Steinhuder Meer

Frei­wil­li­ges Öko­lo­gi­sches Jahr im Natur­park

Ori­en­tie­rung nach der Schul­zeit, Ein­satz für Natur- und Umwelt­schutz und grü­ne Beru­fe ken­nen­ler­nen: All das bie­tet ein Frei­wil­li­ges Öko­lo­gi­sches Jahr (FÖJ). Seit dem ver­gan­ge­nen Jahr kön­nen jun­ge Frau­en und Män­ner den Frei­wil­li­gen­dienst auch bei der Regi­on Han­no­ver absol­vie­ren. Lukas Hahn unter­stützt seit Anfang Sep­tem­ber als ers­ter Regi­ons-FÖJ­ler das Team vom Natur­park Stein­hu­der Meer.

Lukas Hahn in seiner Wohnung im ersten Stock des Naturparkhauses
Lukas Hahn in sei­ner Woh­nung im ers­ten Stock des Natur­park­hau­ses. | Foto: Phil­ipp West­phal / Regi­on Han­no­ver

Neustadt/Steinhuder Meer Regi­on. Dar­an, dass die Regi­on eine FÖJ-Stel­le aus­schrei­ben konn­te, hat der Bau des Natur­park­hau­ses in Mar­dorf ent­schei­den­den Anteil: Das Gebäu­de beher­bergt nicht nur eine Aus­stel­lung und Büros für die Natur­park-Mit­ar­bei­te­rin­nen und -Mit­ar­bei­ter, son­dern auch eine Ein-Zim­mer-Woh­nung mit Küchen­zei­le und Bad für Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer am Frei­wil­li­gen­dienst. „Mit dem Natur­park­haus haben wir unser Ange­bot im Bereich Umwelt­bil­dung noch ein­mal aus­ge­baut. Dazu gehör­te von Anfang an auch die Idee, jun­gen Men­schen im Rah­men eines FÖJ die Mög­lich­keit zu geben, die Natur und Auf­ga­ben rund um das Stein­hu­der Meer ken­nen­zu­ler­nen“, erläu­tert Son­ja Papen­fuß, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Umwelt bei der Regi­on Han­no­ver.

Lukas Hahn kann mitt­ler­wei­le bereits auf eini­ge Mona­te im Natur­park zurück­bli­cken. „Die Zeit ist span­nend, weil es so vie­le neue Ein­drü­cke gibt“, erzählt der 19-Jäh­ri­ge. Er woll­te nach dem Abitur etwas Sinn­vol­les und Natur­na­hes machen, ohne sich gleich auf ein Stu­di­um fest­zu­le­gen. Per­fek­te Vor­aus­set­zun­gen also, um sich zu bewer­ben. Die Auf­ga­ben rund ums Stein­hu­der Meer sind viel­fäl­tig: Hahn beglei­tet Ran­ger Hen­drik Hol­te bei sei­nen Rund­gän­gen, unter­stützt bei Füh­run­gen, dem Sichern von Wegen und beim Ent­fer­nen inva­si­ver Arten. Tat­kräf­ti­ge Hil­fe, über die sich der Ran­ger freut: „Man merkt Lukas sei­ne Begeis­te­rung an, und er lernt bei jeder Tour etwas dazu.“

Unterwegs am Steinhuder Meer: Lukas Hahn begleitet Ranger Hendrik Holte bei seinen Touren
Unter­wegs am Stein­hu­der Meer: Lukas Hahn beglei­tet Ran­ger Hen­drik Hol­te bei sei­nen Tou­ren. | Foto: Phil­ipp West­phal / Regi­on Han­no­ver

Neben dem Unter­wegs­sein in der Natur gefällt Lukas Hahn vor allem der direk­te Kon­takt mit den Men­schen. „Ich habe schon Besu­cher­grup­pen durch die Aus­stel­lung im Natur­park­haus geführt. Das war eine tol­le Erfah­rung.“ Nach Fei­er­abend pen­delt der begeis­ter­te Kampf­sport­ler regel­mä­ßig nach Neu­stadt und Nien­burg, wo er Ju-Jutsu trai­niert und selbst Jugend­li­che unter­rich­tet. Und nach dem FÖJ? „Ich wer­de auf jeden Fall ein Stu­di­um begin­nen“, erzählt Lukas Hahn. Was genau ste­he zwar noch nicht fest, aber: „Das FÖJ hilft mir auf jeden Fall bei der Ent­schei­dung. Im Moment ten­die­re ich zu Geo­lo­gie.“

Das FÖJ zählt zu den so genann­ten Jugend­frei­wil­li­gen­diens­ten (wie auch das FSJ) und wird durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren Frau­en und Jugend und den zustän­di­gen Lan­des­be­hör­den in den jewei­li­gen Bun­des­län­dern geför­dert.

Teil­neh­mer/-innen des FÖJ erhal­ten ein Taschen­geld, Unter­kunft und Ver­pfle­gung oder eine Sach­kos­ten­er­satz­pau­scha­le. Sie sind sozi­al­ver­si­chert und wer­den zusätz­lich durch den Trä­ger fach­lich und päd­ago­gisch beglei­tet. Trä­ger für das FÖJ in Nie­der­sach­sen ist die Alfred-Toe­pfer-Aka­de­mie für Natur­schutz (NNA).

Arbeitsplatz und Wohnort: FÖJler Lukas Hahn vor dem Naturparkhaus in Mardorf
Arbeits­platz und Wohn­ort: FÖJ­ler Lukas Hahn vor dem Natur­park­haus in Mar­dorf. | Foto: Phil­ipp West­phal / Regi­on Han­no­ver

Lukas Hahn im Inter­view: „Im Natur­park ist kein Tag wie der ande­re“

War­um hast Du Dich für ein Frei­wil­li­ges Öko­lo­gi­sches Jahr ent­schie­den?

Ich habe letz­tes Jahr mein Abitur gemacht. Danach war ich mir nicht sicher, wie es wei­ter­ge­hen soll. Im FÖJ kann ich mich in Ruhe ori­en­tie­ren und gleich­zei­tig etwas machen, das mich inter­es­siert und für die Zukunft wei­ter­bringt.

Wie bist Du auf den Natur­park Stein­hu­der Meer gekom­men?

Ich kom­me aus Neu­stadt, des­halb hat­te ich schon vie­le Berüh­rungs­punk­te mit dem Stein­hu­der Meer. Ich war hier oft mit mei­ner Fami­lie oder bei ver­schie­de­nen Feri­en­ak­tio­nen und fand die Natur immer fas­zi­nie­rend. Außer­dem woll­te ich auf jeden Fall in der Nähe mei­ner Hei­mat blei­ben – auch um mei­nen Sport wei­ter betrei­ben zu kön­nen. Die Stel­len­an­zei­ge habe ich zufäl­lig ent­deckt und mich sofort bewor­ben.

Wie hast Du Dei­ne ers­ten Mona­te hier erlebt?

Ich war am Anfang über­rascht, wie groß der Natur­park ist und wie vie­le Auf­ga­ben es gibt, an die man als Außen­ste­hen­der über­haupt nicht denkt. Die Viel­falt macht die Arbeit so span­nend. Im Natur­park ist kein Tag wie der ande­re. Mit dem Team habe ich mich auch sofort super ver­stan­den. Neben der Arbeit im Natur­park gibt es ver­schie­de­ne Semi­na­re mit FÖJ­lern aus ganz Nie­der­sach­sen. Dort kann man sich regel­mä­ßig mit Gleich­ge­sinn­ten aus­tau­schen.

Hast Du einen Lieb­lings­platz im Natur­park?

Die Meer­bruch­wie­sen sind ein tol­ler Ort, um mit­ten in der Natur mit dem Fahr­rad unter­wegs zu sein und ver­schie­de­ne Vögel zu beob­ach­ten. Aber auch das Moor ist mit sei­nen ver­schie­de­nen Lebens­räu­men einen Besuch wert. Wenn man hier eine Füh­rung mit­macht, bekommt man noch­mal ganz neue Ein­drü­cke und lernt etwas über die Land­schaft und die Tie­re, die dar­in leben.

Du hast im Natur­park­haus Dein Büro und eine klei­ne Woh­nung. Wie ist es, dort nicht nur zu arbei­ten, son­dern auch zu leben?

Auf jeden Fall total prak­tisch. Ich habe einen Arbeits­weg von drei Schrit­ten und kann eigent­lich gar nicht zu spät kom­men. Ich mag die Ruhe hier, und es ist schön, so nah an der Natur zu sein, wenn ich zum Bei­spiel mit mei­ner Freun­din spa­zie­ren gehe. Zu kochen und für die Woh­nung ver­ant­wort­lich zu sein, hilft dabei, selbst­stän­dig zu wer­den. Außer­dem gefällt mir, dass ich trotz­dem noch nah an mei­ner Hei­mat bin. Im Moment ver­brin­ge ich unge­fähr die Hälf­te der Zeit im Natur­park­haus und bin sonst bei mei­nen Eltern in Neu­stadt.

Was hast Du Dir für den Rest der Zeit noch für Zie­le gesetzt?

Jetzt im Win­ter ist es etwas ruhi­ger, und es sind nicht so vie­le Tou­ris­ten unter­wegs. Das will ich nut­zen, um die Ecken vom Natur­park zu ent­de­cken, die ich noch nicht ken­ne. Dann kann ich den Besu­che­rin­nen und Besu­chern bei Fra­gen auch noch bes­ser wei­ter­hel­fen. Als eige­nes Pro­jekt habe ich mir vor­ge­nom­men, neben dem Natur­park­haus ein Moor­beet mit ver­schie­de­nen Pflan­zen anzu­le­gen. Das wür­de die Aus­stel­lung drin­nen gut ergän­zen.


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Quelle Region Hannover
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