Gönnt den Enten ihre Ruhe!

Man hat aber auch nir­gend­wo mal sei­ne Ruhe. Da ist das blö­de Meer end­lich so weit zuge­fro­ren, dass man sich mit genü­gend Abstand zum Ufer dar­auf aus­ru­hen kann, aber noch kei­ne Men­schen zum Eis­lau­fen respek­ti­ve Eis­se­geln drü­ber­sau­sen – und was pas­siert, wenn man es sich auf dem Eis abseits der lär­men­den Zivi­li­sa­ti­on gemüt­lich gemacht hat? Stil­le, Geruh­sam­keit und kein Stress? Nein. Dann kom­men die mit der Feu­er­wehr an und holen einen mit Gewalt vom Eis! Geht’s noch? Kann man denn arme Enten nicht ein­fach in Ruhe las­sen? Wenn Enten wirk­lich ein­mal nicht klar­kom­men, dann merkt man das schließ­lich dar­an, dass bereits Möwen an ihnen her­um­zu­knab­bern ver­su­chen.

Spaß bei­sei­te: Ehr­li­cher Dank an die Anru­fe­rin, die sich so vehe­ment für den Stock­en­te­rich ein­ge­setzt hat. Denn das unter­schei­det uns Homo sapi­ens schließ­lich vom Tier­reich: dass wir Mit­leid für ande­re Lebe­we­sen emp­fin­den. Dar­auf soll­ten wir stolz sein – auch wenn’s die Ret­tungs­leit­stel­le ein­mal nervt. Und schließ­lich hät­te die Ente auch wirk­lich fest­ge­fro­ren sein kön­nen. Außer­dem beweist die Akti­on, dass die Wunstor­fer Feu­er­weh­ren klas­se sind: Hel­fen zuver­läs­sig auch dann, wenn gar kei­ne Hil­fe benö­tigt wird.

PS. Und falls Sie zufäl­lig selbst eine Ente sind: Hocken Sie sich bei Eis­gang nicht aus­ge­rech­net neben die Stein­hu­der Bade­in­sel­brü­cke, wo sie von zu vie­len besorg­ten Men­schen beob­ach­tet wer­den. Die Feu­er­wehr wird’s Ihnen dan­ken.

Quak! Ihr Horst Koschin­sky

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1 Kommentar
  1. Monika Bring meint

    Vie­len Dank für die­sen aus­ge­fal­len geist­rei­chen und moti­vie­ren­den Kom­men­tar zur Ret­tung des Stock­en­te­richs. Ich habe mich sehr gefreut, dass jemand erkannt hat, dass die Ret­tung einer fest­ge­fro­re­nen Ente eine Sache ist, die sich lohnt. Der Hin­ter­grund ist, dass die Ente wohl fest­ge­fro­ren war, ich habe sie zu unter­schied­li­chen Zei­ten besucht und foto­gra­fiert. Ich bin nicht nur wegen der Ente in Sor­ge gewe­sen, die sich am Sams­tag schon ganz schön gequält hat, nach­dem sie seit Frei­tag nach­mit­tag um 16.30 fest sass, son­dern habe auch mehr­fach Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne davon abge­hal­ten, die Eis­flä­che zu betre­ten, weil sie der Ente hel­fen woll­ten. Ich bedan­ke mich bei der Feu­er­wehr für den Ensatz, nur lei­der war damit auch eine quä­len­de Vor­ge­schich­te für mich ver­bun­den, denn die Art und Wei­se, wie mit mir umge­gan­gen wur­de, war schon unglaub­lich. Mir ist durch­aus bewusst, dass sich die Feu­er­wehr bes­se­re Ein­sät­ze vor­stel­len kann als die­sen, aber es gibt dafür ja einen Tier­ret­tungs­dienst. Ich bin ein ganz nor­ma­ler Mensch und möch­te nicht in eine Schul­bla­de gesteckt wer­den auf der so etwas wie „mili­tan­te durch­ge­knall­te Tier­schüt­ze­rin“ steht. Das haben die Ente und ich nicht ver­dient.

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