Hal­lo­ween: Pro und Con­tra

Her­um­spu­ken­de und als Geis­ter, Hexen und Mons­ter ver­klei­de­te Kin­der. Passt das nach Wunstorf? Ist es ein tol­ler Spaß für die Jün­ge­ren? Oder macht es die tra­di­tio­nel­len Fes­te kaputt? Nervt es oder scha­det es nicht? Ein Pro und Con­tra zur Hal­lo­ween­de­bat­te.

kommentar

Hal­lo­ween – nein dan­ke

… meint Horst Koschin­sky

Horst KoschinskyIch fra­ge mich, ob das wirk­lich so eine gute Idee ist, Kin­der dazu zu brin­gen, um Süßig­kei­ten zu bet­teln, so dass sie am Ende mit Unmen­gen an Süß­kram nach Hau­se kom­men. Als Nächs­tes kommt dann näm­lich der Spruch „Iss nicht so viel Süßes, sonst gehen dei­ne Zäh­ne kaputt“.

Was an Kar­ne­val, wenn nicht sowie­so albern und pein­lich, viel­leicht noch lus­tig aus­sieht, weil das die Kos­tü­me her­ge­ben, ist an Hal­lo­ween düs­ter und bedroh­lich. Schwar­ze Kos­tü­me, aus Kür­bis­sen geschnitz­te Frat­zen, Droh­sprü­che, wenn man nicht bekommt, was man will: sowas bringt man doch kei­nen Kin­dern bei! Ihnen erst auf die­se Wei­se Angst ein­ja­gen und sich dann wun­dern, dass sie Alb­träu­me bekom­men und nachts nicht schla­fen kön­nen? Was ist denn dar­an lus­tig? Hal­lo­ween ist kein Fest, son­dern die Zele­brie­rung der Toten, zumin­dest kommt es mir manch­mal so vor.

Frü­her, als der Hype gera­de los­ging, gab’s im TV wenigs­tens noch gute Hor­ror­fil­me am Hal­lo­ween­abend, aber seit das Hoch­put­schen vor­bei ist, gibt’s nur noch die xte Wie­der­ho­lung alter Fil­me.

Der Kom­merz, der sich um Hal­lo­ween her­um ent­wi­ckelt hat, ist doch nur eine wei­te­re Mög­lich­keit, mit Blöd­sinn Geld zu ver­die­nen. Denn selbst wenn Hal­lo­ween auf einem christ­li­chen Fest aus Irland beruh­te, ist es jetzt ganz sicher nur noch ein bil­li­ger Abklatsch davon und voll­kom­men ver­zerrt.

Hal­lo­ween – ja bit­te

… meint Dani­el Schnei­der

dsVon Jahr zu Jahr schei­nen es mehr Kin­der zu wer­den, die kos­tü­miert durch die Stra­ßen spu­ken und an den Haus­tü­ren klin­geln, um sich was Süßes zu … erbe­ten. Fasching ist schon wie­der viel zu lan­ge her bzw. noch viel zu lan­ge hin – und im Grund­schul­al­ter kann es gar nicht genug Fes­te geben, an denen man sich ver­klei­den darf.

Die Kin­der freu­en sich tage­lang im Vor­aus dar­auf, end­lich los­le­gen zu kön­nen. Hal­lo­ween ist ein Fest, das von den Jüngs­ten qua­si selbst orga­ni­siert wird – es ist kei­ne Orga­ni­sa­ti­on, die die Klei­nen bespaßt, die die Frei­zeit in ein vor­ge­ge­be­nes Kor­sett presst. Allen­falls Mama und Papa hel­fen beim Kür­bis­aus­höh­len.

Die Kin­der zei­gen Eigen­in­itia­ti­ve, bas­teln sich selbst ein Kos­tüm zusam­men, schmin­ken und ver­klei­den sich gemein­sam und ver­ab­re­den sich zum Um-die-Häu­ser-Zie­hen. Wer­den aktiv, statt sich pas­siv berie­seln zu las­sen. Und sogar noch kon­ven­tio­nel­ler, ursprüng­li­cher als bei der Poké­mon­jagd.

Und dann kom­men trotz­dem wie­der eini­ge, denen das alles nicht passt und die den Jüngs­ten schon wie­der vor­schrei­ben wol­len, was sie bit­te schön anders zu machen hät­ten. Dabei kann Hal­lo­ween gar kei­ne ande­ren Bräu­che ver­drän­gen, son­dern nur ergän­zen. Denn ein sol­ches Gru­sel­fest gab es vor­her gar nicht, jeden­falls nicht in Wunstorf.

Es könn­te so ein­fach sein: Wer nicht mag, lässt die Roll­lä­den run­ter – und die ande­ren ihren Spaß haben. Am bes­ten mit beleuch­te­tem Kür­bis im Fens­ter.


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