Voller Erfolg: an die 2000 Besucher

Kindersommerfest wird überrannt

Knapp 2.000 Besucher tummelten sich am Sonntag bei Wunstorfs erstem großen privaten Kindersommerfest – und sprengten alle Dimensionen. Für die Kinder war es Ereignis und Erlebnis zugleich.

Kindersommerfest Wunstorf
Will­kom­mens­trans­pa­rent zum Fest | Foto: Dani­el Schnei­der

Wunstorf (red). Ein Rie­sen­fest für alle Wunstor­fer Kin­der soll­te es wer­den – und ein Rie­sen­fest wur­de die Pre­mie­re tat­säch­lich. Aller­dings nicht ganz so, wie sich die Ver­an­stal­ter das gedacht hat­ten. Denn die Wunstor­fer Kin­der schie­nen das wört­lich genom­men zu haben – und kamen offen­bar tat­säch­lich alle. Vier­mal mehr Besu­cher als erwar­tet wur­den daher am Sonn­tag zum Fest begrüßt. So vie­le Wunstor­fer Kin­der auf einem Fleck hat man sonst wahr­schein­lich nur beim Kin­der­schüt­zen­fest schon ein­mal gese­hen. Doch hier wur­de nicht im Klas­sen­ver­band mar­schiert, hier wur­de einen gan­zen Nach­mit­tag lang gemein­sam getobt und gespielt – und natür­lich Prei­se abge­sahnt. Trotz eini­ger logis­ti­scher Schwie­rig­kei­ten wur­de es für die Kin­der der Stadt wie ver­spro­chen zu einem groß­ar­ti­gen Aus­klang der Som­mer­fe­ri­en.

Über 800 Kinder

Ein Wahn­sinn“ – das trifft es wahr­schein­lich recht gut, um das zu beschrei­ben, was da am Sonn­tag­nach­mit­tag am Wald­rand rund um die Wald­gast­stät­te Alten’s Ruh statt­fand. Denn mit die­ser enor­men Besu­cher­zahl hat­te im Vor­feld nie­mand wirk­lich gerech­net. Auf bis zu 400 Kin­der war man ein­ge­stellt, erwar­tet hat­te man um die 300. Am Ende waren es dann über 800 Kin­der, die sich auf dem Som­mer­fest der Face­book­grup­pe „Wir sind Wunstorf – gemein­sam sind wir stark“ ein­fan­den. Zusam­men mit Eltern und Co. tum­mel­ten sich dann letzt­lich ca. 2.000 Besu­cher auf dem pri­vat orga­ni­sier­ten Kin­der­som­mer­fest. Die Autos der Par­ken­den reich­ten bis kurz hin­ter Obi zurück, die Fahr­rä­der säum­ten die Feld­rän­der. Spä­tes­tens jetzt konn­te man sich glück­lich schät­zen, dass man die Loca­ti­on am Wald­rand gewählt und die Zufahrt nicht hat­te sper­ren las­sen – inner­städ­tisch wäre wohl ein Ver­kehrs­cha­os aus­ge­bro­chen.

Kindersommerfest Wunstorf
Anfahrt zum Kin­der­som­mer­fest | Foto: Dani­el Schnei­der

Die ersten Vorräte um 14 Uhr komplett aufgebraucht

Um 12 Uhr soll­te es los­ge­hen, und tat­säch­lich füll­te sich das Gelän­de schnell. An den jewei­li­gen Stän­den waren sofort vie­le Kin­der mit ihren Eltern. Gedul­dig war­te­ten sie teils in der hei­ßen Son­ne dar­auf, ihre Geschick­lich­keit tes­ten zu kön­nen, etwas zu bas­teln etc. Bei den vie­len Prei­sen, die es zu gewin­nen gab, konn­ten sich die Kin­der oft gar nicht ent­schei­den. Am belieb­tes­ten waren Kuschel­tie­re, Klad­den, Fuß­ball­be­cher und Bas­tel­sa­chen.

Ent­spre­chend lang wur­den die War­te­schlan­gen vor den ein­zel­nen Akti­ons­stän­den. Für jedes Kind war ein Lauf­zet­tel vor­ge­se­hen, auf dem die 16 vor­han­de­nen Sta­tio­nen ver­merkt waren. Für jede absol­vier­te Sta­ti­on gab es einen Stem­pel – und am spä­te­ren Nach­mit­tag konn­te man damit dann an der Tom­bo­la teil­neh­men. Wegen des gro­ßen Andrangs schaff­te es aber kaum ein Kind, alle Stän­de zu absol­vie­ren. Einer­seits brems­ten die War­te­schlan­gen den Taten­drang aus, oder aber die Sta­tio­nen waren schon „abge­räumt“, als man end­lich zu ihnen vor­ge­drun­gen war. Schnell waren etwa die „Insek­ten­ho­tels“ ver­grif­fen – davon gab es lei­der nur 35 Exem­pla­re. Nach­dem die Lauf­zet­tel aus­ge­gan­gen waren, impro­vi­sier­te man mit den Bestell­blö­cken von Alten’s Ruh, so dass auch die spä­ter Gekom­me­nen an der Tom­bo­la teil­neh­men konn­ten.

Kindersommerfest Wunstorf
Gedrän­ge auf dem Kin­der­som­mer­fest | Foto: Fried­lies Reschke
Kindersommerfest Wunstorf
Die Lauf­zet­tel | Foto: Dani­el Schnei­der

Beim Dosen­wer­fen vom Tier­heim bau­ten die Hel­fer im Sekun­den­takt immer wie­der die Blech­büch­sen auf, und beim Hei­ßen Draht stan­den irgend­wann auch die Hel­fer unter Strom – weil der Besu­cher­strom ein­fach nicht mehr abriss. Die Schlan­gen an den begehr­ten Sta­tio­nen wur­den nie kür­zer. Neben den Hel­fern aus Ver­ei­nen und Wirt­schaft waren es ledig­lich 12 Hel­fer aus der Face­book-Grup­pe, die den Ansturm irgend­wie bewäl­tig­ten. Trotz­dem waren alle gut gelaunt.

Pferd oder Wurst?“

Der Klas­si­ker „Hei­ßer Draht“ war einer der Ren­ner. Die längs­te Schlan­ge aller­dings bil­de­te sich beim Pony­rei­ten im Wald – und bei den Brat­würs­ten, die sich zufäl­lig auch noch neben­ein­an­der tra­fen, so dass es zu net­ten Rück­ver­si­che­run­gen kam wie: „Steht ihr an für Wurst oder Pferd?“

Auch der Kuchen­stand wur­de schnell bela­gert – und nach knapp zwei Stun­den war dort schon nichts mehr zu bekom­men. Beim Geträn­ke­aus­schank hat­te man mit ähn­li­chen Res­sour­cen­pro­ble­men zu kämp­fen – dort gin­gen nach 3 Stun­den die Becher aus. Län­ger hielt die Brat­wurst­bu­de durch – um 17 Uhr ver­teil­te die uner­müd­li­che Alten’s‑Ruh-Crew dort die letz­te der 600 Brat­würs­te, die es für die Kin­der eben­falls kos­ten­los gab.

Improvisation – und Verbesserungen fürs nächste Jahr

Die T‑Shirts wur­den lei­der nicht recht­zei­tig für alle Mit­strei­ter fer­tig, so dass nur Caro­la und Bilsad Ramo­vić auf­fäl­lig in gelb geklei­det unter­wegs waren. Die Poli­zei konn­te eben­falls kurz­fris­tig wegen zu vie­ler Ein­sät­ze nicht kom­men, brach­te aber Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al für die Kin­der vor­bei. Auch Stock­brot muss­te kurz­fris­tig neu orga­ni­siert wer­den. Impro­vi­siert hat­te auch der benach­bar­te Ten­nis­ver­ein – der sich kur­zer­hand noch am Kin­der­som­mer­fest betei­lig­te, als er erfuhr, was dort gera­de statt­fand – und ad hoc einen Ten­nis­par­cours für die Kin­der auf­bau­te und sie bei Schlä­gern und Bäl­len anlei­te­te.

Kindersommerfest Wunstorf
Dosen­wer­fen auf dem Kin­der­som­mer­fest | Foto: Dani­el Schnei­der

Alle Mit­hel­fer behiel­ten trotz der Her­aus­for­de­run­gen nicht nur ihre gute Lau­ne, son­dern zeig­ten durch­gän­gig vol­len Ein­satz – im Gegen­satz zu eini­gen Eltern, bei denen wegen des Schlan­ge­ste­hens irgend­wann die Ner­ven blan­kla­gen, oder die bereits beim Anblick des vol­len Gelän­des anmerk­ten, dass sie doch lie­ber woan­ders­hin hät­ten gehen sol­len.

Eine Wie­der­ho­lung im kom­men­den Jahr soll es auf jeden Fall geben – mit eini­gen Opti­mie­run­gen bei der Orga­ni­sa­ti­on. Ein Extra-Geträn­ke­stand nur für Kin­der muss z. B. her – und eine Laut­spre­cher­an­la­ge für die Tom­bo­la.

Mission erfüllt

Ein ech­tes Erleb­nis sei das gewe­sen, sagt auch Mit­ver­an­stal­te­rin Caro­la Ramo­vić. Sie sei sich zeit­wei­se jedoch etwas ori­en­tie­rungs­los vor­ge­kom­men, merkt sie augen­zwin­kernd an. Als immer mehr Men­schen kamen, wäre auch das eige­ne Glücks­ge­fühl aber immer grö­ßer gewor­den – es war der schöns­te Dank, den die Besu­cher geben konn­ten. Befürch­tun­gen, den Andrang nicht bewäl­ti­gen zu kön­nen, sei­en zu kei­ner Zeit auf­ge­kom­men.

Unterm Strich war das Rie­sen­fest auch ein Rie­sen­er­folg, selbst wenn nicht jedes Kind bei jeder Attrak­ti­on zum Zuge kam oder etwas bei der Tom­bo­la gewann … denn dar­auf kam es gar nicht so sehr an. Die jun­gen Wunstor­fer konn­ten sich als Teil eines grö­ße­ren Gan­zen füh­len, prak­tisch erle­ben, wie sich der Zusam­men­halt in der Stadt anfühlt, und waren eben­so stolz auf die vie­len Klei­nig­kei­ten, die sie an den ver­schie­de­nen Sta­tio­nen (oder immer wie­der an der­sel­ben) erspielt hat­ten.

Das ers­te Wunstor­fer Kin­der­som­mer­fest hat gezeigt, was Wunstorf aus einer simp­len Idee macht, wenn vie­le Hand in Hand arbei­ten, wenn Pri­vat­leu­te, Fir­men, Ver­ei­ne und Orga­ni­sa­tio­nen nicht nur Geld und Sach­prei­se zusam­men­tra­gen, son­dern sich vor allem auch vor Ort auf­stel­len und dafür sor­gen, dass sich nun sehr, sehr vie­le Kin­der noch lan­ge an einen tol­len Tag am Ende der Som­mer­fe­ri­en 2019 erin­nern wer­den.

Hin­weis in eige­ner Sache: Die „Wunstorf-Stun­den­plä­ne“, die die Aue­post zur Ver­fü­gung gestellt hat­te, reich­ten natür­lich eben­falls vor­ne und hin­ten nicht. Wer leer aus­ge­gan­gen ist, darf sich ger­ne im Quar­tier No. 6 noch einen abho­len – solan­ge der Vor­rat reicht …

Kin­der­som­mer­fest wird über­rannt 1 von 21
"Dienstkleidung" für Sommerfestveranstalter
Foto: Dani­el Schnei­der

1. „Dienstkleidung“ für Sommerfestveranstalter

Der "Empfangschef" verteilte die Laufzettel
Foto: Dani­el Schnei­der

2. Der „Empfangschef“ verteilte die Laufzettel

Kuchenbuffet
Foto: Fried­lies Reschke

3. Kuchenbuffet

Bastelstation
Foto: Fried­lies Reschke

4. Bastelstation

Feuerwehrstation
Foto: Fried­lies Reschke

5. Feuerwehrstation

Auch die Jüngsten sind mitgekommen
Foto: Dani­el Schnei­der

6. Auch die Jüngsten sind mitgekommen

Dichtes Gedränge bei der Tombola
Foto: Dani­el Schnei­der

7. Dichtes Gedränge bei der Tombola

Anstrengend für die Helfer
Foto: Dani­el Schnei­der

8. Anstrengend für die Helfer

Um 12 Uhr sind die Gewinnkisten noch voll
Foto: Fried­lies Reschke

9. Um 12 Uhr sind die Gewinnkisten noch voll

Restlos geleerte Bratwurststation
Foto: Dani­el Schnei­der

10. Restlos geleerte Bratwurststation

Aber Bilsad Ramović verteilt auch noch Obst
Foto: Dani­el Schnei­der

11. Aber Bilsad Ramović verteilt auch noch Obst

... und die Feuerwehr Klein Heidorn Zuckerwatte
Foto: Dani­el Schnei­der

12. … und die Feuerwehr Klein Heidorn Zuckerwatte

Original und "Fälschung"
Foto: Fried­lies Reschke

13. Original und „Fälschung“

Anstehen gehörte meist dazu
Foto: Dani­el Schnei­der

14. Anstehen gehörte meist dazu

Pferdestation
Foto: Dani­el Schnei­der

15. Pferdestation

Glücksradstation
Foto: Dani­el Schnei­der

16. Glücksradstation

Die Preisauswahl fällt schwer
Foto: Dani­el Schnei­der

17. Die Preisauswahl fällt schwer

Station Heißer Draht
Foto: Dani­el Schnei­der

18. Station Heißer Draht

Tombola-Gewinne werden in Sicherheit gebracht
Foto: Dani­el Schnei­der

19. Tombola-Gewinne werden in Sicherheit gebracht

Insektenhotel bereit zum Nachhausetransport
Foto: Dani­el Schnei­der

20. Insektenhotel bereit zum Nachhausetransport

Parkplätze ab Obi
Foto: Dani­el Schnei­der

21. Parkplätze ab Obi

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1 Kommentar
  1. Grit Decker sagt

    Mehr als schön und erfreu­lich, bei all den in den Medi­en all­ge­gen­wär­ti­gen nega­ti­ven Nach­rich­ten mal etwas lesen zu dür­fen, dass der­art posi­tiv rüber­kommt, wie die­ser Arti­kel von einem groß­ar­ti­gen Fest für unse­re Kin­der!
    (Ob es wohl nur die aus Wunstorf waren, die ihre Lust und Freu­de hat­ten…?)

    Ein­fach nur toll, was da alle Betei­lig­ten auf die Bei­ne gestellt haben! (min­des­ten 3 Dau­men nach oben)
    Da sind die klei­nen Män­gel in der Orga­ni­sa­ti­on abso­lut uner­heb­lich:
    die Kin­der hat­ten Spaß ‑und das war der Sinn und Zweck des gan­zen Unter­fan­gens.

    Ich bin mir abso­lut sicher, dass die Wie­der­ho­lung der Akti­on im kom­men­den Jahr wie­der ein „100%-Ding“ wer­den wird.

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