Drittes „Trauma.Team.Training“ in Wunstorf

Johanniter-Großübung simuliert Massenanfall von Verletzten

Was müssen Einsatzkräfte tun, um im Ernstfall so gut und schnell wie möglich zu handeln? Darum ging es am Freitag, den 20. September beim dritten „Trauma.Team.Training“ in Wunstorf.

Einsatzübung Johanniter
Groß­übung der Johan­ni­ter | Foto: Bet­ti­na Martin/Johanniter

Wunstorf (red). Eine Explo­si­on wäh­rend eines Kon­zer­tes, das war das Sze­na­rio. Als Ers­tes kom­men Poli­zis­ten und sichern den Ort des Gesche­hens. Dann fol­gen Sani­tä­ter der Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe (JUH), um die Ver­letz­ten zu behan­deln. Wie genau funk­tio­niert die­se koor­di­nier­te Zusam­men­ar­beit? Wer macht was und wann? Wie sind die Mel­de­we­ge? Was müs­sen Ein­satz­kräf­te tun, um im Ernst­fall so gut und schnell wie mög­lich zu han­deln? Dar­um ging es am Frei­tag beim drit­ten „Trauma.Team.Training“ in Wunstorf.

Betei­ligt an der Groß­übung mit ins­ge­samt drei Sze­na­ri­en waren die Zwei­te Bereit­schafts­po­li­zei­hun­dert­schaft und Tei­le der Tech­ni­schen Ein­satz­ein­heit der zen­tra­len Poli­zei­di­rek­ti­on Nie­der­sach­sen (ZPD), die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Wunstorf, zehn ange­hen­de Not­fall­sa­ni­tä­ter der JUH sowie haupt­amt­li­che Johan­ni­ter aus den Ret­tungs­wa­chen Wunstorf, Garb­sen und Schwarm­stedt sowie ehren­amt­li­che Hel­fe­rin­nen und Hel­fer aus dem Orts­ver­band Wunstorf-Stein­hu­der Meer, ins­ge­samt mehr als 250 Män­ner und Frau­en. Aus­tra­gungs­ort war ein nicht mehr genutz­tes Indus­trie­ge­län­de am Jena­er Weg in Wunstorf.

Das Szenario war eine Explosion

Gegen 9 Uhr, 12 Uhr und 15 Uhr wur­de es hier laut. Außer der Explo­si­on beim Kon­zert wur­den eine Amok­fahrt in eine Men­schen­men­ge auf der Stra­ße dar­ge­stellt und ein Atten­tat mit Schuss­waf­fe in einem Gebäu­de. Mit viel Auf­wand und Lie­be zum Detail waren die Orte vor­be­rei­tet und gestal­tet wor­den. Etwa 40 Men­schen hat­ten die Exper­ten der Rea­lis­ti­schen Unfall­dar­stel­lung (RUD) zu Opfern des Gesche­hens gemacht, das Spek­trum reich­te von leich­ten Ver­let­zun­gen über abge­ris­se­nen Glied­ma­ßen bis hin zu Todes­fäl­len.

Einsatzübung Johanniter
Übung der Not­fall­ver­sor­gung | Foto: Syl­ke Heun/Johanniter

Auf jede der Ein­satz­übun­gen folg­te eine umfang­rei­che Bespre­chung der betei­lig­ten Kräf­te. Frank Hack­busch, Hun­dert­schafts­füh­rer der Poli­zei, bilan­zier­te nach zwei Durch­gän­gen: „Die­ser Tag hat uns vie­le und gute Erkennt­nis­se gebracht. Jetzt wird es dar­um gehen, das Erleb­te aus­zu­wer­ten und nach­zu­be­rei­ten.“ Aner­ken­nend äußer­te er sich über die atmo­sphä­risch dich­ten Sze­na­ri­en und Dar­stel­ler, die die Übun­gen sehr nah an rea­lis­ti­sches Gesche­hen her­an­ge­bracht hät­ten. Beein­druckt war auch Kers­ten Enke, Lei­ter der Johan­ni­ter-Aka­de­mie Niedersachsen/Bremen, zustän­dig für die Aus­bil­dung ange­hen­der Not­fall­sa­ni­tä­ter: „Ich wür­de mich freu­en, wür­de es gelin­gen, die­sen Tag fest in den Aus­bil­dungs­plan der Schü­ler zu inte­grie­ren und damit ver­bind­lich für alle ange­hen­den Not­fall­sa­ni­tä­ter im Regio­nal­ver­band Nie­der­sach­sen Mit­te zu machen.“ Glei­cher Mei­nung war Johan­ni­ter Thors­ten Ernst, zustän­di­ger Bereichs­lei­ter im Lan­des­ver­band Niedersachsen/Bremen: „Das war gut, davon braucht es mehr.“

Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit

Ein hal­bes Jahr lang hat­ten das Duo Chris­to­pher Jonck (JUH, Orts­ver­band Wunstorf-Stein­hu­der Meer) und Artem Bab­kin (Poli­zei) das Trauma.Team.Training 2019 vor­be­rei­tet und orga­ni­siert. Am Don­ners­tag wur­de bis tief in die Nacht auf­ge­baut, am frü­hen Frei­tag­mor­gen ging es dann beim Check-In der betei­lig­ten Ein­satz­kräf­te wei­ter. Weil die Poli­zei gegen Mit­tag abrü­cken muss­te, wur­de ihr Part im drit­ten Durch­gang am Nach­mit­tag kurz­fris­tig durch Kräf­te der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wunstorf ersetzt. Dafür wur­de spon­tan neu geplant, aus dem Wagen des Amok­fah­rers wur­de ein stark demo­lier­tes Unfall­au­to, aus dem der schwer ver­letz­te Fah­rer gebor­gen wer­den muss­te.

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1 Kommentar
  1. Grit Decker sagt

    Mit Sicher­heit wer­den der­ar­ti­ge Übungs-Sze­na­ri­en und das mit denen ver­bun­de­ne Trai­ning sämt­li­che ein­ge­bun­de­nen Ein­satz­kräf­te für den Ernst­fall aller­hand leh­ren.

    Ich bin nicht vom Fach; den­noch erlau­be ich mir Ein­schät­zung und Mei­nungs­äu­ße­rung, dass sämt­li­che Trai­nings den hof­fent­lich nie­mals ein­tre­ten­den Ernst­fall nicht gänz­lich rea­lis­tisch wer­den dar­stel­len kön­nen.

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