dem Tagestreff zugute.

193,50 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Von Ramović aufgerundet auf 200 Euro, gehen sie nun als Spende an den Tagestreff.

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1 Kommentar

  1. Durch meine eigenen mehrfachen Erfahrungen weiß ich, dass zeitig, sehr zeitig die Flohmarktbeschicker “die Bürgersteige hochklappen”.
    Aus diesem Grund habe ich mir den heutigen Besuch des ansich durchaus attraktiven Flohmarkts “geschenkt”.

    Ich habe mich bereits einige Male darüber geärgert, dass entgegen der Ankündigung in den örtlichen Medien über die zeitliche Dauer des Flohmarktes spätestens mit Anbruch der “dämmerigen Verhältnisse” und der Schließung der Geschäfte in der Fußgängerzone die Marktbeschicker ihre Waren “vom Markt genommen haben”.

    Von Seiten der Händler*innen gesehen, kann ich durchaus nachvollziehen, dass zu oben genannten Zeitpunkten “der Hammer fällt”.
    Für uns Besuchenden, die auch teilweise von außerorts kommen, jedoch eine Unmut auslösende Gegebenheit.

    Somit ist es überfällig, endlich für die Handeltreibenden wie auch für die am Flohmarkt Interessierten verbindliche Regelungen bezüglich der zeitlichen Dauer zu finden.

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