Stadtgespräch

Polizei markiert die sichersten Schulwege neu

Gelbe Fußspuren auf den Wunstorfer Gehwegen

Kommende Woche werden die neuen ersten Klassen eingeschult. Nicht nur in den Schulen selbst laufen dazu schon die Vorbereitungen, auch die Schulwege werden derzeit fit gemacht für die ABC-Schützen.

Fußspurenmarkierung
Stephanie Hackmann von der Polizei Wunstorf ist mit Spraydose und Schablonen unterwegs | | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Wer in diesen Tagen durch Wunstorf läuft, kann ein ungewohntes Bild betrachten: Die Polizei, bewaffnet mit Schablonen und Spraydosen, bringt höchstpersönlich „Graffiti“ im öffentlichen Straßenraum an. Stephanie Hackmann, Kontaktbereichtsbeamtin in Wunstorf, ist derzeit unterwegs und überprüft die Schulwege auf mögliche Gefahrenstellen. Die sichersten Routen werden dann mit gelben Fußspuren für die Schüler markiert.

Außer in Steinhude ist das Wunstorfer Kommissariat für die Schulwegsicherheit an den sieben Grundschulen im Stadtgebiet zuständig – und überall werden nun die Markierungen erneuert. In Kolenfeld sind die Markierungen bereits komplett, in der Barne zur Albert-Schweitzer-Grundschule wurden sie am Donnerstag aufgebracht, und in Luthe werden die Wege heute oder am Montag markiert. In der Barne sind die stilisierten Fußspuren – übrigens in Schuhgröße 34 – zudem eine Neuerung: Während es rund um die übrigen Grundschulen im Stadtgebiet solche Markierungen bereits gab, fehlten sie auf den Wegen zum Barne-Schulzentrum bislang. Die Schulleitung der Albert-Schweitzer-Schule war daher besonders erfreut über die Aktion und unterstützte die Planung.

Kleine Umwege für mehr Sicherheit

Hackmann entscheidet letztlich selbst nach einer Ortsbegehung, welche Wege im Einzelnen am sichersten sind. Diese sind auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, und der kürzeste Schulweg ist dabei auch nicht immer der idealste. Hier sollen die gelben Fußspuren helfen. Das kann dann, wie nun an der Barnstraße geschehen, auch bedeuten, dass die Kinder über zwei Zebrastreifen gelotst werden, obwohl sie die Schule auch erreichen würden, wenn sie auf ein und derselben Straßenseite blieben. Doch wenn schlecht einsehbare und stärker befahrene Seitenstraßen den Schulweg kreuzen, sollen die Kinder lieber einmal mehr die Straßenseite wechseln.

Fußspurenmarkierung
Die Einmündung Rembrandtstraße auf der gegenüberliegenden Seite sollen die Kinder auf dem Schulweg nicht überqueren – die Blumenbeete machen sie für abbiegenden Verkehr schwerer erkennbar | | Foto: Daniel Schneider

Die gelben Fußspuren markieren jedoch nicht nur den zu bevorzugenden Schulweg, sondern auch die Stellen, an denen die Kinder stehen bleiben und sich umsehen sollen, bevor sie weitergehen. Ein zusätzlicher horizontaler Strich markiert diese Bereiche.

Die Fußspuren werden im Idealfall jährlich erneuert, denn länger als 12 Monate halten sie nicht, erklärt Hackmann – die Farbe verwittert mit der Zeit. Rechtzeitig zum neuen Schuljahr wird nun also erneuert. Die Kontaktbereichsbeamtin darf auf städtischem Straßenraum ohne Extragenehmigung sprühen – auf Schulwegen, die über Privatgelände führen, holt sie zuvor die Erlaubnis ein. Einige neugierige Kinder und auch erwachsene Passanten musste Hackmann allerdings davon abhalten, sich unfreiwillig gelbe Schuhsohlen zu verschaffen und damit ihre eigenen Wege zu markieren. Die nahmen es mit Humor: „Dann haben Sie’s leichter, mich zu verfolgen“, bekam die Kommissarin zu hören.

Fußspurenmarkierung
Stephanie Hackmann trägt Markierungen auf dem Barneplatz auf | Foto: Daniel Schneider
Fußspurenmarkierung
Vor den Zebrastreifen sagen die Symbole: Stopp! | | Foto: Daniel Schneider
Fußspurenmarkierung
Die Schablonen, Größe 34 | Foto: Daniel Schneider

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    13 Kommentare

    1. Ernsthaft?? Fussspuren sprühen?? Das darf doch nicht wahr sein! Hat die Polizei nichts besseres zu tun? Sind die heutigen Eltern der Schüler nicht mehr in der Lage ihren Kindern einen sicheren Schulweg zu zeigen?? Wird hier die Umwelt verpestet um den Eltern die Verantwortung abzunehmen? Oder soll den Kindern und Eltern auf diese Weise betreutes Denken nahegebracht werden? Bloss keine Eigeninitiative / Eigenverantwortung den Kindern beibringen? Ist schon schlimm genug das in den allgemeinbildenden Schulen immer weniger gelernt wird und jetzt auch noch sowas. Für so eine Steuerverschwendung habe ich keinerlei Verständnis!

    2. Die Abdrücke sollen die Kinder zusätzlich auf Gefahrenstellen im Straßenverkehr aufmerksam machen und zeigen wo man sich sicher bewegen kann. Z.B. an Straßenübergängen die für Autofahrer schlecht einsehbar sind.

      Was soll daran falsch sein, die Kinder auf dem täglich Schulweg daran „sanft“ zu erinnern!?

      Ich finde es gut wenn die Polizei sich präventiv um solche Dinge kümmert. Das ist eine gute Ergänzung zur Verkehrserziehung. Allemal besser als im Nachhinein zu einem Unfall gerufen zu werden.

      Meinen Vorrednern kann ich leider nichts abgewinnen. Vermutlich sind dort keine Kinder im Haushalt…

      1. “Was soll daran falsch sein, die Kinder auf dem täglich Schulweg daran „sanft“ zu erinnern!?” => Weil es KINDER sind! Die Fussspuren vermitteln einigen eine trügerische Sicherheit die gar nicht gegeben ist, denn auf die rücksichtslosen Autofahrer haben die Fussspuren keinerlei Einfluss.
        “Ich finde es gut wenn die Polizei sich präventiv um solche Dinge kümmert.” => Das ist nicht Aufgabe der Polizei, sondern der Eltern. Vermutlich sind sie aber zu beschäftigt um ihren Kindern einen sicheren Schulweg zu zeigen…??
        “Vermutlich sind dort keine Kinder im Haushalt…” => Doch, reichlich, aber im Gegensatz zu Anderen kümmern wir uns auch um unsere Kinder und erziehen sie zur Selbständigkeit und bringen ihnen eigenverantwortliches Handeln bei.

        1. Homberti dazu kann ich nur sagen die Kinder werden heute zu Tage viel zu viel gegängelt sie lernen erst viel zu spät was es heißt Verantwortung zu übernehmen z.b. da werden die Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht, warum lässt man sie nicht allein zur Schule gehen? Also wenn ich an meine Kindheit denke zur Einschulung sind Vater oder Mutter mit zur Schule gegangen und dann bin ich alleine zur Schule gegangen so lernt man selbstständig zu werden es waren auch weite Wege aus dem Nachtigallenweg zur Stadtschule und da hat keiner irgend welche gelbe Fußabdrücke auf die Strasse gemalt. Man bekam zu Hause mit auf den Weg PASS BEIM ÜBERQUEREN DER STRASSE AUF GEH ÜBER DEN ZEBRASTREIFEN USW. Und das reichte. Nun es ist richtig das heute mehr Verkehr ist aber wenn man den Kindern mal was zutraut machen sie es schon richtig und sie lernen dadurch. Nicht immer alles abnehmen so werden sie nie Selbstständig.

    3. Ich finde die Aktion super, ob sie nun unbedingt von der Polizei durchgeführt werden muss, lasse ich mal dahingestellt.
      Leider fahren heutzutage viele Eltern die Kinder täglich von zu Hause bis zur Schule und irgendwie verbleibt das Erlernen für verantwortungsbewusstes und sicheres Bewegen mit Rücksicht und Eigenschutz bei vielen Kindern, wenn sie sich dann doch im öffentlichen Raum befinden.

    4. Die Welt wird idiotensicher gemacht damit den ganzen ferngelenkten mit kopfhörern nix passiert zu zeiten als wir jung waren gab es all den schwachsinn nicht ! Die jugend wird ja dazu erzogen mit geschlossenen augen durch die welt zu gehen man siehts ja es gibt freistellung von der schule damit die jugend zu fridays for future gehen kann

    5. “Die Welt wird idiotensicher gemacht…” => Mein damaliger Ausbilder hat mal zu uns gesagt: “Wenn man etwas Idiotensicher macht, wird es auch nur von Idioten genutzt!” Ich glaube dem ist auch heutzutage nichts mehr hinzuzufügen.

    6. Ich halte die Arbeit von Frau Hackmann für eine gute, hilfreiche Maßnahme, den Schulweg von Schulanfängern sicherer zu machen. Wenn die Aktion dazu beiträgt, zu verhindern, dass Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr vermieden werden, dann ist jeder Cent gut investiert. Häme und zynische Beiträge, wie von Homberti (m/w/d) & Konsorten, sind m.E. geschmacklos und schlichtweg überflüssig.

      1. Man sollte die Kinder lieber mal an die Hand nehmen und aufklären was im Verkehr so alles passieren kann dann bräuchte man diese Aktionen nicht wenn man alles mit Watte einpackt rennen die Kinder vielleicht schneller in eine gefahrenzone !!!!!! Und dazu noch mit Farbe diese sinnlos zu versprühen ist genau wie Graffiti (morgens fridays vor future und gleich danach die spraydosen in die Hand und farbnebel (feinstaub) verteilen sehr geil

      2. “… Aktion dazu beiträgt, zu verhindern, dass Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr vermieden werden…” => Quelle? Woher nehmen Sie die Erkenntnis dass es weniger Unfälle gibt?
        “…Häme und zynische Beiträge, wie von Homberti…” => In meinen Beiträgen bin ich darauf eingegangen dass es Sache der Eltern ist für einen sicheren Schulweg zu sorgen, nicht der Polizei. Bitte erklären Sie mir was daran “…Häme und zynisch*…” und “geschmacklos” sein soll.

    7. Die Diskussion um diese Aktion finde ich jetzt sehr spannend. Das fuer und wieder mag dahin gestellt sein. Aber Homberti so abzukaenzeln kann ja nur sein, weil sich ein schlechtes Gewissen bei dem einen oder anderen Kommentaren meldet. Lieber alles der Öffentlichkeit überlassen und selbst keine Verantwortung übernehmen. Meine Kinder (wurde ja unterstellt, das ich keine habe) tragen keine Ohrstoepsel und haben ihr Handy nicht direkt vor den Augen. Die haben gelernt auch mit Übersicht an einen Fußgängerueberweg, oder eine Fussgaengerampel zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Der rollende Verkehr muss auch eine Chance haben auf heran stuermende Kinder zu reagieren. Meist geschieht (weil von den Eltern nicht beigebracht) dies nicht, denn die Kinder meinen, wir haben Vorfahrt. Bleibt zu hoffen, das nichts passiert zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer.

    8. Dazu zitiere ich erst einmal Howard Carpendale:

      “Deine Spuren im Sand,
      Die ich gestern noch fand
      Hat die Flut mitgenommen
      Was gehört nun noch mir?
      Deine Liebe sie schwand
      Wie die Spuren im Sand
      Was ist mir nur geblieben?
      Nur die Sehnsucht nach Dir”

      Jaja, auch ohne diese gelben Farbspritzer bin ich lebend zur Schule und wieder zurück gekommen. Nach Erledigung der Hausaufgaben haben wir uns mit Dreck beschmissen und dadurch wohl auch Resistenz gegen einige neuartige Viren bekommen.
      Selbständigkeit ohne Elterntaxis und ohne gelbe Fußspuren zu erlangen sollte ein Recht jedes Kindes sein.

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