Stadtgespräch

Rolf-Axel Eberhardt

Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

Wir veröffentlichen an dieser Stelle die Grußworte von Wunstorfs Bürgermeister zum Jahreswechsel 2020/2021.

Bürgermeister auf Solarladebank
Bürgermeister Eberhardt (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

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in diesem Grußwort blicke ich traditionell in jedem Jahr auf die zurückliegenden zwölf Monate zurück. Auch in diesem ganz besonderen Jahr möchte ich an dieser Tradition festhalten, auch wenn dieser Rückblick gänzlich anders ausfallen wird als die vergangenen Jahre. Dies ist natürlich auch dem alles bestimmenden Thema des Jahres geschuldet: Die Corona-Pandemie.

Als zu Beginn dieses Jahres die Einführung der Bon-Pflicht (u.a. für den Kauf von Brötchen) noch unsere größte Sorge war, ahnte noch niemand, dass man sich zum Ende des Jahres erstaunt fragen wird: „Was? Das war auch in diesem Jahr?“ Durch die Corona-Pandemie ist das Gefühl entstanden, als hätte es in diesem Jahr kaum etwas Anderes gegeben. Ein Funken Wahrheit steckt natürlich in diesem Gefühl, denn unser ganzes Leben, sowohl das private als auch das öffentliche Leben, wurden durch die Pandemie beeinflusst und verändert.

Viele Veranstaltungen und Feiern musste abgesagt oder zumindest stark reduziert werden, beispielsweise wurden das traditionelle Wunstorfer Schützenfest und auch die Landpartie in Steinhude abgesagt. Geschäfte und Restaurants sind momentan bereits das zweite Mal geschlossen und auch das kulturelle Leben ist größtenteils zum Erliegen gekommen. Noch viel schlimmer ist dabei die Angst, die die Pandemie in vielen von uns auslöst. Für viele Unternehmen und Betriebe geht es mittlerweile um die Existenz, Menschen bangen um ihren Arbeitsplatz und ihre Zukunft. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die in dieser Situation bis an ihre Grenzen arbeiten müssen. Pflegepersonal und Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lebensmittelhandel, Polizei und Ordnungsbehörden, hier zeigt sich ein anderes Extrem der Corona-Pandemie.

Neben all diesen Ängsten hat diese Pandemie aber auch gezeigt, dass es den oft vermissten Zusammenhalt in unserer heutigen Gesellschaft sehr wohl noch gibt. Dass es Menschen gibt, die unermüdlich für andere einstehen. Und vor allem, dass wir diese Krise nur gemeinsam besiegen können. Leider hat die Pandemie aber auch gezeigt, dass es einige Menschen gibt, die in dieser dunklen Stunde Profit aus den Ängsten der Menschen schlagen und einen Nährboden für ihre Ideologien zu finden glauben. Dies darf nicht von Erfolg gekrönt werden und hier sehe ich jeden einzelnen von uns in der Verantwortung für unsere Demokratie und unsere Werte einzustehen und diese zu schützen.

Auch wenn wir alle das Gefühl haben, in 2020 stand das Leben still, so ist dies eigentlich nicht der Fall. Es gab auch in diesem Jahr durchaus Themen, die die Gemüter hier in Wunstorf bewegt haben und auch positive Dinge, die vorangebracht wurden. So konnte mit Hilfe einer überaus engagierten Dorfgemeinschaft der Dorfladen in Bokeloh eröffnen. In Steinhude wurde mit dem Bau des Strandterrassenvorplatzes begonnen und dieser auch zu einem großen Teil fertig gestellt. Auch das Thema Verkehr und Parken hat uns in diesem Jahr wieder sehr beschäftigt und wird uns auch in den nächsten Jahren nicht loslassen. So konnten zusätzliche Parkflächen am Schützenplatz geschaffen und das Handyparken eingeführt werden. Vor allem in Steinhude und Wunstorf wird in den nächsten Jahren noch einiges passieren, für Steinhude ist zum Beispiel dafür das sog. Stadtexperiment im nächsten Jahr geplant.

Wie es im nächsten Jahr ansonsten weitergehen wird, das kann heute noch niemand sagen. Große Pläne gibt es allerdings schon. So begehen wir im nächsten Jahr das Stiftskirchenjubiläum und werden evtl. auch einen zweiten Versuch für die Landpartie in Steinhude wagen. Was aber das nächste Jahr auf jeden Fall bestimmen wird, sind die Wahlen allgemein und speziell die Kommunalwahl und auch die Wahl einer neuen Bürgermeisterin bzw. eines neuen Bürgermeisters für unsere schöne Stadt.

Dieser Jahresrückblick ist mein letzter als Bürgermeister dieser Stadt. Nach über 20-jähriger Amtszeit werde ich mich verabschieden und zu neuen Herausforderungen aufbrechen. Dies ist demnach auch mein letztes Amtsjahr als Bürgermeister und dieses hatte ich mir auf jeden Fall ganz anders vorgestellt. Aber da geht es mir sicherlich wie jeden von Ihnen. Viele hatten Pläne, sei es für Reisen, Feiern, berufliche Entwicklungen und vieles mehr. Das Jahr 2020 war wie kein anderes und ich befürchte, mit einem Glockenschlag um 0.00 Uhr am 31.12.2020 wird dies nicht wie von Zauberhand verschwinden.

Aber lassen sie uns trotz allem voller Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft blicken, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ich wünsche Ihnen auch in dieser besonderen Situation ruhige und besinnliche Festtage, einen guten Rutsch und vor allen Dingen Gesundheit und Wohlergehen für das Jahr 2021.

Wunstorf, im Dezember 2020

Rolf-Axel Eberhardt
Bürgermeister

Volksbank Nienburg

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